Keine Mehrheit für Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit Türkei

Die Bundesregierung steht mit ihrer Forderung nach Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei fast allein da. Nur Österreich ist offen dafür. Andere EU-Staaten sprachen sich beim Außenministertreffen in Tallinn dagegen aus.

In der EU gibt es keine Mehrheit für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Unter anderem Finnland und Litauen sprachen sich beim EU-Außenministertreffen in Tallinn dagegen aus.

Der estnische Außenminister Sven Mikser sagte als Vertreter der aktuellen EU-Ratspräsidentschaft, er erwarte in diesem Jahr keine Entscheidung mehr. Erst Anfang 2018 solle es eine Einschätzung der EU-Kommission geben, “ob und zu welchem Grad die Türkei” weiter die Kriterien für die Beitrittsverhandlungen erfülle. EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn kündigte den entsprechenden Bericht “spätestens” für das Frühjahr 2018 an.

Verstärkt wurde die Debatte dazu durch die Neupositionierung der Bundesregierung. Kanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag im Wahlkampf-Duell mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz angekündigt, beim nächsten EU-Gipfeltreffen darüber beraten zu wollen. Schulz hatte sich ebenfalls für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen ausgesprochen.

Außenminister Sigmar Gabriel rechtfertigte in Tallinn diese Position: “In dem Moment, wo die Türkei 680 deutsche Unternehmen verdächtigt, Terroristen zu unterstützen, deutsche Staatsbürger in Haft genommen werden, gibt es irgendwann einen Punkt, wo wir sagen müssen, das ist eine Politik, mit der wir nicht einfach so weitermachen können, als wäre nichts gewesen”, sagte der SPD-Politiker. “Nicht wir entfernen uns von der Türkei, sondern die türkische Regierung entfernt die Türkei von Europa.”

Verhandlungen “de facto” schon gestoppt

“Wir wissen, dass es Probleme mit Menschenrechten in der Türkei gibt”, sagte Finnlands Außenminister Timo Soini. “Aber ich bin nicht dafür, die Verhandlungen zu stoppen.” Dialog mit Ankara sei der beste Weg, um mit Problemen umzugehen.

“Wir sollten den Prozess fortsetzen – es ist nicht einfach, aber wir müssen zu Vereinbarungen stehen”, sagte Litauens Außenminister Linas Linkevicius.

Belgiens Minister Didier Reynders sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. “De facto” seien die Verhandlungen schon “gestoppt” und “eingefroren”. “Es kommt nicht in Frage, irgendetwas anderes ins Auge zu fassen.”

Kurz begrüßt “Meinungsschwenk”

Allein Österreich sprach sich bislang offen für einen Abbruch der Verhandlungen mit der Türkei aus.

In Tallinn sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz, er sei froh, “dass es jetzt auch bei Martin Schulz und Sigmar Gabriel und anderen” einen “Meinungsschwenk” gebe.

Als Argument gegen einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen gelten die möglichen Auswirkungen auf das EU-Türkei-Abkommen, das helfen soll, die Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, zu reduzieren.

Zudem wird das Risiko gesehen, dass ein Verhandlungsabbruch die Gespräche über die Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel Zypern gefährdet. Sie ist bis heute in einen EU-Teil und in einen international nicht anerkannten türkischen Teil gespalten. Gabriel hatte früher auch wiederholt davor gewarnt, dass sich die Türkei durch einen Verhandlungsabbruch weiter Russland annähern könnte.

Als Alternative für den Abbruch der Gespräche können sich Österreich und Deutschland auch für eine Aussetzung einsetzen. Dafür ist keine einstimmige Entscheidung nötig, es würde genügen, wenn sich 16 der 28 Länder anschließen.

Pläne für Verteidigungsunion kommen voran

Voran kommen die Pläne für eine europäische Verteidigungsunion. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini wird bis Ende des Jahres das neue System für eine ständige strukturierte Zusammenarbeit (Pesco) in der Sicherheitspolitik starten können. Eine sehr große Mehrheit der Mitgliedstaaten, wenn nicht alle, wollten sich beteiligen, sagte Mogherini nach einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Tallinn.

“Wir haben Quantensprünge nach vorne gemacht in diesem einen Jahr.” Nach “ganz viel Skepsis” sei nun der Wille zu spüren, sich europäisch besser aufzustellen. “Das ist ein ganz anderer Geist”, sagte sie.

