Deutsche Volleyballer verlieren grandioses EM-Finale

„Die Silbermedaille ist ein historischer Erfolg, wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht. Dass wir uns so durchgesetzt haben, ist unglaublich und der Hammer“, sagte DVV-Sportdirektor Christian Dünnes.

Die favorisierten Russen legten los wie die Feuerwehr. Vor allem dank ihrer starken Aufschläge führten sie schnell mit 7:2 im ersten Satz. Die Deutschen zeigten dann zwar ebenfalls einige gute Aktionen, Russland verteidigte allerdings mit schnellen Angriffen zunächst souverän den Vorsprung.

Mitte des ersten Satzes drehte das deutsche Team dann aber auf – und kam dank der brachialen Angfiffsschläge von Georg Grozer und Christian Fromm auf 14:14 heran. Doch der verdiente Lohn war schnell wieder verloren – Russland zog auf 20:16 und 24:19 davon und nutzte dann auch gleich den ersten Satzball zum 25:19.

Ganz starker zweiter Satz der Deutschen

Für beide Teams war es das sechste Spiel in nur zehn Tagen. Den Deutschen merkte man das zu Beginn des zweiten Satzes aber nicht an – über 8:3, 14:8 und 22:14 spielten sie den Russen Ratlosigkeit in die Gesichter. Auch ihr Trainer schüttelte fassungslos den Kopf. Das Weltklasseteam aus Osteuropa hatte schließlich noch keinen Satz bei dieser EM abgegeben. Kurz darauf war es dann aber doch soweit – Deutschland glich zum 1:1 aus (25:20).

Der dritte Satz war bis zum 6:6 deutlich ausgeglichener. Dann machte Russland vier Punkte in Folge, was die Deutschen aber wenig beeindruckte, denn sie hielten problemlos mit. Bis zum 21:21 blieb der Satz ausgeglichen. Dann zogen die Russen davon und holten sich mit 25:22 den Durchgang.

Deutschland kommt im vierten Satz wieder zurück

Doch das Team von Bundestrainer Andrea Giani zeigte, dass es sich von Rückständen nicht beirren lässt, sondern eher sogar Selbstvertrauen zieht. Denn auch der vierte Durchgang gehörte ganz eindeutig dem Team von Trainer Andrea Giani. Nach dem zwischenzeitlichen 10:8 starteten die Deutschen eine ganz starke Serie und gewannen den Satz mit 25:17. Wie im Halbfinale gegen Serbien musste auch dieses Mal der Tie-Break entscheiden.

Und der begann sehr gut für die Deutschen. Starke Blocks und ein toller Lob von Grozer sorgten für eine 5:2-Führung. Doch die Russen kamen auf 6:6 heran. Danach konnte sich bis zum 9:9 kein Team mehr absetzen, ehe die Russen drei Punkte in Folge machten. Von diesem Rückstand erholten sich die Deutschen dann nicht mehr – Russland gewann den letzten Satz hauchdünn 15:13.

Serbien holt Bronze

Zuvor hatte der frühere Bundestrainer Vital Heynen mit Belgien die Bronzemedaille verpasst. Die Belgier verloren das Spiel um Platz drei in Krakau gegen Serbien mit 2:3 (17:25, 25:22, 25:19, 22:25, 12:15).


red/sid/dpa
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Stand: 03.09.2017, 22:30

US-Dichter John Ashbery ist tot

Gefeierter US-Dichter gestorben: John Ashbery ist tot | tagesschau.de

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Stand: 03.09.2017 23:02 Uhr

Einer der größten Dichter der Welt ist tot: Der US-Amerikaner John Ashbery starb im Alter von 90 Jahren im US-Staat New York. Das teilte sein Ehemann mit. Ashbery wurde als großes Talent der modernen Poesie gesehen, er war für sein Wortspiel und seinen Humor bekannt.

Der gefeierte Dichter John Ashbery ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Ashbery sei am Sonntagmorgen zu Hause in Hudson im US-Staat New York eines natürliches Todes gestorben, sagte sein Ehemann David Kermani.

