Fußball-Bundesliga: HSV verliert gegen Leipzig

Fünf Tage vor ihrer Premiere in der europäischen Königsklasse gegen den AS Monaco erwischten die Leipziger den besseren Start. Mit dem rasanten Fußball der Gäste hatten die personell geschwächten Hamburger viel Mühe. Vor allem Nationalspieler Werner zeigte sich ähnlich quirlig und unberechenbar wie bei seinen jüngsten Auftritten im DFB-Trikot. Im Mittelfeld übernahm Keita die Rolle des Ballverteilers vom erkrankten Emil Forsberg.

Leipzig mit den ersten großen Chancen

Folgerichtig kam der Vizemeister bald zu Chancen. Neuzugang Jean-Kevin Augustin traf in der 6. Minute den Außenpfosten. Dann rettete HSV-Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos bei einem Schuss von Willi Orban in höchster Not (11.), ehe Werner aus spitzem Winkel an Keeper Christian Mathenia scheiterte (16.).

Nach 20 Minuten fanden die Hamburger jedoch über Konter zu mehr Sicherheit. Im Abschluss ließ es der HSV aber an Präzision vermissen. So vergab Filip Kostic in der 24. Minute völlig frei vor dem RB-Tor kläglich. Wenig später musste der Serbe sogar verletzt ausgewechselt werden – der nächste personelle Rückschlag für die Hamburger.

Schiedsrichter Aytekin nimmt Elfmeterentscheidung zurück

Kurz vor dem Halbzeitpfiff herrschte dann plötzlich helle Aufregung im HSV-Strafraum. Nach einem Tackling von Albin Ekdal ging Werner zu Boden und Deniz Aytekin entschied zunächst auf Elfmeter. Nach Kontakt mit dem Videoschiedsrichter änderte der Referee seine Meinung und gab zurecht nur eine Ecke (45.).

Auch nach dem Wiederanpfiff blieb die Partie umkämpft. Leipzig bemühte sich um eine spielerische Linie. Der HSV setzte weiter auf schnelles Umschalten und hohe Bälle in die Spitze.

Leipziger Druck zeigt Wirkung

Der Druck der Leipziger aber zeigte schließlich Wirkung. Marcel Sabitzer führte einen Freistoß schnell aus, Keita zog aus 20 Metern ab und Mathenia streckte sich vergeblich. Für die Vorentscheidung sorgte Werner. Kurz nachdem der gerade eingewechselte Sven Schipplock die große Chance zum Ausgleich für den HSV vergeben hatte, stürmte der Leipziger auf der Gegenseite davon und ließ sich auch von Dennis Diekmeier und Gotoku Sakai nicht mehr aufhalten. Eiskalt jagte er den Ball zum 2:0 ins Netz.

Die Hamburger eröffnen auch den vierten Spieltag am nächsten Freitag mit der Partie in Hannover. RB Leipzig empfängt einen Tag später Borussia Mönchengladbach.

Karibik: Nach „Irma“ kommen „Jose“ und „Katia“

Der Hurrikan „Irma“ hat zwei Nachfolger bekommen. Der Wirbelsturm „Jose“ nähert sich den nordöstlichen Karibikinseln vom Atlantik her. Im Golf von Mexiko ist derzeit außerdem „Katia“ unterwegs. Beide Stürme gewannen zuletzt an Kraft.

Ein Abebben der Hurrikan-Serie in der Karibik ist nicht in Sicht. Nachdem der Sturm „Irma“ über weite Regionen der Karibik hinweggezogen war und starke Zerstörungen hinterließ, gewannen ihre beiden Nachfolger „Jose“ und „Katia“ an Stärke.

Hurrikan „Katia“ befand sich nach Angaben der US-Hurrikan-Warte rund 200 Kilometer nord-nordöstlich von Veracruz in Mexiko im Golf von Mexiko. Die Windgeschwindigkeit lag bei 155 Kilometer pro Stunde.