Über Pesco können sich demnächst interessierte Staaten freiwillig verpflichten, in der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU (GSVP) voranzuschreiten und ausgesuchte Projekte gemeinsam umzusetzen. Das könnten zum Beispiel die Weiterentwicklung der bislang nie eingesetzten EU-Kampftruppe (Battlegroup) oder der Aufbau eines europäischen Sanitätskommandos sein.

Als ein Grund für die schnellen Fortschritte beim Aufbau der Verteidigungsunion gilt die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Der Republikaner fordert von den Europäern ein deutlich stärkeres Engagement in diesem Bereich. So wird in der EU die Notwendigkeit gesehen, in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik unabhängiger von den USA zu werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. September 2017 um 16:00 Uhr.

Wie werden Entwicklungshilfedarlehen in der ODA-Statistik der OECD künftig erfasst?

Entwicklungspolitik Kompakt

Spätestens seit der UN-Konferenz von Addis Abeba (2015) zur Finanzierung der Sustainable Development Goals (SDG) hat sich international die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch zinsgünstige („konzessionäre“) Darlehen ein wichtiges Instrument der Entwicklungsfinanzierung sind: Ihre Konditionen können sehr flexibel an die Leistungsfähigkeit von Ländern und die Wirtschaftlichkeit von Projekten angepasst werden und damit die große Lücke zwischen reinen Zuschüssen (für die ärmsten Länder) und reinen Marktmitteln (für sehr fortgeschrittene Länder) überbrücken. Mit der 2018 in Kraft tretenden Reform der Entwicklungshilfestatistik (ODA) der OECD wird diesem Bedeutungszuwachs von Entwicklungshilfedarlehen Rechnung getragen.

Die aktuelle Ausgabe von Entwicklungspolitik Kompakt erläutert, was sich konkret hinsichtlich der ODA-Anrechnung von Entwicklungshilfedarlehen ab 2018 ändern wird.

Wie werden Entwicklungshilfedarlehen in der ODA-Statistik der OECD künftig erfasst?

Sicherheitslücken bei Wahlsoftware entdeckt

Bei dem Computerprogramm für die Bundestagswahl sind Mängel festgestellt worden. Ergebnisse könnten gefälscht werden. Jetzt hat der Bundeswahlleiter erste Schritte eingeleitet, um das Problem zu beheben.

Sicherheitsforscher haben gravierende Mängel in einer Software gefunden, mit der in etlichen Kommunen die Wahlergebnisse der Bundestagswahl zusammengetragen werden. Nach den Untersuchungen eines Informatikers aus Darmstadt und des Chaos Computer Clubs klaffen in dem Programm “PC Wahl” etliche Sicherheitslücken, wie “Zeit Online” und die Wochenzeitung “Die Zeit” berichteten.

So sei die Übertragung der korrekten Wahldaten aus den Gemeinden an den Wahlleiter nicht abgesichert gewesen – weder durch eine Verschlüsselung noch durch eine wirksame Authentifizierung. Dem Bericht zufolge sei es auch möglich gewesen, den Kommunen eine infizierte Version des Programms unterzuschieben, weil Nutzer die Zugangsdaten für einen geschützten Support-Bereich für die Gemeinden im Netz hätten finden können.

“Hätte nie eingesetzt werden dürfen”

Das Programm selbst sei aber so schlecht, dass es “nie hätte eingesetzt werden dürfen”, sagte Linus Neumann vom Chaos Computer Clubs. In der Software werde “keine richtige Verschlüsselung, sondern nur eine Maskierung” verwendet. Jeder, der Zugriff auf das Programm habe und die Verschlüsselung brechen könne, bekomme damit auch Zugriff auf die Passwörter und könnte so manipulierte Wahldaten weiterschicken.

Die Software-Probleme sollen rechtzeitig behoben werden – dafür will der Bundeswahlleiter sorgen. Ein Sprecher der Behörde in Wiesbaden erklärte, dass das Programm jetzt ein Update bekommen solle. Außerdem könnten “verpflichtende Telefonketten” genutzt werden, mit denen die Ergebnisse parallel zur elektronischen Übermittlung weitergeleitet werden. Der Bundeswahlleiter erklärte, dass er notfalls auch auf den Einsatz der Software verzichten könne.