Ashbery gilt als einer der größten Dichter der Welt. Seine Sammlung „Self-Portrait in a Convex Mirror“ von 1975 gewann neben dem Pulitzer-Preis auch den National Book Award und den National Book Critics Circle Award.

Ashbery wurde als großes Talent in der modernen Poesie gesehen. Er war unter anderem für sein Wortspiel und seinen Humor bekannt. Ashbery ragte aus einer Generation von Dichtern hervor, zu der Richard Wilbur, W.S. Merwin und Adrienne Rich gehörten.

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ARD-Blitzumfrage: Punktsieg für die Kanzlerin

ARD-Blitzumfrage zum TV-Duell: Punktsieg für die Kanzlerin | tagesschau.de

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Stand: 03.09.2017 22:58 Uhr

Sieg für die Amtsinhaberin: In einer ARD-Blitzumfrage sahen 55 Prozent die Kanzlerin vorn, nur 35 Prozent fanden SPD-Spitzenkandidat Schulz überzeugender. Auch bei den Sachthemen siegte Merkel. Nur in einer Kategorie liegt Schulz klar vorn.

Kanzlerin Angela Merkel hat das TV-Duell gegen ihren Herausforderer Martin Schulz für sich entschieden. In einer ARD-Blitzumfrage sahen 55 Prozent sie vorne, 35 Prozent fanden Schulz überzeugender.

Nicht ganz so groß ist der Unterschied in der Gruppe der noch unentschiedenen Wählern. Dort lag Merkel mit 48 zu 36 Prozent vorn.

Merkel punktet bei den Sachthemen

Auch bei den einzelnen Sachthemen schnitt Merkel überall besser ab. Besonders deutlich ist ihr Vorsprung auf dem Feld der Internationalen Politik. 61 Prozent der Befragten fanden sie hier überzeugender, für Schulz sprachen sich 30 Prozent aus.

Als Trostpflaster kann Schulz für sich reklamieren, dass 55 Prozent ihn für bürgernäher hielten. Dies fanden nur 24 Prozent bei Merkel.

Für viele Zuschauer schlug sich der Herausforderer besser als erwartet (54 Prozent). Merkel schnitt hingegen nur für 30 Prozent besser ab als gedacht.

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TV-Duell: So sehen es die Zuschauer

55 Prozent der Befragten fanden Angela Merkel überzeugender.

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Schulz will EU-Beitrittsverhandlungen mit Türkei beenden

Im TV-Duell mit Kanzlerin Merkel hat SPD-Spitzenkandidat Schulz überraschend ein Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gefordert. Merkel reagierte zurückhaltend – auch, weil die SPD bisher eine andere Position vertreten hatte. Deutlich wurde Merkel bei ihrer Koalitionsaussage.

Im TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel hat sich SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz dafür ausgesprochen, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu beenden. „Es ist ein Punkt erreicht, in dem wir die wirtschaftlichen Beziehungen, die Finanzbeziehungen, die Zollunion und die Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union beenden müssen.“ „Es seien „alle roten Linien überschritten“.

Merkel reagierte etwas überrascht und zurückhaltend auf den Vorstoß. Sie verwies darauf, dass für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen ein einstimmiger Beschluss der EU nötig sei. Die CDU-Politikerin betonte, dass sie am Freitag mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) noch einig gewesen sei, keinen Abbruch zu fordern.

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TV-Duell: So sehen es die Zuschauer

55 Prozent der Befragten fanden Angela Merkel überzeugender.

„Die Beitrittsverhandlungen sind im Moment sowieso nicht existent“, so Merkel. Sie plädierte für ein Einfrieren der finanziellen Beitrittshilfen für die Türkei in Milliardenhöhe. Auch Schulz verlangte, die Gelder nicht mehr auszuzahlen. Die Kanzlerin erklärte, dass die Bundesregierung auch „stärkere Reisewarnungen“ für die Türkei prüfe. Außerdem müsse es „wirkliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Kontakte“ zur Türkei geben.