„Jose“ wurde auf die zweithöchste Stufe vier heraufgesetzt. Der Hurrikan befand sich nach Angaben des US-Wetterdienstes rund 700 Kilometer ost-südöstlich der Leeward-Inseln. Als maximale Windgeschwindigkeit wurden 240 Kilometer pro Stunde gemessen.

1/11

Hurrikan „Irma“ hinterlässt Spur der Verwüstung in der Karibik

So lang war noch kein Hurrikan so stark: Zwar wurde „Irma“ nun auf Stärke 4 herabgestuft, doch zuvor war er der längste beobachtete Wirbelsturm mit Stärke 5. Schon am Mittwoch fegte er mit dieser Intensität über die nördlichen Antillen hinweg. | Bildquelle: REUTERS

Mehr zum Thema

Starker Wind und heftiger Regen

„Ich glaube nicht, dass es einen Raketenforscher braucht, um zu verstehen, dass weiterer Schaden bevorsteht“, sagte der Ermittler Frankie Thomas von der Polizei der Inseln Antigua und Barbuda mit Blick auf den Sturm „Jose“.

Jeff Masters von US-Wetterdienst Weather Underground sagte, „Jose“ werde nach „Irma“ zwar definitiv einen Effekt auf die betroffenen Inseln haben. Die Menschen würden jedoch weitgehend starken Wind und heftigen Regen erleben. Der Sturm werde die Hilfseinsätze erschweren, sei jedoch nicht vergleichbar mit dem, was die Region bereits durchgemacht habe.

Mindestens 21 Tote

„Irma“ hatte am Mittwoch und Donnerstag Häuser, Schulen, Geschäfte, Straßen und Boote zerstört, als er unter anderem in St. Martin, St. Barths, St. Thomas, Barbuda und Anguilla wütete.

Mindestens 21 Menschen kamen ums Leben. Die Opferzahl dürfte noch steigen, wenn Rettungskräfte die am stärksten betroffenen Gebiete erreichen.

Strom-, Wasser- und Telefonleitungen wurden gekappt, Tausende Touristen saßen fest. In St. Martin kam es zu Plünderungen, die Straßen waren mit Wellblech, Sperrholz, Eisen, ramponierten Autos und anderen Gegenständen übersät. Auf den Amerikanischen Jungferninseln galt eine Ausgangssperre.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. September 2017 um 22:00 Uhr.

Wetterphänomene: Wie entsteht ein Hurrikan?

Wetterphänomene: Wie entsteht ein Hurrikan? | tagesschau.de

tagesschau.de-Logo

Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse:
www.tagesschau.de/ausland/hurrikan-erklaer-101.html

Stand: 08.09.2017 21:18 Uhr

Ein Hurrikan kann bis zu 700 Kilometer Durchmesser entwickeln und am Boden verheerende Zerstörungen anrichten. Doch wie entsteht ein Hurrikan? Wichtigster Faktor ist ein warmes Meer – es muss mindestens 26,5 Grad haben.

Von Barbara Jung, NDR

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. September 2017 um 20:00 Uhr.

Aus dem Archiv




Darstellung:

tagesschau.de-Logo

Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse:
www.tagesschau.de/ausland/hurrikan-erklaer-101.html



Hurrikan „Irma“: Ein Sturm breiter als Florida

Hurrikan „Irma“ nimmt Kurs auf Kuba und Florida. Es droht eine große Katastrophe durch den gewaltigen Sturm. Der Gouverneur von Florida warnte alle Einwohner des Bundesstaates, sie sollten sich für Evakuierungen wappnen. Kubas Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus.

Nachdem der Hurrikan „Irma“ über die nordöstlichen Karibikinseln gezogen ist, nimmt er nun Kurs auf Florida und Kuba. Florida bereitet sich darauf vor, am frühen Sonntagmorgen von „Irma“ getroffen zu werden. Überall in dem Bundesstaat bildeten sich auf den Straßen Staus. Vielerorts wurde der Treibstoff knapp.

