Ausstellung über Vereine: Miteinander mit Tradition

Ausstellung in Bonn: Der Verein – Miteinander mit Tradition | tagesschau.de

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Stand: 05.09.2017 23:41 Uhr

Deutschland, ein Land der Vereine: Rund 600.000 gibt es bundesweit: Vom Sport über die Kultur bis hin zum Kaninchenzüchter. Die tagesthemen zeigen das breite Spektrum, das von bunter Geselligkeit bis hin zu religiöser Hingabe reicht.

Von Antraud Cordes-Strehle, WDR

Korrespondentin

Antraud Cordes-Strehle, WDR




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Trump stoppt „Dreamer“-Regelung – Kongress soll entscheiden

US-Präsident Trump hat ein zentrales Wahlversprechen umgesetzt und das vorläufige Bleiberecht für die „Dreamer“ abgeschafft. Das Schicksal der 800.000 jungen Einwanderer überlässt er nun dem Kongress. Dass der eine Lösung findet, ist aber unwahrscheinlich.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Für die mehr als 800.000 jungen Einwanderer ist die Entscheidung der Trump-Regierung ein Albtraum. Obwohl sie das Herkunftsland ihrer Eltern oft nur vom Hörensagen kennen und viele von ihnen längst in den USA studieren oder arbeiten, droht ihnen nun die Abschiebung. Viele von ihnen, die sich „Dreamer“ nennen, protestierten in mehreren US-Städten gegen die Entscheidung: „Stoppt die Deportation!“ riefen sie auch direkt vor dem Weißen Haus.

Präsident Donald Trump sah sich in einer Zwickmühle: Hätte er das vorläufige Aufenthaltsrecht für die „Dreamer“ verlängert, dann hätten mehrere republikanisch geführte Bundesstaaten dagegen geklagt. Und Trump hätte seine rechtspopulistische Wählerbasis enttäuscht. Deshalb ließ er die von vielen Amerikanern als herzlos empfundene Entscheidung durch seinen Justizminister Jeff Sessions verkünden: „Das Programm namens DACA, das von der Obama-Regierung in Kraft gesetzt wurde, wird rückgängig gemacht“, so Sessions.

Das „Dreamer“-Programm

Offiziell heißt das Programm, das 2012 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama eingeführt wurde, „Deferred Action for Childhood Arrivals“ (DACA). Einwanderer, die mit weniger als 16 Jahren ohne gültige Papiere in die USA gelangt sind, konnten damit eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis mit zwei Jahren Gültigkeit und der Möglichkeit der Verlängerung erhalten.

Dafür galten aber bestimmte Voraussetzungen. So durften sie z.B. nicht straffällig geworden sein, mussten zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als 31 Jahre sein und sich seit 2007 ununterbrochen in den USA aufgehalten haben.

Obama wollte Menschen, die im Kindesalter mit ihren Eltern illegal in die USA gekommen waren, eigentlich mit einem Gesetz schützen. Er scheiterte damit allerdings angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Der Gesetzesentwurf mit dem Namen „Dream Act“ blieb auf der Strecke, stattdessen erließ Obama seine Regelung per Dekret. Die Begünstigten erbten von dem Gesetzentwurf den Namen „Dreamer“ („Träumer“).

Humanitäre oder soziale Aspekte erwähnt Sessions nicht

Sessions begründete die Entscheidung mit überwiegend juristischen Argumenten und ließ die sozialen und humanitären Aspekte außen vor. Das von Barack Obama vor fünf Jahren eingesetzte vorläufige Bleiberecht für die „Dreamer“ bezeichnete Sessions als „verfassungswidrige Ausübung exekutiver Autorität“. Vor Gericht habe sie keine Chance auf Bestand.

Außerdem habe Obamas Regelung „Hunderttausenden Amerikanern die Aussicht auf Jobs weggenommen, indem diese Jobs an illegale Ausländer gingen“. Deshalb werde ab sofort kein neuer Antrag auf Schutz vor Abschiebung mehr geprüft, kündigte Trumps Justizminister an. Die US-Regierung werde das Bleiberecht für die Kinder illegaler Einwanderer Schritt für Schritt zurückfahren. Es sei denn, der Kongress beschließe bis zum Auslaufen der Regelung im März ein Gesetz, das den Betroffenen eine Perspektive in den USA gewährt.