Sie sagte, wenn etwa von der Regierung in Ankara Druck auf Türken in Deutschland ausgeübt werde, dürfe das nicht geduldet werden. Es dürfe auch nicht toleriert werden, wenn etwa in Moscheen in Deutschland zu Hass und Gewalt aufgerufen werde. Merkel war, ähnlich wie viele Mitglieder der CDU, äußert skeptisch gegenüber einem Beitritt der Türkei zur EU.

Eine „große Herausforderung“

Im einzigen Fernsehduell der beiden Spitzenkandidaten hatte bereits das Thema Flüchtlinge früh für Vorwürfe gesorgt. Schulz warf Merkel vor, im Sommer 2015 die europäischen Nachbarn nicht ausreichend mit einbezogen zu haben. Stattdessen habe sie die Partner vor „vollendete Tatsachen“ gestellt. Dies habe dazu geführt, dass EU-Mitglieder wie Ungarn oder Polen Deutschland nun im Stich ließen.

Merkel widersprach dem sofort. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban habe nicht den Eindruck auf sie gemacht, dass er Flüchtlinge weiterreisen lassen werde. Teils seien den Menschen gültige Zugtickets weggenommen worden. Darum habe sie nach Absprache mit Österreich und Frankreich die Grenzen für diese Menschen geöffnet.

Generell verteidigte sie erwartungsgemäß ihre Entscheidungen im Krisensommer 2015. Als Bedrohung empfinde sie die Flüchtlinge nicht, betonte sie, aber als „große Herausforderung“. Das heiße nicht, dass alle Menschen zu uns kommen könnten, so Merkel. Wichtig sei es, Fluchtursachen zu bekämpfen. Das hätten die vergangenen Jahre gezeigt.

Merkel fordert Imam-Ausbildung in Deutschland

Direkt im Anschluss ging es um das Thema Islam in Deutschland, bei dem allerdings kaum Unterschiede zwischen Merkel und Schulz deutlich wurden. Die Kanzlerin bekräftigte, dass der Islam für sie zu Deutschland gehöre, „aber einer der verfassungskonform ist“. Man müsse Moscheen schließen, wenn dort Dinge geschehen, die uns nicht gefallen. Zudem müsse man die Imam-Ausbildung verstärkt in Deutschland anbieten. Diese bräuchten eine Unterweisung, die grundgesetzkonform sei.

Schulz sagte: „Der Islam ist eine Religionsgemeinschaft wie jede andere auch, die integrierbar ist in unser Land.“ Beide betonten, dass radikale Predigten in deutschen Moscheen nicht akzeptabel seien.

Flüchtlingsdebatte und Rolle des Islam in Deutschland nahmen einen Großteil der rund 90-minütigen Sendung ein. Dadurch konnte nicht ausführlich über soziale Gerechtigkeit debattiert werden, das Thema Bildung schimmerte nur in einigen Statements kurz durch – in der Regel bei Schulz, der offenbar das Thema setzen wollte.

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Keine Rente mit 70 Jahren

Sowohl Merkel als auch Schulz wollen das gesetzliche Renteneintrittsalters nicht auf 70 Jahre anheben. Dies hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Gespräch gebracht. Merkel sagte nun, für manche Berufsgruppen sei es schon jetzt schwer, bis 67 zu arbeiten, etwa für Pflegekräfte.

Es gebe keinerlei Beschluss in der CDU für eine Anhebung der Lebensarbeitszeit, betonte die Kanzlerin, eine solche Forderung stehe auch nicht im Regierungsprogramm ihrer Partei.

Schulz kommentierte Merkels Festlegung mit den Worten: „Finde ich toll.“ Merkel beziehe eine ganz klare Position in dieser Frage. „Ich nehme das so.“

Schulz fordert „Mut zum Aufbruch“

In seinem 60-sekündigen Schlusswort appellierte Schulz an die Wähler, in unruhigen Zeiten Zuversicht zu zeigen. „Das beste Mittel ist der Mut zum Aufbruch“, sagt er. „Die Zukunft gestalten und nicht die Vergangenheit verwalten“. Er bitte um das Vertrauen, dem Land als Bundeskanzler in einem europäischen Deutschland dienen zu dürfen.

