Grenell soll neuer US-Botschafter in Berlin werden

US-Vertretung in Berlin: Grenell soll neuer US-Botschafter werden | tagesschau.de

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Stand: 02.09.2017 03:42 Uhr

Seit Trumps Amtsantritt ist die Stelle verwaist, nun soll sie wieder besetzt werden: Der ehemalige Diplomat und TV-Kommentator Grenell soll neuer US-Botschafter in Deutschland werden. Er gilt als starker Unterstützer Trumps.

Der frühere Diplomat und außenpolitische TV-Kommentator Richard Grenell soll neuer US-Botschafter in Deutschland werden. Das Weiße Haus in Washington gab bekannt, Präsident Donald Trump wolle Grenell für das Amt nominieren. Der 50-Jährige war schon seit Längerem für den Posten im Gespräch. Der Vorschlag muss noch vom Senat bestätigt werden.

Grenell war von 2001 bis 2008 Sprecher der USA bei den Vereinten Nationen in New York. 2010 gründete er eine Beratungsfirma. Der 50-Jährige gilt als einer der ersten und stärksten Unterstützer des außenpolitischen Kurses von US-Präsident Trump.

Tritt oft beim konservativen Sender Fox News auf

Der im Bundesstaat Michigan geborene Grenell tritt oft beim konservativen Sender Fox News auf, seine Beiträge erschienen unter anderem im „Wall Street Journal“, bei „Politico“, CBS News oder CNN.

Die Stelle des US-Botschafters in Berlin ist seit dem Ausscheiden von John Emerson mit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar verwaist. Die Geschäfte werden derzeit vertretungsweise von Kent Logsdon wahrgenommen. Diplomaten in Deutschland und den USA hatten auf eine rasche Besetzung der Stelle gehofft, um den diplomatischen Draht zwischen beiden Staaten wieder zu verbessern.

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Eine neue „fliegende Banane“ für die Bundeswehr?

Die Bundeswehr will neue Transporthubschrauber kaufen. Viel deutet auf das Modell CH-47 „Chinook“ hin: Davon stehen genug zur Verfügung und sie sind einsatzerprobt. Doch bei der deutschen Industrie stößt der Kandidat auf Kritik.

Von Christian Thiels, tagesschau.de

Die „fliegende Banane“ gehört in den Anfangsjahren der Bundeswehr zu den eher skurrilen Hubschraubertypen der Streitkräfte. Die Maschine mit den charakteristischen Doppelrotoren und der Form, die an eine Banane erinnert und deshalb Pate für den Spitznamen stand, leistete von Ende der 1950er- bis Anfang der 1970er-Jahre Dienst als verlässliches Arbeitspferd der Heeresflieger.

Der „Chinook“ als neuer Transporthelikopter?

Nun könnte ein moderner Nachfolger der „fliegenden Banane“ wieder bei der Bundeswehr auftauchen. Nach Informationen von tagesschau.de will die militärische Führung sich für den CH-47 „Chinook“ der US-Firma Boeing als Nachfolger für die betagte Flotte aus CH-53 Transporthelikoptern aussprechen. Es wird damit gerechnet, dass Generalinspekteur Volker Wieker bald eine entsprechende Empfehlung geben wird.

Aus der Luftwaffenführung heißt es, Stückpreis und Betriebskosten seien sehr gute Argumente für eine solche Entscheidung. „Was nützt mir ein Super-High-Tech-Hubschrauber, wenn ich nur eine Handvoll davon bekomme?“, so ein Luftwaffen-General im Gespräch mit tagesschau.de. Man brauche eine größere Anzahl von Hubschraubern und da sei der „Chinook“ ein sehr attraktives Angebot.

Im Rennen um den neuen Hubschrauber sind nur noch der „Chinook“ von Boeing und die neueste Variante des CH-53, der CH-53K, hergestellt von der ebenfalls amerikanischen Firma Lockheed-Martin.