Damit hat die Trump-Regierung die Verantwortung für das Schicksal der jungen Einwanderer an den Kongress weitergereicht. Schon kurz vor der Entscheidung hatte Trump in einer Twitter-Botschaft gewarnt: „Kongress, macht Euch bereit, Euren Job zu tun!“

To target hopeful young strivers who grew up here is wrong, because they’ve done nothing wrong. My statement: https://t.co/TCxZdld7L4

„Eine der grausamsten Entscheidungen eines Präsidenten“

Allerdings ist mehr als fraglich, ob es der republikanischen Mehrheit im Kongress gelingt, bis März ein Bleiberecht für die „Dreamer“ zu beschließen. Denn die Republikanische Partei ist in dieser Frage zutiefst gespalten. Die moderaten Republikaner und der Wirtschaftsflügel der Partei halten es für unmenschlich und wirtschaftsschädlich, junge Einwanderer, die den Großteil ihres Lebens in den USA verbracht haben, in Länder zurückzuschicken, die sie kaum kennen. Dagegen gibt es einen Hardliner-Flügel, der für eine restriktive Einwanderungspolitik eintritt.

In ersten Reaktionen äußerte der Sprecher des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan, die Hoffnung, „eine dauerhafte Lösung für jene zu finden, die nichts Rechtswidriges gemacht haben“. Der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders sprach von einer der „grausamsten Entscheidungen eines Präsidenten in der jüngeren Geschichte“.

Deutschlands Basketballer stehen im EM-Achtelfinale

Die deutschen Basketballer um NBA-Profi Dennis Schröder haben bei der EM das Achtelfinale erreicht. Die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) gewann am Dienstag (05.09.2017) in Tel Aviv/Israel nach einem starken Schlussviertel 61:55 (29:29) gegen Italien und steht damit erstmals seit 2007 wieder in der K.o.-Runde.

Schröder war gegen Italien einmal mehr Topscorer im DBB-Team, der Point Guard der Atlanta Hawks kam auf 17 Punkte. Zugleich feierte das vom NBA-Star angeführte Team nach den knappen Niederlagen bei der Heim-EM vor zwei Jahren endlich den ersten Sieg gegen eine Top-Nation bei einem großen Turnier. Gegen Italien war es erst der dritte Sieg im fünfzehnten EM-Duell.

Achtelfinaleinzug nach „Pizza-Vorbereitung“

„Die Jungs haben richtig geil gekämpft. Ich freue mich, dass wir gewonnen haben, wir sind sicher durch. Wahrscheinlich hat die Pizza-Vorbereitung gestern Abend geholfen“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. Dass die Mannschaft am Montagabend gemeinsam Pizza essen war, sei die perfekte Einstimmung gewesen: „Ich habe ihnen gesagt: Geht Pizza essen, dann könnt ihr schon mal versuchen, die Italiener zu vernaschen.“

Das deutsche Team zeigte zunächst keine Nachwirkungen der bitteren Niederlage gegen Israel, bei dem es einen 16 Punkte Vorsprung im Schlussabschnitt verspielte. Defensivspezialist Karsten Tadda versenkte zu Beginn gleich zwei Dreipunktewürfe und versuchte in der Verteidigung den italienischen Topstar Marco Belinelli zu bremsen.

Starke Defensive gegen Belinelli, Datome und Melli

Mit einem Tapeverband über den Schnittverletzungen an der angeschlagenen linken Hand aus der Partie gegen Israel startete Spielmacher Schröder ins Spiel. Früher als in den ersten drei Partien ging er Mitte des ersten Viertels beim Stand von 8:10 auf die Bank, die Ersatzspieler machten ihren Job aber wie schon zuvor bestens. Es entwickelte sich eine defensiv geprägte Partie gegen die von Ettore Messina gecoachte Squadra Azzurra. Der 57-Jährige agiert in der NBA bei den San Antonio Spurs als Assistent von Erfolgstrainer Gregg Popovich, der das Spiel in Tel Aviv ebenso verfolgte wie Mike Budenholzer, Schröders Coach aus Atlanta.