Bei der Bundestagswahl werden die Stimmen noch analog mit Stift und Papier abgegeben. Doch bei der Übermittlung der Ergebnisse an die Wahlleiter kommen Computer zum Einsatz. Das Programm wird in etlichen Kommunen eingesetzt, um die Wahlergebnisse der Bundestagswahl zusammenzutragen und an den Landeswahlleiter zu übermitteln.

“Ernstes Problem”

Ein Sprecher des Bundeswahlleiters sprach von einem «ernsten Problem», das schon vor Wochen bekannt geworden sei. Der Hersteller habe in der Zwischenzeit etliche Updates der Software nachgeliefert, um Lücken zu schließen. Die Landeswahlleiter seien nun aufgefordert worden, die Übermittlung der korrekten Wahldaten zusätzlich abzusichern. Die Ermittlung des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses sei von den Sicherheitslücken aber nie betroffenen gewesen, weil dort andere Übertragungswege gewählt würden.

Stimmzettel können zur Not neu ausgezählt werden

Eine echte Manipulation der Wahlergebnisse durch eine Analyse-Software wie PC-Wahl gilt unter Experten als einigermaßen unwahrscheinlich. Wenn das Ergebnis eines Wahlkreises oder sogar eines Bundeslandes angezweifelt wird, können die Stimmzettel neu ausgezählt werden. Bei Wahlcomputern, die beispielsweise in den Niederlanden zum Einsatz kommen, haben Fachleute immer wieder auf die Gefahr einer echten Wahlmanipulation hingewiesen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. September 2017 um 15:00 Uhr.

Facebook: Mehr Transparenz im Schatten-Wahlkampf

Facebook-Anzeigen : Mehr Transparenz im Schatten-Wahlkampf | faktenfinder.tagesschau.de

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Stand: 07.09.2017 16:07 Uhr

Bei Facebook können Parteien gezielt Werbung schalten und damit Wählerstimmen ködern, unbeobachtet von der breiten Öffentlichkeit. Eine Browser-Erweiterung soll nun mehr Transparenz schaffen – mit Hilfe der Nutzer.

Von Stefanie Dodt* und Jan Lukas Strozyk, NDR

Wahlkampf ist längst mehr als Plakate, Hände schütteln und TV-Duelle: Der digitale Wahlkampf wird immer entscheidender. Vor allem in sozialen Netzwerken gehen die Parteien in die Offensive. Der Unterschied zur Wahlwerbung auf Plakatwänden und Flugblättern ist, dass auf Facebook und Co. bestimmte Nutzergruppen direkt angesprochen werden können.

Eine bislang versteckte Wahlkampfbühne. Wie die deutschen Parteien soziale Medien vor der Bundestagswahl für sich zu nutzen versuchen, das möchte die amerikanische Nonprofit-Rechercheorganisation ProPublica mit dem Projekt “Political Ad Collector” sichtbar machen. “Wir wollen Transparenz in den digitalen Wahlkampf bringen”, erklärt Projektinitiatorin Julia Angwin von ProPublica.

Tagesschau.de wird das Projekt begleiten und mögliche Fälle analysieren. ProPublica arbeitet zudem im Rahmen von “Political Ad Collector” mit Süddeutsche.de und Spiegel Online als Medienpartnern zusammen.

Datenbank politischer Werbeanzeigen

Die Idee hinter dem “Political Ad Collector” ist, dass Facebook-Nutzer sich freiwillig daran beteiligen, eine Datenbank politischer Werbeanzeigen zu erstellen. Dazu installieren sich die Nutzer eine Browser-Erweiterung. Diese Erweiterung sammelt dann anonym die Facebook-Werbung, die dem jeweiligen Nutzer angezeigt wird.

Gleichzeitig hat der Nutzer die Möglichkeit, sich über eine Schaltfläche in der Erweiterung anzeigen zu lassen, welche Werbung ihm nicht angezeigt wird – weil er der Partei zu alt, zu jung, zu süddeutsch, zu norddeutsch, zu konservativ oder zu liberal ist, oder weil ein anderer Parameter nicht in die Kampagne passt.

“Die Nutzer können so vergleichen: Sagen Kandidaten in verschiedenen Regionen verschiedene Dinge in ihrer Wahlwerbung? Sagen sie die Wahrheit? Solange dieser Teil der Wahlkampagne unsichtbar ist, müssen sich die Politiker auch nicht für die Inhalte rechtfertigen”, so Angwin.

Anonymer Einfluss?