Einsatzerprobt und in größerer Stückzahl

Statt 40 CH-53K könnten 60 „Chinook“ gekauft werden, heißt es inoffiziell aus dem Ministerium. Für das Boeing-Modell spreche auch, dass es bereits fertig entwickelt und bei vielen Streitkräften im Einsatz ist. Der CH-53K hingegen ist so umfangreich modernisiert worden, dass er bis auf den Rumpf ein eigentlich komplett neuer Hubschrauber ist. Die US-Marines haben gerade erst mit den Flugtests der Maschine begonnen.

Ein so neues System birgt das Risiko von Kinderkrankheiten und Pannen. Problematisches Fluggerät hat die Bundeswehr aber mit den Tiger- und NH90-Helikoptern, dem Kampfjet Eurofighter und den Airbus A400M-Transportern schon jetzt zu genüge. Es wäre also womöglich auch politisch ein Wagnis, erneut ein solches Risiko auf sich zu nehmen, weil es zu peinlichen und teuren Rüstungsskandalen führen könnte.

Aus dem Archiv

Wohl auch deshalb und mit Blick auf ausufernde Kosten bei Neuentwicklungen hat sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Rüstungsfragen mehrfach für marktverfügbare Systeme ausgesprochen. Auf Anfrage erklärt das Wehrressort allerdings, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Selbst wenn der Generalinspekteur sich für den „Chinook“ ausspricht, hat die Politik das letzte Wort.

In der Vergangenheit folgten die Minister und auch Ministerin von der Leyen allerdings dem Ratschlag des höchsten Soldaten. Vor der Bundestagswahl ist aber nicht mehr mit einer Entscheidung zu rechnen. Im Ministerium plant man mit dem endgültigen Votum der Politik für Anfang 2018.

Deutsche Industrie will ihr Stück vom Kuchen

Europäische Hersteller wie Airbus sind dabei weitgehend außen vor, denn sie haben kein passendes Fluggerät im Angebot. Eine Neuentwicklung wäre zu kostspielig und langwierig, räumen die Unternehmen selbst ein.

Trotzdem versucht die deutsche Industrie, vom finanziellen Kuchen zumindest ein Stück abzubekommen. In einer Art Bettelbrief bemühten sich die Unternehmen bei der zuständigen Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder um gesonderte Ausschreibungen für Wartung und Instandhaltung des neuen Hubschraubers. Suder will Beschaffung und Betrieb aber im Paket einkaufen. Auch dann wären vermutlich deutsche Firmen beteiligt, doch in geringerem Umfang, sagen Branchenkenner.

Die deutsche Industrie verweist als Argument vor allem auf ihre Expertise bei den bisher eingesetzten Maschinen vom Typ CH-53. Betreuung und Versorgung der Luftfahrzeuge werde „völlig autark, von den USA unabhängig und eigenverantwortlich von der deutschen Industrie sichergestellt“, heißt es dazu in einem Schreiben des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

„Chinook“ bereits in anderen EU-Ländern im Einsatz

Doch Suder erteilte den Waffenschmieden jüngst eine deutliche Abfuhr. Womöglich auch, weil sie bereits wusste, dass es auf einen anderen Hubschrauber als das CH-53-Modell hinausläuft. Einen, bei dem die deutschen Unternehmen so gut wie keine Erfahrung haben.

Der „Chinook“ wird in Europa von Großbritannien, Griechenland, Spanien, der Türkei und den Niederlanden eingesetzt. Mit einigen dieser Nationen und vor allem mit Deutschlands gefühltem Lieblingspartner Holland könnte man möglicherweise eine Kooperation bei Ausbildung und Betrieb vereinbaren. Schon jetzt arbeitet Deutschland mit dem Nachbarn militärisch zusammen. Erst vor wenigen Tagen vereinbarte man eine enge Kooperation bei der Luftverteidigung.

Debatte in den USA: „Harvey“ und der Klimawandel

Stürme wüten immer wieder in den USA – doch macht der Klimawandel sie noch schlimmer? Nach dem verheerenden Hurrikan „Harvey“ ist die Diskussion darum voll entbrannt. Denn: Wieso brachte „Harvey“ so viel Regen mit sich?