NBA-Neuling Daniel Theis bestätigte seinen Formanstieg bei diesem Turnier, sorgte mit einem Dreier und anschließenden Freiwurf zum 24:19 für die höchste deutsche Führung der ersten Halbzeit. Aber vor allem das Star-Trio Belinelli, Luigi Datome und der frühere Bamberger Nicolo Melli hielten Italien im Spiel.

Voigtmann offensiv überragend

Vor der Pause sorgte Schröder mit unbändigem Willen und Zug zum Korb für den 29:29-Ausgleich – in die zweite Halbzeit startete der Aufbauspieler der Atlanta Hawks ohne Verband an der Hand. Gegen die starke italienische Verteidigung tat er sich aber weiter schwer – Melli blockte seinen Korblegerversuch, anschließend verlor er zum fünften Mal den Ball.

Offensiv überzeugte vor allem Voigtmann, erzielte mit einem der seltenen erfolgreichen Dreier das 41:37 kurz vor Ende des dritten Viertels. Auch im Schlussabschnitt hielt das DBB-Team die Intensität in der Verteidigung hoch, bei Italien lief kaum noch etwas zusammen – langsam aber sicher zog das deutsche Team davon. Mit einem getroffenen Sprungwurf sorgte Schröder beim 56:47 bereits drei Minuten vor Ende für die Vorentscheidung.

Bundestrainer Chris Fleming lobte seinen angeschlagenen Leader im Anschluss für dessen Einsatz in der Schlussphase: „Jetzt hat er ein paar Stunden, um sich zu regenerieren.“ Doch der Schlüssel zum Erfolg gegen den bisherigen „Angstgegner“ lag in der starken Verteidigung, unterstrich auch Kapitän Robin Benzing: „Wenn wir so eine Defense spielen, sind wir schwer zu schlagen. Natürlich wollen wir jetzt auch den Gruppensieg.“

Endspiel um den Gruppensieg gegen Litauen

Nach ihrem dritten Erfolg in vier Spielen ist der Mannschaft von Chris Fleming in der Sechsergruppe B ein Platz unter den ersten Vier sicher. Mit einem weiteren Sieg am Mittwoch (13.45 Uhr) gegen Litauen wäre sogar der Gruppensieg perfekt. „Jetzt haben wir noch das Endspiel in der Gruppe, wir schauen mal, wie wir das hinkriegen“, freute sich Verbandspräsident Weiss.

Unabhängig davon tritt das DBB-Team, das 2013 und 2015 jeweils in der Vorrunde gescheitert war, nun am Samstag in Istanbul/Türkei zum Achtelfinale an. Vor zehn Jahren waren Superstar Dirk Nowitzki und Co. im bislang letzten K.o.-Spiel bei einer EM im Viertelfinale an Spanien gescheitert.

Nordkorea kündigt umstrittenen Pachtvertrag für Berliner Hostel

Berlin: Nordkorea kündigt Pachtvertrag für Hostel | tagesschau.de

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Stand: 05.09.2017 20:00 Uhr

In Berlin hat ein Hostel seit Jahren Geld in Kim Jong Uns Kassen gespült – es liegt auf nordkoreanischem Botschaftsgelände. Das war wegen der Sanktionen gegen Nordkorea illegal. Nun hat die Botschaft den Pachtvertrag gekündigt, weil das Auswärtige Amt Druck gemacht hatte.

Nach dem Streit um die Verpachtung eines Hostels durch die nordkoreanische Vertretung in Berlin hat die Botschaft nun die Mietverträge mit den Betreibern gekündigt. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es dazu, dies sei ein weiterer Schritt, um eine sanktionswidrige Praxis zu beenden.

Seit Jahren vermietet

Die nordkoreanische Botschaft vermietet in Berlin seit Jahren große Teile ihres noch aus DDR-Zeiten stammenden Geländes. Allein das Cityhostel Berlin in bester Innenstadtlage soll Pjöngjang monatlich 38.000 Euro zahlen.