Gleichzeitig könnte der “Political Ad Collector” dabei helfen, Kampagnen aufzudecken, die abseits der offiziellen Parteienwerbung geschaltet werden. Immer wieder gibt es Anzeigen oder andere Formen der Werbung, die eindeutig eine bestimmte politische Strömung unterstützen, aber von keiner Partei direkt bezahlt werden. Unterstützer versuchen damit anonym Einfluss auf den Wahlkampf zu nehmen.

Politische Anzeigen auf Facebook sind außerdem nicht für jeden sichtbar. Das ist, zumindest bei Werbung, die von Parteien geschaltet wird, ein großes Problem: Das Geld für diese Anzeigen stammt teilweise aus Steuermitteln, denn Parteien werden in Sachen Wahlkampf-Ausgaben vom Steuerzahler subventioniert.

Die Allgemeinheit bezahlt also auch für Anzeigen, die nur ein kleiner Teil jemals zu Gesicht bekommen kann. Eine öffentliche Kontrolle darüber, wie die Steuermittel in diesem Fall konkret verwendet werden, ist damit kaum möglich – genausowenig wie eine öffentliche Debatte über die Inhalte der Anzeigen, anders als etwa bei Wahlplakaten.

Nutzer können das Projekt unterstützen

Damit die Daten der politischen Facebook-Werbung gesammelt und öffentlich zugänglich gemacht werden können, braucht es die Teilnahme möglichst vieler Facebook-Nutzer. Wie Sie mithelfen können die Datenbank zu füllen und gleichzeitig herausfinden, welche Facebook-Anzeigen nur anderen angezeigt werden, lesen Sie hier:

So funktioniert der “Political Ad Collector”

Um an dem Projekt von ProPublica teilzunehmen, installieren sich Nutzer die Browser-Erweiterung “Political Ad Collector” (für Chrome hier klicken / in Arbeit ist zudem eine Version für Firefox, die demnächst veröffentlicht werden soll). Sie prüft bei jedem Aufruf einer Facebook-Seite, welche Werbeanzeigen dem Nutzer eingeblendet werden. Mit Hilfe der Nutzer werden die Anzeigen in politische oder unpolitische Werbung kategorisiert.

Politische Anzeigen speichert ProPublica auf einem eigenen Server. So können Parteien die Anzeige im Nachhinein nicht mehr löschen. Gleichzeitig übermittelt die Erweiterung die Parameter, die dazu geführt haben, dass Facebook ausgerechnet diesem Nutzer diese Anzeige ausgespielt hat. Über einen Button kann sich der Nutzer zudem über die Erweiterung auch politische Werbung anzeigen lassen, die Facebook ihm nicht zeigt.

Diese Daten werden erhoben:
ProPublica speichert und übermittelt keine personenbezogenen Daten. Eine Identifizierung des einzelnen Nutzers ist nicht möglich. Der Quellcode der Erweiterung “Political Ad Collector” ist für jeden einsehbar. Die gesammelten anonymen Werbe-Daten werden im Laufe des Projekts der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Erweiterung entspricht der Europäischen Datenschutzverordnung und sammelt keine personenbezogenen Daten.  

*Stefanie Dodt ist Reporterin und Autorin im NDR Ressort Investigation mit Standort in New York. Sie ist im September Stipendiatin des Arthur Burns Fellowships mit Station bei ProPublica.

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Hurrikan “Irma”: TUI warnt vor Karibik-Reisen

Gefahr durch Hurrikan “Irma”: TUI warnt vor Karibik-Reisen | tagesschau.de

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Stand: 07.09.2017 15:56 Uhr

Der Reisekonzern TUI rät deutschen Urlaubern, Reisepläne für die Karibik zu überdenken. Alle Flüge der Partner-Airlines wurden verschoben. Kunden können Reisen auf die Bahamas, nach Kuba, Florida und in die Dominikanische Republik stornieren oder umbuchen.

Die Deutschlandtochter des weltgrößten Reisekonzerns TUI rät ihren Kunden aktuell von Reisen in die vom Hurrikan “Irma” bedrohten Gebiete ab. Von den Partner-Airlines seien heute alle Flüge in die Dominikanische Republik um 24 Stunden und alle Flüge nach Kuba um 48 Stunden verschoben worden, sagte TUI-Deutschland-Sprecher Mario Köpers. Es gebe aber bisher keine Flugstreichungen wegen des Tropensturms.