Merkel hat das letzte Wort

Merkel schloss erwartungsgemäß eine Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der AfD kategorisch aus. In ihrem Schlusswort warb sie für beide Stimmen für die Union. Sie glaube, „dass ich mit der Mischung aus Erfahrung der vergangenen Jahre, in denen wir einiges erreicht haben, und der Neugier auf das Neue“ Deutschland so gestalten könne, dass das Land auch in zehn Jahren ein starkes und sozial gerechtes Land sei, „ein Land, in dem der Zusammenhalt auch wirklich gilt“. Dafür wolle sie für und mit den Bürgern arbeiten, sagte die Kanzlerin. „Und ich glaube, dass wir das gemeinsam schaffen können.“

Über dieses Thema berichtete das Erste in der Sendung „TV Duell“ am 03. September 2017 um 20:15 Uhr.

Duell Merkel-Schulz: Flüchtlingspolitik sorgt schnell für Streit

Am Beginn ihres einzigen TV-Duells haben Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz über die Flüchtlingspolitik gestritten. Der SPD-Vorsitzende erneuerte seinen Vorwurf, Merkel habe 2015 schwere Fehler gemacht. Zur Halbzeit sahen die Zuschauer Merkel vorn.

Die Bundeskanzlerin und CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel und ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz haben in ihrem einzigen Fernsehduell um Wählerstimmen bei der Bundestagswahl am 24. September geworben.

Nach einigen kurzen Eingangsfragen ging es als Erstes um das Großthema Migration, das früh für Tempo in der Debatte sorgte. Merkel verteidigte erwartungsgemäß ihre Entscheidungen im Krisensommer 2015. Als Bedrohung empfinde sie die Flüchtlinge nicht, betonte sie, aber als „große Herausforderung“.

Das heiße nicht, dass alle Menschen zu uns kommen könnten, so Merkel. Wichtig sei es, Fluchtursachen zu bekämpfen. Das hätten die vergangenen Jahre gezeigt.

Europäische Partner einbezogen?

Schulz warf Merkel vor, die europäischen Nachbarn nicht ausreichend mit einbezogen zu haben. Stattdessen habe sie die Partner vor „vollendete Tatsachen“ gestellt. Dies habe dazu geführt, dass EU-Mitglieder wie Ungarn oder Polen Deutschland nun im Stich ließen. Merkel widersprach dem sofort. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban habe 2015 nicht den Eindruck erweckt, dass er Flüchtlinge weiterreisen lassen werde. Teils seien den Menschen gültige Zugtickets weggenommen worden. Darum habe sie nach Absprache mit Österreich und Frankreich die Grenzen für diese Menschen geöffnet.

Nach Ansicht von Schulz wird die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt länger dauern. Es sei eine schwierige Aufgabe. Deshalb sei die Bildung so wichtig.

Merkel fordert Imam-Ausbildung in Deutschland

Beim Thema Islam in Deutschland wurden nur wenige Unterschiede zwischen den beiden Spitzenpolitikern deutlich. Merkel bekräftigte, dass der Islam für sie zu Deutschland gehöre, „aber einer der verfassungskonform ist“. Man müsse Moscheen schließen, wenn dort Dinge geschehen, die uns nicht gefallen. Zudem müsse man die Imam-Ausbildung verstärkt in Deutschland anbieten. Diese bräuchten eine Unterweisung, die grundgesetzkonform sei.

Schulz sagte: „Der Islam ist eine Religionsgemeinschaft wie jede andere auch, die integrierbar ist in unser Land.“ Beide betonten, dass radikale Predigten in deutschen Moscheen nicht akzeptabel seien.