Seit der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea nach einem Atomtest im November 2016 verschärft hat, sind solche Aktivitäten aber illegal. Bereits im November 2016 untersagte der Rat nach dem fünften Atomtest des Regimes per Resolution Vermietungsgeschäfte wie in Berlin.

Weltweit spielen die Botschaften des stalinistisch geführten Landes und dessen Diplomaten eine entscheidende Rolle, um die Finanzsanktionen zu unterlaufen. Die mit ihrer Hilfe erwirtschafteten Devisen werden nach Überzeugung von Experten dazu genutzt, verbotene Technologien und Luxusgüter einzukaufen sowie den Betrieb der Botschaften selbst zu finanzieren.

Mieteinnahmen jahrelang nicht versteuert

Die Mieteinnahmen für das Hostel sowie ein Kongresszentrum auf dem Berliner Botschaftsgelände soll Nordkorea nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ zudem jahrelang nicht versteuert haben. Das kommunistische Regime schuldet dem Land Berlin deshalb angeblich Steuern von rund zehn Millionen Euro.

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Maulwurf-Prozess: Ex-Verfassungsschützer gesteht

Vor dem Landgericht Düsseldorf hat am Dienstag (05.09.2017) der Prozess gegen einen mutmaßlichen islamistischen Maulwurf beim Bundesverfassungsschutz begonnen.

Der 52-Jährige war Mitte November aufgeflogen. Da wurde der Mann, der ohne Wissen seiner Familie zum Islam konvertiert war, von einem verdeckt arbeitenden Verfassungsschützer enttarnt. Ihm hatte der Angeklagte in einem Facebook-Chat mitgeteilt, er sei beim Verfassungsschutz und plane einen Anschlag auf dessen Kölner Zentrale.

Doch in diesem Punkt reichten den Richtern die Beweise nicht. Sie ließen daher nur die Anklage wegen versuchten Geheimnisverrats zu. Das Urteil soll Mitte Oktober fallen.


Stand: 05.09.2017, 17:25

Trump kippt Schutzprogramm für junge Einwanderer

Obama-Programm gekippt: Trump will „Dreamer“ abschieben | tagesschau.de

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Stand: 05.09.2017 18:10 Uhr

Es geht um 800.000 Menschen in den USA – Töchter und Söhne illegaler Einwanderer. Durch das „Dreamer“-Programm des früheren Präsidenten Obama waren sie vor Abschiebung geschützt. Obamas Nachfolger Trump kündigte das Programm nun auf.

US-Präsident Donald Trump kippt – wie im Wahlkampf angekündigt – das „Dreamer“-Programm seines Vorgängers Barack Obama. Durch dieses Programm waren Hunderttausende Kinder illegaler Einwanderer vor Abschiebung geschützt. Trump überließ es seinem Justizminister Jeff Sessions, die Entscheidung zu verkünden.

Das Programm sei verfassungswidrig, sagte Sessions. Das Gesetz müsse aufrechterhalten und beachtet werden. Das Programm soll nun Schritt für Schritt auslaufen. Diejenigen, die bereits den „Dreamer“-Schutzstatus genießen, sollen für sechs Monate verschont bleiben. Bis dahin hat der Kongress Zeit, eine gesetzliche Regelung für die Betroffenen zu finden.

Das „Dreamer“-Programm

Offiziell heißt das Programm, das 2012 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama eingeführt wurde, „Deferred Action for Childhood Arrivals“ (DACA). Einwanderer, die mit weniger als 16 Jahren ohne gültige Papiere in die USA gelangt sind, konnten damit eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis mit zwei Jahren Gültigkeit und der Möglichkeit der Verlängerung erhalten.

Dafür galten aber bestimmte Voraussetzungen. So durften sie z.B. nicht straffällig geworden sein, mussten zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als 31 Jahre sein und sich seit 2007 ununterbrochen in den USA aufgehalten haben.