Kostenlose Umbuchungen und Stornierungen

Hurricane watches will likely be issued for parts of FL today. TS winds expected to arrive in south FL and the Keys on Saturday #Irma https://t.co/l6WkxYet6P

Der Reiseveranstalter verlängerte nach eigenen Angaben die Frist für kostenlose Umbuchungen und Stornierungen für die Dominikanische Republik, Kuba und die Bahamas für alle Anreisen bis einschließlich kommenden Sonntag, 10. September.

Florida-Urlauber können mit einem Anreisetermin bis zum kommenden Dienstag, 12. September kostenlos zurücktreten. Die meisten Kunden folgten den Empfehlungen des Konzerns, sagte Köpers.

Der Hurrikan “Irma” hat in der Karibik schwerste Verwüstungen angerichtet und zieht weiter über die Region hinweg. Bisher starben durch “Irma” zehn Menschen.

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Lymphogranuloma venerum

Erreger und Übertragung

Lymphogranuloma venereum ist eine sexuell übertragbare Infektion. Der Erreger ist Chlamydia trachomatis der Serotypen L1-L3. Die Übertragung erfolgt durch sexuelle Kontakte aller Art.

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Krankheitsbild

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 5 und 21 Tagen.

Die Erkrankung beginnt mit dem Auftreten von schmerzlosem Ulcus an der Eintrittspforte, die je nach Stelle oft unbemerkt bleiben. Im weiteren Verlauf kommt es typischerweise zu einem Anschwellen der Lymphknoten mit Schmerzen und Fieber, sowie zu Blutungen und eitrigem Ausfluss. Bleibt die Behandlung mit Antibiotika aus, kann die Infektion schwere vernarbende Läsionen im Anus oder anderem betroffenen Körperteil verursachen, die einen chirurgischen Eingriff erfordern.

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Verbreitung und Häufigkeit

Als Erregerreservoir für Chlamydia trachomatis ist ausschließlich der Mensch bekannt. Lymphogranuloma venereum gehört zu den weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. Während in den westlichen Ländern die Zahl der Infektionen rückläufig ist, sind Asien, Afrika, Südamerika und Teilen der Karibik immer noch stark betroffen. Eine besondere Risikogruppe sind Männer die Sex mit Männern haben (MSM).

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Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme zur Verhütung von sexuell übertragbarer Krankheiten ist das Einhalten der Safer-Sex-Regeln.

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Leptospirose

Erreger und Übertragung

Die Leptospirose ist eine akut verlaufende Infektionskrankheit, die bei Menschen und bei Tieren auftritt. Hervorgerufen wird sie durch das Bakterium Leptospira interrogans, ein gramnegatives Bakterium. Das Bakterium dringt durch die Haut oder über Schleimhäute in den Körper ein.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel durch den direkten oder indirekten Kontakt (kontaminiertes Wasser, Schlamm) mit dem Urin erkrankter Tiere (hauptsächlich Ratten und Mäuse), die den Erreger in hoher Anzahl ausscheiden können.

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Krankheitsbild

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2 und 30 Tagen.

Häufig verläuft die Leptospirose ähnlich wie eine Grippe, mit Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Bindehautentzündung sowie Waden- und Schienbeinschmerzen werden häufig beobachtet.

Nach einer kurzen, fieberfreien Phase kommt es bei einem kleinen Teil der Patientinnen und Patienten zum Stadium der Organmanifestation mit erneutem Fieberanstieg. Schwerste Verlaufsformen sind bei Morbus Weil bekannt, die mit Leber- und Nierenversagen einhergehen und zum Tod führen können.

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Verbreitung und Häufigkeit

Das Bakterium Leptospira interrogans kommt weltweit vor, hauptsächlich im feuchten Milieu wie Süßwasserseen, Reisfelder u.ä. Als Reservoir dienen insbesondere Nagetiere (hauptsächlich Ratten und Mäuse) und verschiedene Haus- und Nutztiere.

Diese scheiden den Erreger mit dem Urin aus. Meist erfolgt der Kontakt mit dem Erreger berufsbedingt (z.B. Landwirtschaft, Fleischerei, Kanalarbeiten), seltener badeassoziiert (z.B. Wassersportlerinnen und -sportler).