„EU-Beitrittsverhandlungen abbrechen“

Der SPD-Vorsitzende schlug dann eine Brücke zum Thema Türkei und setzte sich für einen härteren Kurs ein. „Wenn ich Kanzler bin, werde ich die Beitrittsverhandlungen mit der EU abbrechen“, sagte er. Das Verhalten der Türkei lasse keine andere Wahl, obwohl er sich lange für den EU-Beitritt ausgesprochen habe. „Hier sind alle roten Linien überschritten. Der Punkt ist beendet.“

Merkel will auf die Türkei angesichts der Festnahme mehrerer deutscher Staatsbürger wirtschaftlich stärkeren Druck ausüben. „Die Türkei entfernt sich in einem atemberaubenden Tempo von allen demokratischen Gepflogenheiten“, sagt sie. Vorstellbar seien deshalb beispielsweise stärkere Reisewarnungen. Sonst warnte sie davor, zu viel diplomatisches Porzellan zu zerbrechen. Ein Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei benötige eine gemeinsame EU-Position. Die Gespräche fänden derzeit ohnehin nicht statt. Zudem seien bisher die Sozialdemokraten stets für einen EU-Beitritt der Türkei gewesen. Sie habe einen Beitritt der Türkei zur EU aber ohnehin nie gesehen, betonte Merkel.

Sie sagte, wenn etwa von der Regierung in Ankara Druck auf Türken in Deutschland ausgeübt werde, dürfe das nicht geduldet werden. Es dürfe auch nicht toleriert werden, wenn etwa in Moscheen in Deutschland zu Hass und Gewalt aufgerufen werde.

Die Regeln beim TV-Duell

Für das einzige direkte Aufeinandertreffen von Amtsinhaberin Merkel und Herausforderer Schulz vor laufenden Kameras gibt es strikte Regeln. Um die Modalitäten gab es im Vorfeld Streit, auf Druck des Kanzleramts bleibt alles wie in vorherigen Duellen. Die vier Moderatoren arbeiten in Zweier-Teams zusammen: Maybrit Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL) sowie Sandra Maischberger (ARD) und Claus Strunz (Sat1). Die Paare sollen sich je nach Themenblock abwechseln. Die Themenblöcke: Migration, Außenpolitik, soziale Gerechtigkeit, Innere Sicherheit. Die konkreten Fragen kennen die Kandidaten nicht. Jeder Kandidat hat ein sichtbares Redezeitenkonto, am Ende soll sich die Redezeit ungefähr die Waage halten. Die Antworten müssen zwischen 60 und 90 Sekunden sein, nicht länger. Per Los entschieden: Schulz hat Aufschlag, Merkel hält das Schluss-Statement.

Keine Rente mit 70 Jahren

Sowohl Merkel als auch Schulz wollen das gesetzliche Renteneintrittsalters nicht auf 70 Jahre anheben. Dies hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Gespräch gebracht. Merkel sagte nun, für manche Berufsgruppen sei es schon jetzt schwer, bis 67 zu arbeiten, etwa für Pflegekräfte.

Es gebe keinerlei Beschluss in der CDU für eine Anhebung der Lebensarbeitszeit, betonte die Kanzlerin, eine solche Forderung stehe auch nicht im Regierungsprogramm ihrer Partei.

Schulz kommentierte Merkels Festlegung mit den Worten: „Finde ich toll.“ Merkel beziehe eine ganz klare Position in dieser Frage. „Ich nehme das so.“

Jubel schon vor der Sendung

Sowohl Merkel als auch Schulz waren in Adlershof rund eine Stunde von den Nachwuchsorganisationen ihrer Parteien lautstark bejubelt worden. Die Kanzlerin und ihr Herausforderer sprachen kurz mit den jungen Menschen, bevor sie ins Gebäude gingen.

Merkel mit viel Erfahrung

Für Merkel ist es bereits das vierte TV-Duell vor einer Bundestagswahl: Ihren ersten Auftritt hatte sie 2005 gegen Gerhard Schröder. Vier Jahre später debattierte sie mit Frank-Walter Steinmeier und 2013 schließlich mit Peer Steinbrück. Bei den beiden letzten Auftritten hatte sie eins bereits perfektioniert: Gelassenheit.

Über dieses Thema berichtete das Erste in der Sendung „TV Duell“ am 03. September 2017 um 20:15 Uhr.

Wirbelsturm in Texas: „Harvey“ teurer als „Katrina“

Wirbelsturm in Texas: „Harvey“ teurer als „Katrina“ | tagesschau.de

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Stand: 03.09.2017 21:16 Uhr

Die Schäden, die der verheerende Wirbelsturm „Harvey“ angerichtet hat, sind offenbar noch höher als bei „Katrina“, der 2005 in New Orleans wütete. Der Gouverneur von Texas schätzt sie auf 150 bis 180 Milliarden Dollar.