Obama wollte Menschen, die im Kindesalter mit ihren Eltern illegal in die USA gekommen waren, eigentlich mit einem Gesetz schützen. Er scheiterte damit allerdings angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Der Gesetzesentwurf mit dem Namen „Dream Act“ blieb auf der Strecke, stattdessen erließ Obama seine Regelung per Dekret. Die Begünstigten erbten von dem Gesetzentwurf den Namen „Dreamer“ („Träumer“).

Mehrere Bundesstaaten haben bereits Klage angekündigt

Es geht um etwa 800.000 Menschen, von denen viele im Kindesalter von ihren Eltern in die USA gebracht wurden. Obama hatte sie im Jahr 2012 mit einem Dekret geschützt. Trump argumentiert nun, damit habe der Präsident damals seine Kompetenzen überschritten. Sessions sagte, die „Dreamers“ hätten Amerikanern die Arbeit weggenommen.

Maßnahmen gegen Einwanderer kommen bei Trumps Anhängern sehr gut an. Im Rest des Landes und auch bei den Spitzen der Republikaner und der Wirtschaft ist Trumps Entscheidung äußerst unpopulär. Mehrere Bundesstaaten haben bereits angekündigt, im Falle einer Abschaffung des „Dreamer“-Programms vor Gericht zu ziehen.

Aus dem Archiv




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Putin plädiert für Blauhelm-Einsatz in Ostukraine

Seit 2014 kämpfen in der Ostukraine Regierungstruppen gegen Separatisten, hinter denen sich die russische Militärmacht verbirgt. Nun will Kremlchef Putin, dass UN-Blauhelmsoldaten gemeinsam mit OSZE-Beobachtern den Waffenstillstand sichern. Kiew ist skeptisch.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine UN-Resolution für Friedenstruppen im Kriegsgebiet Ostukraine angekündigt. Die Tuppen sollten die unbewaffnete Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schützen, sagte Putin.

Die Blauhelme sollten nur entlang der Front eingesetzt werden, nicht im ganzen Separatistengebiet. Außerdem müsse der Einsatz mit den sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk abgesprochen werden, forderte Putin der Agentur Interfax zufolge.

Ablehnung in der Ukraine

Diese Bedingungen stoßen in der Ukraine aber auf Ablehnung. Das Land verlangt zwar seit längerem eine internationale Aufsicht über das gesamte Konfliktgebiet einschließlich der offenen Grenze zu Russland. Eine Blauhelm-Mission im Donbass sei aber nur möglich, wenn ihr keine russischen Soldaten angehören, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Kiew will auch nicht mit den Separatisten reden und sieht die von ihnen kontrollierten Teile der Gebiete Donezk und Luhansk als russisch besetzt an.

Putin versuche erneut, Moskaus Rolle als Konfliktpartei zu verschleiern und den Krieg als innerukrainischen Konflikt darzustellen, hieß es im ukrainischen Außenministerium: „Jede internationale Friedensmission setzt den Abzug der Besatzungsstreitkräfte und Söldner und ihrer Waffen vom Territorium der Ukraine und eine zuverlässige Kontrolle der ukrainisch-russischen Grenze voraus.“

Gabriel „ausgesprochen froh“

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zeigte sich in Berlin „ausgesprochen froh darüber“, dass es von Putin dieses „erste Signal, ein – wie ich glaube – überraschendes Signal gegeben“ habe. Putin habe „mit dem Angebot einer Blauhelmmission in der Ost-Ukraine einen Wandel in seiner Politik wahrgenommen, den wir jetzt nicht leichtfertig verspielen dürfen“, fügte er hinzu.

Putin habe sich bereit erklärt, über eine Forderung weiter zu beraten, „die in der Vergangenheit durch Russland abgelehnt wurde“, sagte Gabriel. UN-Soldaten könnten „zur Durchsetzung des Waffenstillstandes“ eingesetzt werden, wie es die Ukraine und westliche Staaten lange Zeit gefordert hätten. Es komme darauf an, Putin „jetzt beim Wort zu nehmen“ und „sehr schnell“ über die Frage zu verhandeln.