Mindestens 31.000 Menschen verließen die Inselkette Florida Keys. Knapp 6000 Menschen kamen in Schutzunterkünften in den Bezirken Broward und Miami-Dade unter.

„Irma“ hat zwar etwas an Kraft verloren und wurde deshalb von der obersten Kategorie fünf auf die Kategorie vier herabgestuft. Trotzdem erreichte der Hurrikan vorübergehend noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde. Der Sturm sei breiter als Florida, sagte Gouverneur Rick Scott. „Egal, an welcher Küste Sie leben, seien Sie bereit für eine Evakuierung“, sagte Scott deshalb addressiert an die Bevölkerung des Bundesstaates. Die Auswirkungen könnten lebensbedrohlich sein. Schulen und Universitäten wurden bis einschließlich Montag geschlossen.

1/11

Hurrikan „Irma“ hinterlässt Spur der Verwüstung in der Karibik

So lang war noch kein Hurrikan so stark: Zwar wurde „Irma“ nun auf Stärke 4 herabgestuft, doch zuvor war er der längste beobachtete Wirbelsturm mit Stärke 5. Schon am Mittwoch fegte er mit dieser Intensität über die nördlichen Antillen hinweg. | Bildquelle: REUTERS

Mehr zum Thema

Höchste Alarmstufe in Kuba

Die Ausläufer des Hurrikans zogen am Morgen über Punta de Maisí im Osten von Kuba hinweg. Der Sturm brachte starken Wind, heftigen Regen und bis zu vier Meter hohe Wellen.

Die Anwohner des bedrohten Küstengebiets in Kuba wurden aufgerufen, im Landesinneren Schutz zu suchen. An der Nordküste des Landes wurden 10.000 ausländische Touristen in Sicherheit gebracht. Die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus.

Lufthansa und Air Berlin streichen Flüge

Auch aus Deutschland werden Flüge nach Florida gestrichen. Die Lufthansa lässt einem Sprecher zufolge bis Sonntag die tägliche Verbindung zwischen Frankfurt und Miami ausfallen. Am Wochenende könnten aus Sicherheitsgründen auch Orlando und Tampa nicht angeflogen werden.

Auch Air Berlin streicht Flüge in und aus den betroffenen Regionen. Der Reisekonzern TUI riet seinen Kunden von einer Abreise nach Kuba, den Bahamas und Florida in den nächsten Tagen ab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. September 2017 um 14:00 Uhr.

Schäden durch „Harvey“: US-Kongress bewilligt Milliardenhilfe

Der US-Kongress hat ein Hilfspaket von mehr als 15 Milliarden Dollar für Opfer von „Harvey“ bewilligt. US-Präsident Trump hatte das Paket mit den Demokraten ausgehandelt und mit einer höheren Schuldengrenze verknüpft. Republikaner reagierten erbost.

Das US-Repräsentantenhaus hat 15,6 Milliarden Dollar für Katastrophenhilfe nach dem Hurrikan „Harvey“ bewilligt und damit zugleich die Schuldengrenze zeitweilig erhöht. 316 Abgeordnete stimmten dafür. Die 90 Nein-Stimmen kamen alle von Republikanern. Damit ist gleichzeitig die Finanzierung der Bundesbehörden und -institutionen bis Dezember gesichert. Der Senat hatte bereits am Donnerstag zugestimmt. Das Paket geht nun zur Unterzeichnung an US-Präsident Donald Trump.

Republikaner sind brüskiert

Trump hatte die Regelungen mit den Spitzen der oppositionellen Demokraten im Kongress ausgehandelt und damit Vertreter der eigenen Partei brüskiert. Viele Republikaner hatten eine Lösung für den Bundeshaushalt angestrebt, die sich nicht nur auf drei Monate, sondern auf anderthalb Jahre erstreckt, also bis in die Zeit nach den nächsten Kongresswahlen im November 2018.