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Vorbeugung

Um einer Infektion gegen Leptospirose vorzubeugen, ist für Tiere – nicht jedoch für Menschen – ein Impfstoff in Österreich zugelassen. Weiters können Maßnahmen ergriffen werden, wie zum Beispiel

  • die Bekämpfung der Ratten- und Mäusepopulation
  • Schutzkleidung (Gummistiefel und -handschuhe, Schutzbrillen) bei Kanal- und Laborarbeiten
  • Desinfektion des Abwassers in Schlachthöfen und Schweinezuchtbetrieben

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Nach Festnahmen in Antalya

Festgenomme Deutsche in Antalya: Auch Ehemann wieder frei | tagesschau.de

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Stand: 07.09.2017 15:13 Uhr

Das Paar aus Rheinland-Pfalz war vergangene Woche in der Türkei festgenommen worden. Nachdem die Frau Anfang der Woche aus der Haft frei kam, ist nach WDR-Informationen nun auch ihr Ehemann auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Deutschland zurückkehren darf er aber erst einmal nicht.

Der vergangene Woche im türkischen Antalya festgenommene Deutsche ist aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, darf das Land aber nicht verlassen. Das haben Recherchen des WDR ergeben. Zuvor war er dem Haftrichter vorgeführt worden.

Der Mann war vergangenen Donnerstag zusammen mit seiner Frau festgenommen worden. Ihrer Inhaftierung war offenbar ein schriftlicher Hinweis an die türkischen Behörden vorausgegangen – darin behauptet eine anonyme Quelle, dass der Mann seit vielen Jahren Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung sei.

Ehepartner besitzen nur deutschen Pass

Das Paar aus Rheinland-Pfalz hat türkische Wurzeln, nach eigenen Angaben besitzen aber beide nur die deutsche Staatsangehörigkeit. Der türkische Außenminister Mevlut Cavosoglu hatte am Samstag behauptet, dass der Mann auch türkischer Staatsbürger sei.

Offenbar war das Paar in diesem Jahr schon mehrfach ohne Probleme in die Türkei gereist, zuletzt vor wenigen Wochen. Die Frau war bereits Anfang der Woche aus der Haft entlassen worden und ist inzwischen zurück in Deutschland.

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KfW entwickelt Software mit Blockchain-Technologie

Erste afrikanische Staaten bekunden bereits Interesse


Computerrechner mit einer Vielzahl an externen Verbindungskabeln
Selbst bei langsamen Internetverbindungen läuft die von der KfW entwickelte Software stabil.

Eine Software-Lösung für die transparente, sichere und einfache Abwicklung für Entwicklungsvorhaben im Bereich öffentlicher Finanzen hat die KfW in den vergangenen Monaten entwickelt. Dazu nutzt sie die Blockchain-Technologie, die auch die Internetwährung Bitcoin absichert. Ein Pilotprojekt soll nun in afrikanischen Ländern getestet werden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt dafür 1 Mio. EUR bereit.

"Viele Institutionen befassen sich momentan mit dem Einsatz der Blockchain-Technologie, doch so konkret wie wir hat das noch keiner gemacht", sagt KfW-Experte Piet Kleffmann. Gemeinsam mit dem Digital Office der KfW hat er ein Projekt auf die Beine gestellt, das in den vergangenen Monaten die Software TruBudget (Trusted Budget Expenditure Regime) entwickelt hat. Sie nutzt die Blockchain-Technologie, mit deren Hilfe jeder einzelne Schritt etwa der Beschaffung, der Vertragsgestaltung, der Ausschreibung sowie Auszahlungsprozesse bei der Durchführung eines Projekts zuverlässig dokumentiert wird. Diese Dokumentation ist transparent und kann nicht nachträglich manipuliert werden.

Blockchain in der KfW

Dr. Jure Zakotnik (Digital Office KfW) erläutert die Funktionsweise der Blockchain-Technologie in der Entwicklungszusammenarbeit.

(29. August 2017)

Video anzeigen (1:09 Min.)