Der Wirbelsturm „Harvey“ hat nach Schätzung des Gouverneurs von Texas zwischen 150 und 180 Milliarden Dollar Schaden angerichtet. Er sei damit teurer als der Sturm „Katrina“, der 2005 New Orleans verwüstet und mehr als 120 Milliarden Dollar Schaden verursacht habe, sagte Greg Abbott dem Sender Fox News. Auch die Zerstörungen des Wirbelsturm „Sandy“ in New York seien 2012 geringer gewesen.

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US-Präsident Donald Trump hatte den Kongress um zunächst 7,85 Milliarden Dollar Soforthilfe gebeten. Dabei handle es sich um eine Anzahlung, sagte Abbott. Allerdings könnte sich die Freigabe dieser Mittel verzögern, wenn es nicht gelinge, die Schuldenobergrenze anzuheben, sagte Finanzminister Steve Mnuchin. Diese Grenze wird im laufenden Monat erreicht. Trump hatte die Region am Samstag besucht und Hilfen für die von der Katastrophe betroffenen Regionen angekündigt.

Die Furcht vor Krankheiten ist groß

Der stärkste Wirbelsturm in Texas seit 50 Jahren hatte die Öl-Metropole Houston verwüstet. Mehr als eine Million Menschen waren vor „Harvey“ in Sicherheit gebracht worden, Zehntausende sind wegen der enormen Schäden an ihren Häusern obdachlos. Mindestens 47 Menschen kamen ums Leben.

Zeitweise standen nach Angaben der Behörden 70 Prozent der Region um Houston 45 Zentimeter oder mehr unter Wasser. Die Wassermassen haben die Trinkwasserversorgung in vielen Gebieten zum Erliegen gebracht.

Die Furcht vor Krankheiten ist groß. Ein Viertel der Raffinerie-Kapazitäten der USA wurden geschlossen. Am Wochenende begann das große Aufräumen. Erste Raffinerien nahmen den Betrieb wieder auf. In vielen Regionen dürfte es aber noch lange dauern, bis die Wassermassen abgeflossen sind.

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„Voller Wut“ – Löw verurteilt hetzende Fans

Gegen Norwegen mit Draxler

Anschließend sprach Löw natürlich auch noch über das anstehende Spiel gegen Norwegen, das zunächst in den Hintergrund getreten war. Denn mit einem Sieg kann die DFB-Elf, die nach sieben Spielen eine makellose Bilanz hat, vorzeitig das Ticket zur WM 2018 in Russland lösen. Er werde diese Situation auch dazu nutzen, einige Veränderungen in der Startelf vorzunehmen, deutete Löw an: „Es wird auf jeden Fall zwei, drei Wechsel geben.“ Eine Einsatzgarantie sprach er Torhüter Marc-André ter Stegen aus, der weiterhin Stammkeeper Manuel Neuer ersetzen wird.

Zu rechnen ist auch damit, dass Julian Draxler, gegen Tschechien zunächst nur Ersatz, in die Startelf zurückkehren wird. Daneben gebe es noch „zwei, drei Fragezeichen“, erklärte der Bundestrainer. Eines betrifft den Einsatz von Sami Khedira, der in Prag noch wegen einer Kniereizung gefehlt hatte.

Noch sei dessen Einsatz gegen Norwegen offen, so Löw. Khedira selbst sagte, es gehe ihm wieder gut und er sei sicher, „dass das Knie wieder erholt ist.“ Dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass Löw sich angesichts der beinahe schon sicheren Qualifikation gegen einen Einsatz seines Leaders entscheidet.

Löw übt leise Kritik

Ohnehin sei es gar nicht so wichtig, wer letztlich auflaufe, sondern wie die taktische Marschroute umgesetzt werde, sagte Löw. Und genau daran hatte es seiner Meinung nach gegen Tschechien gehapert. „Flexibilität ja, aber die Mannschaft muss erkennen, welche Räume sind offen, welche muss ich besetzen. In Tschechien haben wir das schlecht gemacht, das können wir besser“, sagte Löw.