Teilschließung des Staatsapparats droht

Ohne eine höhere Schuldenobergrenze drohen ein Zahlungsausfall und eine Teilschließung des Staatsapparats, weil die US-Regierung dann keine neuen Schulden machen darf. Viele Republikaner stimmten dem Kompromiss letztlich trotz der Bedenken zu, da die Haushaltsregelungen in dem Paket mit den Hilfen für die „Harvey“-Opfer verknüpft waren.

Sie befürchten aber, dass die Demokraten nach dem Ablaufen der jetzigen Regelung wieder auf Konfrontationskurs gehen könnten, um weitere politische Forderungen durchzusetzen – etwa beim sogenannten Daca-Programm zum Schutz Hunderttausender junger Migranten.

Unmut bei Republikanern

Die Zusammenarbeit Trumps mit den Demokraten sorgte in der Partei des Präsidenten für erheblichen Unmut. Der einflussreiche republikanische Senator John McCain bezeichnete es als „unverantwortlich“, die Lösung für die Haushaltskrise mit den Hilfen für die Hurrikan-Opfer zu verquicken.

Trump wies die Kritik vehement zurück. Er warf den Republikanern vor, sich im Kongress als handlungsunfähig erwiesen zu haben. So hätten sie sieben Jahre lang davon geredet, die Gesundheitsreform des früheren Präsidenten Barack Obama rückgängig zu machen und durch ein neues System zu ersetzen, seien dann aber in den vergangenen Monaten mit diesem Vorhaben gescheitert, kritisierte der Präsident. Auf Twitter schrieb Trump: „Sorry, Republikaner“.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. September 2017 um 19:00 Uhr.

Zahl antisemitischer Delikte steigt an

Ein Anstieg antisemitischer Straftaten in Deutschland bereitet Politikern zunehmend Sorge. Die Taten sind mehrheitlich rechts motiviert – das geht aus einer schriftlichen Anfrage des Bundestagsabgeordneten Beck hervor. Der Grünen-Politiker rechnet mit einer hohen Dunkelziffer.

Die Zahl antisemitischer und antiisraelischer Delikte hat in Deutschland leicht zugenommen. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine schriftliche Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck hervor.

Zunächst hatte die Zeitung „Die Welt“ darüber berichtet. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 681 derartige Delikte erfasst und damit 27 Taten mehr (plus vier Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zu diesen Taten konnten insgesamt 339 Tatverdächtige ermittelt werden, davon waren 312 Deutsche.

Als von rechts motiviert stuft das Ministerium die große Mehrheit der antisemitischen Delikte ein (632). Hintergrund von 23 Taten war demnach eine ausländische oder religiöse Ideologie.

Mehr zum Thema

Beck: eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

Das Ministerium zählte auch einen leichten Anstieg antiisraelischer Delikte. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2017 20 derartige Delikte erfasst. Im Vergleichszeitraum dieses Jahres waren es 17.

Beck sagte mit Blick auf die Gesamtzahl der antisemitischen und antiisraelischen Delikte: „Und das sind nur die Fälle, bei denen sich die Betroffenen getraut haben, damit zur Polizei zu gehen.“ Es sei zu befürchten, dass die Dunkelziffer deutlich höher sei. „Wir dürfen den Kampf gegen Antisemitismus nicht den jüdischen Verbänden überlassen, sondern müssen es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher leben können“, so Beck.

Warnung vor dem Erstarken rechter Parteien

Auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil zeigte sich alarmiert. Der Antisemitismus sei ein „Riesenproblem“, sagte er im „Welt“-Wahlchat: „Rechtsradikale und Neonazis bedrohen Menschen jüdischen Glaubens. Das ist nicht akzeptabel.“ Antisemitismus sei außerdem im islamischen Fundamentalismus beheimatet sowie bei „Menschen, die aus Regionen zu uns gekommen sind, in denen Antisemitismus eine politische Doktrin ist“, so Heil. Dagegen gelte es vorzugehen.

Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestages, Michael Brand, verwies auf die besondere Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels und für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland. „Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Handeln sind hier unabdingbar, um gegen aufkeimenden Hass gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger klar und deutlich ein Stopp-Schild zu setzen“, sagte der CDU-Politiker.

