Basketball-EM:Deutschland steht überraschend im Viertelfinale

Durch den Sieg erlebt Bundestrainer Chris Fleming mindestens eine weitere Partie als Bundestrainer – nach der EM endet sein Engagement, da er sich auf den Job als Assistent beim NBA-Club Brooklyn Nets konzentrieren will.

Nun gegen Türkei oder Spanien

Trotz zeitweise elf Punkten Rückstand drehte Deutschland die Partie und trifft nun am Dienstag auf Titelverteidiger Spanien oder die Türkei. Daniel Theis war mit 22 Punkten erstmals im Turnier bester deutscher Werfer. Schröder zeigte nach schleppendem Beginn mit 21 Zählern ebenfalls eine starke Leistung.

Schröder hatte im ersten K.o.-Spiel zunächst den unauffälligsten Auftritt seiner EM. Nach insgesamt sieben Fehlversuchen aus dem Feld erzielte Schröder erst zwei Minuten vor der Pause mit Freiwürfen seine ersten Punkte des Spiels. In der zweiten Halbzeit drehte der 23-Jährige dann auf – und bewahrte in der Schlussminute die Nerven von der Linie.

Schwieriger Start für Deutschland

Wie schon mehrfach in diesem Turnier erwischte das deutsche Team einen mäßigen Start. Die ersten sieben Dreipunktewürfe verfehlten ihr Ziel, ein Versuch von Schröder segelte beim Stand von 4:11 gar ohne Berührung an Ring und Brett vorbei.

Die Franzosen zeigten eine ausgeglichene Teamleistung, trafen hochprozentig und holten Offensivrebounds. Vor allem NBA-Routinier Boris Diaw bekam das deutsche Team phasenweise nicht in den Griff.

Zweite Reihe bringt die Wende

Nach dem 13:24 sorgte vor allem die zweite Reihe für den dringend benötigten Energieschub im deutschen Spiel. Johannes Thiemann – bislang der DBB-Akteur mit der geringsten Einsatzzeit – setzte wichtige Akzente. Und Distanzschütze Lucca Staiger traf nach einer völlig verkorksten EM zwei Dreier in Serie, die einzigen erfolgreichen deutschen Versuche der ersten Halbzeit. So brachte der Bamberger seine Mannschaft wieder auf 24:29 heran.

Bilanz: Alexander Dobrindt – im Minenfeld

“Am 1. Januar 2016 wird die Pkw-Maut scharfgestellt”: Das Datum konnte Verkehrsminister Dobrindt zwar nicht halten, aber er brachte das umstrittene CSU-Projekt politisch ins Ziel. Damit hatte kaum jemand gerechnet. Und sonst? Eine Bilanz.

Von Axel Finkenwirth, ARD-Hauptstadtstudio

Für Verkehrsminister Alexander Dorbrindt gleicht die zurückliegende Legislaturperiode einem Lauf über ein Minenfeld: Maut, Dieselaffäre, Germanwings-Absturz, Bahnunfall, Bundesverkehrswegeplan, Autobahngesellschaft, BER, Ausbau der Digitalisierung und zuletzt noch ein schwerer Busunfall – um nur einiges zu nennen.

Dobrindt – der Mautminister

Ganz zweifellos: Das schwierigste und umstrittenste Projekt des Verkehrsministers war die Einführung der Pkw-Maut. Schon der Koalitionsvertrag hatte ihm die Leitplanken so eng gesetzt, dass viele ihm nicht zutrauten, hier ohne Schaden durchzukommen: keine Mehrbelastung für deutsche Autofahrer, zusätzliche Einnahmen und selbstverständlich sollte sie mit dem EU-Recht vereinbar sein. So lauteten die Anforderungen.

Dass ihm das gelingen würde, schien anfangs kaum jemand für möglich zu halten – außer CSU-Parteichef Horst Seehofer: “Ein Alexander Dobrindt scheitert nicht”, beschied er und gab seinem Minister damit eine große Bürde mit auf den Weg. Doch er sollte Recht behalten.

Empörung über “Ausländermaut”

Dobrindt legte ein Maut-Gesetz vor, das Experten anfangs für rechtswidrig hielten. Die Opposition wetterte gegen die “Ausländermaut”, die weder mit dem EU-Recht vereinbar sei noch deutliche Einnahmen bringe. Und auch die SPD glaubt anfangs nicht an den Erfolg der Infrastrukturabgabe. Der Aufschrei war enorm, dennoch stimmte am Ende auch der Koalitionspartner dafür und schließlich wurde das Gesetz vom Bundestag und mit den Stimmen der Länder verabschiedet. Erst die EU-Kommission bremste das CSU-Vorhaben zunächst mit einem Vertragsverletzungsverfahren aus.