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Die Debatte über den Klimawandel hat schon begonnen, auch wenn manche sich noch dagegen sperren. Kellyanne Conway zum Beispiel, Beraterin von US-Präsident Trump. Auf die Frage eines CNN-Moderators, ob man jetzt auch über Klimawandel und seine Folgen sprechen müsse, sagte Conway pikiert, sie versuchten, den Leuten zu helfen, deren Leben buchstäblich unter Wasser stehe – und der Moderator wolle über Klimawandel reden.

Andere sind schon kräftig eingestiegen in die Debatte, Senator Bernie Sandes zum Beispiel: „Es ist ziemlich dumm, nicht harte Fragen zu stellen – warum zum Beispiel in Houston mehr Regen gefallen ist, als jemals in der der Erinnerung der Menschen.“

Wissenschaftler stellen diese Fragen schon lange, ihre Antworten sind vorsichtig. Der Meteorologie-Professor Kerry Emanuel warnt vor einer direkten Verbindung von Hurrikan Harvey und dem Klimawandel: „Es gibt viele extreme Wetterereignisse – egal, ob sich das Klima ändert.“ Ein spezielles Ereignis dem Klimawandel zuzurechnen, sei nahezu unmöglich.

In Zukunft „mehr extreme Ereignisse“

Die überwiegende Mehrheit der Klimaforscher geht aber davon aus, dass der Klimawandel und die Erderwärmung dazu führen können, dass es mehr Unwetter gibt, die härter ausfallen. Klimaforscher Radley Horton erklärt bei PBS: „Wenn man die Klimamodelle für die Zukunft berechnet, mit höheren Treibhausgas-Konzentrationen, sehen wir mehr extreme Ereignisse, mehr Hitzewellen, mehr schwere Regenfälle, mehr Überflutungen.“

Die Untersuchungen von Hurrikan Harvey haben gerade erst begonnen. Eine seiner Besonderheiten: Er bewegte sich kaum vom Fleck, sondern hing über Tage über Houston fest. Es fehlte der Wind vom Golf, der ihn weiter trieb. Woran das liegt, ist unklar. Manche Wissenschaftler haben den Klimawandel in Verdacht, der das Klima in den Subtropen geändert hat.

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Wärmere Ozeane Treibstoff für Hurrikane

Für ein anderes Phänomen gibt es eine Erklärung: Warum Harvey so viel Regen mitbringen konnte. Der Golf von Mexiko ist in den vergangenen Jahren wärmer geworden – so wie die Ozeane. Klimaforscher Horton erklärt: „Wenn die Ozeane wärmer werden, besonders an der Oberfläche, gibt es eine Quelle für warme, feuchte Luft. Das ist der grundlegende Treibstoff für Hurrikane.“

Hinzu kommt, dass die Meeresspiegel weiter angestiegen sind, was die Probleme für Städte wie Houston, die auf Meeresniveau gebaut worden sind, noch erhöht. Wissenschaftler wie Marshall Shepherd von der Georgia University fordern darum schon länger, dass die Stadtplanung darauf Rücksicht nimmt. In Houston waren die Systeme mit dem vielen Regen sofort überfordert: „Wasser-Management, Straßen, Gebäude, die Planungen dafür gehen davon aus, dass die Regenmengen immer gleich bleiben. Wir sehen aber, dass die starken Regenfälle immer stärker werden. Das überlastet die Infrastruktur“, so Shepherd.

Präsident Obama hatte neue Regeln unterschrieben, die besagten, dass beim Bau von Straßen und Brücken der Klimawandel und seine Folgen mit einkalkuliert werden müssten. Präsident Trump hat diese Regeln wieder gestrichen – wenige Tage, bevor Hurrikan Harvey Houston unter Wasser setzte.

200 Tage im Gefängnis – Yücel lässt sich nicht beugen

200 Tage im Gefängnis: Yücel lässt sich nicht beugen | tagesschau.de

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Stand: 02.09.2017 00:10 Uhr

Auch wenn Deniz Yücel inzwischen 200 Tage in der Türkei im Gefängnis sitzt und auf seine Anklageschrift wartet, sei er in guter Verfassung und innerlich gelassen, sagt seine Frau im tagesthemen-Interview. Sie kritisiert, wie negativ teilweise über ihn berichtet wird.

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