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, warnte vor dem Erstarken rechter Parteien und Gruppierungen. „Rechtspopulismus und -extremismus haben stark zugenommen und wirken leider bis in die Mitte der Gesellschaft. Pegida und Co. sowie die AfD haben diesen Virus in Deutschland ausbrechen lasen“, erklärte sie in einer Mitteilung. „Wir erleben eine ungeahnte Renaissance antijüdischer Ressentiments und Verschwörungstheorien. Die Tabus sind gefallen.“

Israels First Lady droht Prozess

Sie soll Essen für umgerechnet rund 90.000 Euro geordert und über die Staatskasse abgerechnet haben: Israels Generalstaatsanwalt erwägt eine Anklage gegen Sara Netanyahu, die Frau des Premierministers. Für ihren Mann kommen die Vorwürfe zur Unzeit.

Von Tim Aßmann, ARD-Studio Tel Aviv

Das Israel Radio meldete am Mittag, worauf sich die Familie Netanyahu wohl schon länger eingestellt hatte: „Vor einigen Minuten informierte der Generalstaatsanwalt die Regierung darüber, dass Sara Netanyahu, die Ehefrau des Premierministers, in den Anklagepunkten Betrug und Untreue durch Entgegennahme von Waren unter verschärften Umständen vorbehaltlich ihrer Anhörung vor Gericht stehen wird.“

Es gehe um die sogenannte Affäre rund um die Bestellung von Mahlzeiten durch die Familie Netanyahu fährt die Nachrichtensprecherin fort – und darum, dass Sara Netanyahu in den Ermittlungen falsche Angaben gemacht haben soll. Konkret wird der Gattin des israelischen Ministerpräsidenten vorgeworfen, Essen für umgerechnet rund 90.000 Euro geordert und über die Staatskasse abgerechnet zu haben, obwohl der Familie zeitgleich auch eine eigene Köchin zur Verfügung stand. 

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren droht

Als sie mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, soll Sara Netanyahu zur Anwesenheit der Köchin nicht die Wahrheit gesagt haben. Daher will der israelische Generalstaatsanwalt sie nun wegen Untreue und Betrug anklagen. Die Vorwürfe klingen banal. Aus Sicht von Suzie Navot, Professorin für Staatsrecht, sind sie aber ernst zu nehmen. Navot erklärte im Interview mit dem Israel Radio: „Eine ‚betrügerische Entgegennahme von Waren unter verschärften Umständen‘ kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren führen. Und in der Anklageschrift steht geschrieben, dass sie Schritte unternahm, um ein falsches Bild darzustellen.“

Sara Netanyahu  weist die Vorwürfe zurück, die ihr Ehemann schon als „absurd“ bezeichnete, noch bevor die geplante Anklageerhebung bekannt wurde. Seine Ehefrau sei eine ehrliche und rechtschaffene Person, erklärte Benjamin Netanyahu auf Facebook.

Mehr zum Thema

Hetzjagd gegen den Premierminister?

Der Premierminister sprach einmal mehr von einer Kampagne gegen ihn und seine Familie. So sieht es auch Netanyahus Parteifreund und Likud-Fraktionschef David Bitan. „Das wirkt wie eine Hetzjagd, bei der letztendlich der Premierminister gejagt wird und nicht seine Frau, daher ist diese Anklage völlig unnütz“, sagte er. „Dieser Hauptanklagepunkt, es würde eine Köchin geben, und daher könnten keine anderen Dinge gegessen werden, ist völliger Blödsinn. Es gibt eine Köchin – bedeutet das, dass sie immer dasselbe essen müssen? Wie weit ist es gekommen, dass wir schon dem Premierminister und seiner Frau auf den Teller schauen?“

Premierminister selbst im Fokus der Justiz

Dass Sara Netanyahu sich tatsächlich vor Gericht verantworten muss, ist noch nicht sicher. Vor der endgültigen Anklageerhebung soll die Gattin des Premierministers noch einmal angehört werden. Für Benjamin Netanyahu kommt die Sache aber so oder so zur Unzeit. Er ist selbst Verdächtiger in zwei Korruptionsermittlungen und muss mit einer Anklage innerhalb der nächsten Monate rechnen. Ihm wird unter anderem Bestechlichkeit vorgeworfen, da er Luxusgeschenke von Geschäftsleuten angenommen haben soll.