Gegen Norwegen komme es vor allem darauf an, diese Fehler abzustellen. Über Stärken und Schwächen des Gegners wollte Löw deshalb auch nicht lange diskutieren. „Mich interessiert Norwegen bei allem Respekt nur bedingt“, sagte Löw. Ihm sei aber bewusst, dass Norwegen eine körperlich starke Mannschaft stelle und nicht nur durch die Bundesliga-Achse um Hoffenheims Håvard Nordtveit und Berlins Rune Jarstein auch individuelle Klasse vorhanden sei.


Stand: 03.09.2017, 14:17

SPD-Kanzlerkandidat Schulz für Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei

Eilmeldung: SPD-Kanzlerkandidat Schulz für Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei | tagesschau.de

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Eilmeldung


Stand: 03.09.2017 20:47 Uhr

SPD-Chef Schulz hat angekündigt, er wolle die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei abbrechen, falls er zum Kanzler gewählt wird.

Weitere Informationen in Kürze.

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HSB-Blog: Wie läuft das Duell?

Schafft Martin Schulz für die SPD die Wende in den Umfragen oder verteidigt Angela Merkel die guten Aussichten für die CDU? Wir sind live beim TV-Duell dabei – mit Analysen und Faktenchecks unserer Korrespondenten.

20:52: Merkel fährt eher die Strategie Kuschelkurs statt Attacke:

20:50: Bei den Themen Abschiebungen und Türkei entwickelt sich eine tatsächliche Diskussion:

20:46: Eher Talkshow als Duell?

20:45: Schulz verliert zwischendurch fast den Faden:

20:43: Interessant: Merkel war heute nicht in der Kirche, Schulz in einer Kapelle. Merkel schiebt daraufhin schnell hinterher, dass sie gestern in der Kirche war.

20:41: Schulz will sich im Fall seiner Wahl für ein Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einsetzen:

20:41: Gibt es nicht genug Unterschiede zwischen Merkel und Schulz für ein hartes Duell?

20:39: Schulz bleibt zu zahm:

20:37: Merkel gesteht Fehler ein und geht auf Schulz ein:

20:35: Schulz kritisiert Merkel, aber mit angezogener Handbremse:

20:34: Sowohl Merkel als auch Schulz wirken konzentriert, aber nicht nervös:

20:32: Die Ansichten über den Verlauf des Duells sind auch unter unseren Korrespondenten unterschiedlich:

20:29: “EU-Türkei-Abkommen, ich habe dafür viel Kritik einstecken müssen, halte es immer noch für richtig”, sagt Merkel. Im Pressezentrum kurzer Applaus.

20:29: Die Frage eines Zuschauers, die man durchaus mal stellen kann:

20:26: Das Duell wirkt durchaus konfrontativ, Schulz und Merkel antworten direkt aufeinander:

20:26: Eindrücke aus dem Pressezentrum:

20:24: Merkel darauf: “Herr Schulz müsste es eigentlich besser wissen und weiß es sicherlich auch.” Es gebe im Leben, eines Regierungsschefs Momente, in denen man entscheiden müsse.

20:22: Claus Strunz spricht Schulz auf seinen Satz “Was die Flüchtlinge bringen, ist wertvoller als Gold” an. Schulz dazu: Er würde diesen Satz jederzeit wiederholen, was er dann auch gleich tut. 2015 habe Merkel allerdings falsche Entscheidungen getroffen. Es brauche eine europäische Lösung in der Flüchtlingsfrage.

20:20: Der erste der vier großen Themenkomplexe des Duells: Migration. Maischberger fragt Merkel: “Empfinden Sie die Migration als Bedrohung für Deutschland?” Merkel verneint, sagt aber, es sei eine große Herausforderung.

20:19: Beide Duellanten tragen blau:

20:19: Martin Schulz bekräftigt nochmals seine Kritik an Merkel, diese schade der Demokratie: “Zugegeben war das eine harte Formulierung, sie hat aber ihren Zweck erfüllt, die Debatte anzustoßen.”