Mit der Einigung auf eine Blauhelm-Mission würde dann ein „erster großer Schritt“ zum Abbau von Sanktionen gegenüber Russland ermöglicht, sagte Gabriel. Damit wäre es möglich, „in eine neue Phase der Entspannungspolitik mit Russland“ einzutreten.

Mehr zum Thema

Konflikt seit 2014

Im Osten der Ex-Sowjetrepublik kämpfen Regierungstruppen seit 2014 gegen Separatisten, hinter denen sich die russische Militärmacht verbirgt. Der Krieg im Kohlerevier Donbass hat nach UN-Angaben bisher mehr als 10.000 Menschen das Leben gekostet.

Über dieses Thema berichtet die tagesschau am 05. September 2017 um 20:00 Uhr.

Böhmermann droht Merkel laut Medienbericht mit Klage

Der juristische Streit um das Erdogan-„Schmähgedicht“ des ZDF-Moderators Böhmermann dauert schon mehr als ein Jahr. Nun gibt es eine völlig neue Wendung: Laut einem Medienbericht droht Böhmermann Kanzlerin Merkel mit einer Klage – wegen ihrer Kritik an dem „Gedicht“.

Der ZDF-Moderator Jan Böhmermann droht Bundeskanzlerin Angela Merkel laut einem Bericht der Zeitung „Tagesspiegel“ mit einer Klage, sollte sie ihre öffentliche Bewertung seines umstrittenen „Schmähgedichts“ nicht zurücknehmen.

In einem Schreiben seines Rechtsanwalts Christian Schertz werfe Böhmermann Merkel vor, sie habe mit ihrer Kritik an seinem Auftritt eine juristische Bewertung des Werkes vorgenommen, „die einer Vorverurteilung gleichkommt“, schreibt die Zeitung.

Böhmermann hatte unter dem Titel „Schmähkritik“ in seiner ZDF-Satiresendung Ende März 2016 teils wüste Beschimpfungen gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgetragen und ihm unter anderem Sex mit Tieren unterstellt. Zur Begründung stellte der Moderator seinem Auftritt voran, er wolle den Unterschied zwischen erlaubter Satire und in Deutschland verbotener Schmähkritik erklären.

Anwalt: Merkel verletzt Grundsatz der Gewaltenteilung

Merkel hatte die Satire unmittelbar nach der Sendung als „bewusst verletzend“ bezeichnet. Dieses Verhalten sei rechtswidrig gewesen, da Merkel für eine solche Einordnung nicht zuständig gewesen und damals bereits ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Böhmermann wegen Beleidigung eingeleitet gewesen sei, argumentiert laut dem Bericht nun Böhmermanns Anwalt.

In dem Schreiben halte er Merkel vor, sie habe den Grundsatz der Gewaltenteilung verletzt, schreibt der „Tagesspiegel“. Die Kanzlerin habe sich als „höchste Vertreterin der Exekutive“ zu dieser Rechtsfrage öffentlich geäußert „und damit erhebliche Folgen ausgelöst“.

Beide Seiten hatten Berufung eingelegt

Schon Mitte Juli war bekanntgeworden, dass die juristische Auseinandersetzung um das Gedicht andauert. Erdogans Kölner Anwalt Mustafa Kaplan hatte Berufung gegen eine Entscheidung des Landgerichts Hamburg eingelegt, das Böhmermanns Gedicht in weiten Teilen, aber nicht komplett verboten hatte. Böhmermanns Anwalt Schertz hatte seinerseits bereits im März Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Das Landgericht hatte dem ZDF-Moderator im Februar untersagt, weite Teile des Gedichtes zu wiederholen. Von 24 Versen darf Böhmermann nur noch sechs vortragen. Die strittigen Passagen berührten das allgemeine Persönlichkeitsrecht Erdogans im Kernbereich, hieß es zur Begründung.