Aber offenbar hatten Dobrindts Juristen gut gearbeitet, denn das EU-Recht spielte in Brüssel zuletzt kaum eine Rolle mehr. Die Kommissarin forderte lediglich Nachbesserungen bei den Mauttarifen. Und weil in der Politik Timing alles ist, verkündete die “Bild”-Zeitung den Durchbruch in Brüssel am Abend vor dem CSU-Parteitag: “Die Maut kommt”. Mit dieser Schlagzeile konnte sich Dobrindt als heimlicher Star des Parteitags feiern lassen. Die Einnahmen von rund acht Milliarden Euro aus Pkw- und Lkw-Maut sollen in Zukunft zweckgebunden in die Infrastruktur fließen. 

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Dieses Geld soll von einer neuen Infrastrukturgesellschaft verwaltet werden – doch die Einführung einer solchen Autobahngesellschaft war sehr umstritten. Um effizienter und kostengünstiger bauen zu können, will Dobrindt den Bau, Erhalt und die Finanzierung von Autobahnen zentral organisieren. Die 16 Bundesländer müssen damit wesentliche Kompetenzen an den Bund abgeben. Doch der Finanzminister, der einen wesentlichen Teil des Gesetzes mitgestaltete, wollte eine weitreichende Privatisierung der neuen Gesellschaft, was einen heftigen Streit in der Koalition auslöste. Im parlamentarischen Verfahren wurde das Gesetz noch einmal deutlich entschärft und eine Privatisierung der Autobahnen verhindert.

Lautloser konnte Dobrindt ein anderes Mammutprojekt auf den Weg bringen: Die Aufstellung eines neuen Bundesverkehrswegeplans, an dem erstmals auch die Bevölkerung mitwirken konnte. Der Plan stellt die verkehrspolitischen Weichen für die kommenden zehn bis 15 Jahre. In der Vergangenheit war er meist sehr umstritten, dieses Mal passierte er Bundestag und Bundesrat problemlos. Der Plan beinhaltet mehr als 1000 Projekte, für die ein Finanzvolumen von mehr als 270 Milliarden Euro bereit steht.

 Der Diesel-Skandal

Im September 2015 traf Deutschland die Abgasaffäre: Bei fast zehn Millionen VW-Fahrzeugen in ganz Europa wurde die Software der Motorsteuerung manipuliert. Dobrindt ordnete den Rückruf von rund 2,5 Millionen Fahrzeugen an und setzte umgehend eine Untersuchungskommission ein, die neben VW auch weitere Hersteller überprüfen sollte. Das Ergebnis: Auch andere Autobauer tricksten. Nur 27 von 53 getesteten Autos blieben bei den Stickoxydwerten innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Es zeigte sich, dass die Hersteller eine EU-Verordnung, die ein sogenanntes Thermofenster zum Schutz des Motors erlaubt, ausgesprochen  großzügig nutzten.

Dobrindt konnte auch bei diesen Autobauern teilweise freiwillige Rückrufe erreichen – trotzdem wertete die Opposition sein Handeln als unzureichend. Denn Fahrverbote oder eine blaue Plakette lehnte Dobrindt vehement ab. Stattdessen versuchte er, Arbeitsplätze zu schützen und musste sich den Vorwurf einer zu großen Nähe zur Automobilindustrie gefallen lassen.

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Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wurde eingesetzt. Die Opposition beschuldigte die Bundesregierung, schon viel früher von den Manipulationen gewusst zu haben, als sie angab. Die Grünen warfen ihr Staatsversagen vor, was Union und SPD vehement zurückwiesen. Einen klaren Beweis für ihre Vorwürfe blieb die Opposition schuldig.

Erst VW, dann Audi und Porsche: Immer mehr Manipulationen wurden bekannt. Erst spät verschärft der Verkehrsminister seinen Ton gegenüber der Autoindustrie. Diese habe die “verdammte Verantwortung, das Vertrauen wiederherzustellen und die begangenen Fehler zu beheben”.

Im Umgang mit der Autoindustrie muss Dobrindt sich noch immer – auch wegen des Wahlkampfs – vorwerfen lassen, zu nachsichtig zu sein. Bei einem Diesel-Gipfel in Berlin sollten die Autobauer Vorschläge machen, wie gerichtlich angedrohte Fahrverbote vermieden werden können. Die Firmen sollen bei den betroffenen Dieselfahrzeugen kostenlose Software-Updates durchführen, eine technische Hardware-Umrüstung lehnt die Bundesregierung ab. Doch es gibt erhebliche Zweifel, ob die Software-Updates die Stickstoff-Emissionen ausreichend mindern.

Aufregung um ÖPP-Projekt A1

Kurz vor Ende der Legislaturperiode fiel dem Minister noch ein Projekt aus der Zeit seines Vorvorgängers Wolfgang Tiefensee (SPD) auf die Füße. Das ÖPP-Projekt A1 (eine öffentlich-private Partnerschaft) geriet in die Schlagzeilen, weil die Betreibergesellschaft A1 Mobil in finanzielle Schieflage geraten war.