"Blockchain-Technologie: Funktionsweise und Potenziale für Entwicklungsländer", KfW-News v. 24. August 2017

Das Risiko einer Fehlverwendung von öffentlichen Mitteln ist damit minimiert. Dies geschieht in einem Blockchain-System durch eine Kombination von drei Elementen: Die zugrunde liegende Datenbank wird nicht zentral, sondern parallel auf vielen dezentralen Servern gespeichert und gepflegt. Bei jedem neuen Eintrag in die Datenbank wird ein Code (der sogenannte "Block") generiert, der auf dem Code des jeweils letzten Eintrags aufbaut. Dadurch entsteht eine Kette von Codes, die so genannte "Blockchain", die alle bisherigen Transaktionen abbildet. Vor der Speicherung neuer Einträge müssen alle beteiligten Server bestätigen, dass die Blockchain unversehrt ist, die Datenbank also nicht manipuliert wurde. Da die Daten nicht nur auf einem Server, sondern verteilt auf einem ganzen Netzwerk von Servern liegen, ist eine nachträgliche Manipulation so gut wie unmöglich. "Alles, was genehmigt wird, wird über die Blockchain abgesichert und ist jederzeit nachvollziehbar", erklärt Piet Kleffmann die Vorteile.

"Wir haben erst gelernt, welche Möglichkeiten in der Blockchain-Technologie stecken, während wir die Software entwickelt haben", erklärt Jure Zakotnik aus dem Digital Office der KfW. "Die Software wird zuverlässig und stabil laufen, auch wenn die Internetverbindung langsam ist." Ein Praxistest soll nun zeigen, wie sich TruBudget im Einsatz in den Partnerländern bewährt. Ein Team von KfW-Experten reist Ende September nach Afrika, um das neue System vorzustellen. Erste afrikanische Staaten haben bereits ihr Interesse bekundet.

Lepra

Erreger und Übertragung

Die Lepra ist eine Infektionskrankheit, die durch den Erreger Mycobacterium leprae ausgelöst wird. Für die Übertragung bzw. die Infektion mit dem Erreger bedarf es eines langfristigen engen Kontakts mit einer infizierten Person. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Da die Infektiosität des Erregers gering ist, liegt die Ursache der Neuerkrankungen oft in mangelnder Hygiene, Unterernährung und somit einem geschwächten Immunsystem.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht nachgewiesen.

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Krankheitsbild

Die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem Erreger und dem Ausbruch der Krankheit kann zwischen einigen Monaten und bis zu 20 Jahren betragen, in der Regel 4 bis 8 Jahre (bei Kindern unter 5 Jahren ist Lepra extrem selten).

Tuberkuloide Lepra

Sie ist nur gering ansteckend und befällt vor allem die Nerven und die Haut, selten auch die Lymphknoten. Organbefall kommt nicht vor. Zu Beginn besteht im Bereich der Hautläsionen eine Überempfindlichkeit, im Verlauf geht dann zuerst das Temperaturempfinden und später das Berührungs- und Schmerzempfinden verloren. An den betroffenen Stellen fallen die Haare aus. Neben der Haut sind vor allem die peripheren Nerven knotig verdickt. Mit fortschreitender Krankheit nimmt der Tastsinn immer weiter ab, bis der Erkrankte nichts mehr spürt. Die Folge sind oft schwere Verletzungen und daraus resultierend weitere Verstümmelungen. Der Befall motorischer Nerven äußert sich in Muskelschwäche, Muskelrückbildung und Lähmungserscheinungen.

Lepromatöse Lepra

Die lepromatöse Lepra ist die schwerste Form der Krankheit. Durch ungehemmte Vermehrung der Bakterien verbreiten sich diese über Blutbahnen, Nervengewebe, Schleimhäute und das Lymphsystem im ganzen Körper. Die Haut ist stark verändert und von Knoten und kleinen Flecken überzogen. Charakteristisch sind die hellroten bis braunen Leprome. Bei Beteiligung der Nasen-Rachenschleimhaut kann es zur Zerstörung des Nasenseptums und des Kehlkopfes führen.

Der Tod tritt nicht unmittelbar durch den Erreger, sondern durch Folgeinfektionen ein.

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Verbreitung und Häufigkeit

Lepra kommt hauptsächlich in ländlichen Gebieten Südostasiens, Chinas, des tropischen Afrikas und Südamerikas vor. Vereinzelte Fälle im Süden der USA, auf Hawaii und einigen pazifischen Inseln sind ebenfalls bekannt. Die Zahl der Neuinfektionen weltweit ist seit Jahrzehnten deutlich rückläufig.

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Vorbeugung

Ein enger Kontrakt mit Infizierten sollte vermieden werden.

Personen, die über einen längeren Zeitraum Kontakt mit Leprakranken hatten, sollten zur Vorsorgeuntersuchung gehen, und falls notwendig sich frühzeitig behandeln lassen.

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