Türkei: Hinweise verschärft – aber weiterhin keine Reisewarnung

Nach Festnahmen in Antalya: Weiter keine Reisewarnung für Türkei | tagesschau.de

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Stand: 05.09.2017 16:33 Uhr

Nach den jüngsten Festnahmen in der Türkei hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für das Land verschärft. Eine formelle Reisewarnung gibt es aber weiterhin nicht. Außenminister Gabriel sagte, man könne keinem Touristen die Entscheidung für oder gegen eine Reise abnehmen.

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für die Türkei weiter verschärft. Es würden nun die Gefahren beschrieben, die sogar an touristischen Orten wie Antalya drohten, sagte Außenminister Sigmar Gabriel.

Die Menschen müssten prüfen, ob sie in die Türkei reisen könnten oder nicht. Man könne aber letztlich keinem Touristen diese Entscheidung abnehmen, erklärte der SPD-Politiker. „Die Fälle, die wir jetzt gesehen haben, zeigen eben, dass es doch immer wieder sein kann, dass jemand als Verdächtiger gilt, der Gülen-Bewegung anzugehören oder sie zu unterstützen. Und dann sofort in die Mühlen der Polizei und der Justiz in der Türkei geraten kann.“

Diskussion über Verschärfung des Kurses

Am Donnerstag war ein deutsches Ehepaar mit türkischen Wurzeln am Flughafen von Antalya festgenommen worden. Ihr Rechtsanwalt hatte dem Auswärtigen Amt gestern mitgeteilt, dass die Frau ohne Auflagen wieder auf freiem Fuß gekommen sei.

In Deutschland hatte der Fall eine Diskussion über eine weitere Verschärfung des Kurses gegenüber der Türkei ausgelöst. Merkel hatte beim TV-Duell mit SPD-Herausforderer Martin Schulz am Sonntag „klare Kante“ gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angekündigt und eine Prüfung „stärkerer Reisewarnungen“ in Aussicht gestellt.

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. September 2017 um 16:45 Uhr.

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WhatsApp: Dienst soll für Firmen kostenpflichtig werden

WhatsApp: Für Firmen künftig kostenpflichtig | tagesschau.de

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Stand: 05.09.2017 16:31 Uhr

Es wäre ein Bruch mit Facebooks Geschäftsmodell, Dienste über Werbung zu finanzieren: Wollen Firmen die Facebook-Tochter WhatsApp im Kundendienst nutzen, sollen sie in Zukunft dafür zahlen. WhatsApp hat mehr als eine Milliarde Nutzer.

WhatsApp will von Unternehmen künftig Geld verlangen, wenn sie Facebooks Kurzmitteilungsdienst für die Kommunikation mit ihren Kunden nutzen. Das sagte der für das operative Geschäft zuständige WhatsApp-Manager Matt Idema dem „Wall Street Journal“.

Der Schritt wäre eine Abkehr von Facebooks typischem Geschäftsmodell, seine Dienste über Werbung zu finanzieren. WhatsApp-Mitgründer Jan Koum hatte auch nach der Übernahme durch Facebook stets betont, dass der Service werbefrei bleiben solle. WhatsApp hat mehr als eine Milliarde Nutzer. „Wir wollen eine Grundlage dafür schaffen, damit Menschen Unternehmen Kurzmitteilungen schicken können und die Antworten, die sie wollen, bekommen“, sagte Idema der Zeitung. „Wir haben vor, dafür von Unternehmen in der Zukunft Geld zu verlangen.“ Bisher wurden Firmen testweise kostenlose Dienste für den Kontakt zu Kunden angeboten.

Chatbots für Kundendienst

Das Online-Netzwerk bietet bei seinem zweiten Kurzmitteilungsdienst, dem Facebook Messenger, ebenfalls die Möglichkeit für Unternehmen, mit ihren Kunden zu kommunizieren. Dort soll das Geld aber mit Werbung verdient werden. Messenger-Chef David Marcus will außerdem automatisierte Chatbots für den Kundendienst auf der Plattform etablieren.

Facebook hatte WhatsApp im Jahr 2014 für rund 22 Milliarden Dollar übernommen. Zuletzt gab es Kontroversen mit Datenschützern über einen Austausch von Nutzerdaten zwischen WhatsApp und Facebook, in Europa liegen die Pläne auf Eis.

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