Großer innenpolitischer Druck

Außerdem gibt es Vorwürfe einer illegalen Absprache zwischen Netanyahu und einem Zeitungsverleger. Der Premierminister soll so versucht haben, wohlwollende Berichterstattung zu erreichen. Netanyahu bestreitet die Vorwürfe, und bei seinen Anhängern hat er weiter starken Rückhalt. Auch in seiner Likud-Partei traut sich noch kein interner Rivale, Netanyahu offen herauszufordern. Eine Anklageerhebung könnte diese Lage aber schnell verändern. Netanyahu steht innenpolitisch so sehr unter Druck wie noch nie, und er scheint entschlossen, um sein Amt zu kämpfen. Bei öffentlichen Terminen wirkt der Premierminister häufig wie im Wahlkampfmodus.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. September 2017 um 15:20 Uhr.

#kurzerklärt: Was sagt die Kriminalstatistik wirklich aus?

#kurzerklärt: Was sagt die Kriminalstatistik wirklich aus? | tagesschau.de

tagesschau.de-Logo

Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse:
www.tagesschau.de/inland/kurzerklaert-zuwanderer-kriminalitaet-101.html


Stand: 08.09.2017 16:11 Uhr

Ein Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche. Ein Überblick über Fakten und Zahlen.

Von Kristin Joachim, rbb

Über dieses Thema berichtet das Nachtmagazin am 08. September 2017 um 01:00 Uhr.

Darstellung:

tagesschau.de-Logo

Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse:
www.tagesschau.de/inland/kurzerklaert-zuwanderer-kriminalitaet-101.html



Weitere Kooperation von KfW und EIF im Rahmen einer neuen Verbriefungstransaktion von Leasingforderungen an deutsche KMU der abcfinance GmbH

Die KfW und der Europäische Investitionsfonds (EIF) haben zur Förderung des Mittelstandes eine Investition in eine neue Verbriefungstransaktion durch den Erwerb von zusammen insgesamt EUR 100 Mio. der Senior- und EUR 48 Mio. der Mezzanine-Tranchen abgeschlossen. Die von der Raiffeisen Bank International AG strukturierte Transaktion verbrieft ein Portfolio deutscher KMU-Leasingforderungen der abcfinance GmbH.

Die Transaktion wurde im Rahmen von ENSI (EIF-NPIs Securitisation Initiative), einer gemeinsamen Initiative zur Förderung des Verbriefungsmarktes von EIF und nationalen Förderbanken (NPI), getätigt.

Das Ziel von ENSI ist die gemeinsame Beteiligung an Verbriefungstransaktionen, um die Refinanzierungsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen in Europa zu verbessern. Unter der ENSI-Kooperation, die Anfang 2016 begann, wurden bereits drei deutsche, fünf italienische, drei britische und eine portugiesische Transaktion abgeschlossen.

Die Investition der KfW und des EIF in die Senior- und die Mezzanine-Tranchen ermöglicht es der abcfinance GmbH, die verbrieften Leasingforderungen zu refinanzieren, so dass die frei werdenden Mittel in den kommenden zwei Jahren wiederum deutschen KMU zur Verfügung gestellt werden können.

Die KfW konnte im Jahr 2016 über Investitionen in Verbriefungen ein Volumen von 1,0 Mrd. EUR für die Mittelstandsfinanzierung bereitstellen. Der EIF engagierte sich in diesem Zeitraum in Verbriefungsstrukturen inklusive Mezzanine-Tranchen im Volumen von 1,6 Mrd. EUR.

European Investment Fund (EIF)