20:19: Es gehe nicht um Auto oder Klima, sondern um Lösungen, sagt Angela Merkel zu Beginn.

20:18: Die Landtagswahlen zu verlieren, sei für die SPD sehr bitter gewesen. Jetzt seie man aber kurz vor der Bundestagswahl, und es gehe jetzt im TV-Duell darum, die Fragen der Wähler zur Wahl zu beantworten, sagt Schulz.

20:15: Es geht los!

20:03: Die Unterstützer sind da, das Duell kann losgehen:

20:00 Uhr: Wie das Suchinteresse nach Angela Merkel und Martin Schulz bei Google fluktuiert, können Sie in dieser Grafik live mitverfolgen:

19:58 Uhr: Ungleiche Ausgangslage für Angela Merkel und Martin Schulz:

Diskussionen im Vorfeld
19:45 Uhr: Das TV-Duell hat bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Kanzlerin Angela Merkel sagte nur unter bestimmten Bedingungen zu. Zur dieser Debatte äußerte sie sich wie auch Kanzlerkandidat Martin Schulz im Vorfeld:

Die Duelle im Schnelldurchlauf
19:40 Uhr: In etwas mehr als einer halben Stunde geht es los. Zur Einstimmung haben wir hier einen Schnelldurchlauf aller TV-Duelle seit 2002 für Sie vorbereitet:

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19:37 Uhr: CDU bezeichnet Unterstützer vor dem Fernsehstudio als “voll muttiviert”:

19:29 Uhr: Ob der SPD-Kanzlerkandidat diese Ratschläge berücksichtigen wird?

19:16 Uhr: Im Pressezentrum tummeln sich die ersten Gäste der Duellanten:

19:10 Uhr: Unser Korrespondent Arne Meyer-Fünffinger mit einer spannenden Programmankündigung für alle “Tatort”-Fans:

Die Königsdisziplin im Wahlkampf
18:53 Uhr: Angela Merkel ist eine TV-Duell-Gegnerin, an der sich Herausforderer die Zähne ausbeißen können. Drei erfolgreiche Schlachten hat sie hinter sich, heute Abend trifft sie auf Martin Schulz. Dabei mag Merkel solche Duelle eigentlich nicht, berichtet Angela Ulrich auf tagesschau.de.

Das TV-Duell als Großereignis
18:44 Uhr: Das Duell ist ein Großereignis – die Fernsehsender ARD, ZDF, RTL und ProSieben/Sat.1 rechnen mit ca. 20 Millionen Zuschauern. Auch im Netz spiegelt sich das wieder, wie die heutigen Google-Suchanfragen zeigen.

Der Bericht aus Berlin – jetzt live aus Berlin-Adlershof
18:30 Uhr:

Bericht aus Berlin um 18:30 Uhr live aus Adlershof
18:19 Uhr: Um 18:30 Uhr begrüßt Sie unsere Studioleiterin Tina Hassen zum Bericht aus Berlin, in dem es heute ausschließlich um das TV-Duell gehen wird. Sie können die Sendung auch hier im Blog als Livestream mitverfolgen.

Wahlkampf auch vor der Tür
18:15: Während sich drinnen Journalisten und Politiker auf das Duell vorbereiten, gibt es draußen Aktionen verschiedener Parteien. Die Grünen haben eine Plakattafel aufgestellt, die Junge Union heizt für Merkel ein:

Spott vor dem Duell
18:04: Die SPD hat Martin Schulz bereits heute Morgen zum Sieger des TV-Duelles erklärt – in einer Werbeanzeige auf Google. Dafür bekommt die Partei viel Spott.

18:00 Uhr: Herzlich Willkommen zu unserem Liveblog aus dem Pressezentrum in Berlin-Adlershof. Nebenan im Fernsehstudio beginnt um 20:15 das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz. Wir verfolgen das Geschehen von hier aus gemeinsam mit rund 700 weiteren Journalisten und prominenten Gästen mit.

Jetzt live – Merkel gegen Schulz

Livestream | tagesschau.de

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