Hinter dem Konsortium stehen private Unternehmen, die von 2008 bis 2012 ein Teilstück der A1 ausgebaut haben. Als Gegenleistung sollten sie 30 Jahre lang Einnahmen aus der Lkw-Maut bekommen. Doch diese fielen zu gering aus und A1 Mobil fordert vom Staat nun 778 Millionen Euro. Da ÖPP-Projekte ohnehin in der Kritik stehen, und Dobrindt ein Befürworter dieser Straßenbaufinanzierung ist, wog der Vorwurf der Opposition schwer, er habe schon lange von den Problemen des Betreibers gewusst, das Parlament aber nicht informiert. Er musste sich diesen Vorwürfen auch im Haushaltsausschuss des Bundestags stellen.

Der Bund sieht das Risiko beim Unternehmen und dessen finanzielle Forderungen als unbegründet. Da ein Schlichtungsverfahren bisher keinen Erfolg hatte, wird wohl ein Gericht darüber urteilen.

 Der Digital-Minister

Neben den vielen Verkehrsprojekten kümmerte Dobrindt sich um die digitale Infrastruktur. Er verteilte beinahe im Wochenrhythmus Förderbescheide für den Ausbau eines schnelleren Internets. Ziel war es, unterversorgte Regionen mit Glasfasernetzen auszustatten sowie flächendeckend eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s zu erreichen.

Dobrindt konnte dafür Mittel in Höhe von etwa vier Milliarden Euro übergeben. Bereits in den ersten drei Förderrunden erhielten Landkreise und Kommunen 2,3 Milliarden Euro, um das schnelle Internet in ihren Regionen auszubauen. Dennoch wird Dobrindt kritisiert, weil der Glasfaserausbau zu langsam vorankommt und noch immer viele Regionen sehr langsame Übertragungsraten bieten.

Vorreiter bei selbstfahrenden Autos

Und der Minister hat einen Trend erkannt, wie sogar die SPD anerkennen muss: das automatisierte Fahren. Die Vision vom selbstfahrenden Auto wird wohl schneller realisiert als gedacht. Dobrindt hatte eine Ethik-Kommission eingesetzt, die sich mit den neuen Herausforderungen – speziell bei einem Unfall – beschäftigt. Sie erarbeitete Rahmenbedingungen, aus denen weitere gesetzliche Regeln entstehen könnten.

Darüber hinaus hat Dobrindt bereits erste Gesetze auf den Weg gebracht, die diese Form des Fahrens regeln. Deutschland ist das erste europäische Land, das eine solche Gesetzgebung beschließt. Man könne an diesem Minister ja vieles kritisieren, aber da sei er Vorreiter, heißt es anerkennend aus der SPD.

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Dennoch: Kaum ein Minister wurde in dieser Legislaturperiode so harsch kritisiert wie Alexander Dobrindt – von der Opposition sowieso, aber auch vom Koalitionspartner. Zeitweise boten selbst seine großkarierten Anzüge Gegnern und Journalisten ein Thema, über den Verkehrsminister zu lästern. Aber Alexander Dobrindt hat, ähnlich wie Merkel, die vielen Attacken einfach an sich abprallen lassen.

Merkels Minister – Bilanzen

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“Irma”: Hunderttausende fliehen vor “Irma”

Die Inselkette Florida Keys erwartet “Irma” – der Sturm bleibt extrem gefährlich. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung Floridas ist dringend aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Vor der Küste sind US-Kriegsschiffe im Einsatz.

Der Hurrikan “Irma” nähert sich unaufhaltsam dem US-Bundesstaat Florida. Der “Sunshine State” und seine Bewohner müssen sich auf das schlimmste Szenario vorbereiten, denn der Sturm bleibt extrem gefährlich.

Nach jüngsten Vorhersagen könnte das Zentrum von “Irma” am Sonntagmorgen auf den Florida Keys mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde an Land treffen. Am Montag dürfte sein Zentrum nach letzten Berechnungen die Golfküste Floridas entlangziehen.

“Nirgends auf den Florida Keys wird es sicher sein”

“Irma” sei breiter als Florida, sagte Gouverneur Rick Scott: “Egal, an welcher Küste Sie leben, seien Sie bereit für eine Evakuierung.” Die Auswirkungen könnten lebensbedrohlich sein. Schulen und Universitäten wurden bis einschließlich Montag geschlossen. “Nirgends auf den Florida Keys wird es sicher sein”, schrieb der Nationale Wetterdienst auf Twitter. Noch hätten die Menschen Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Die Inselkette hat rund 70.000 Einwohner.

Die Behörden riefen 5,6 Millionen Menschen auf, an Evakuierungen von Gemeinden und Städten teilzunehmen. Das entspricht mehr als einem Viertel der gesamten Bewohnerzahl des Staates Florida. Auf beiden Seiten bereiten sich die Menschen auf ein Katastrophenszenario vor. Meteorologen warnten an beiden Küsten vor orkanartigen Winden und meterhohen Sturmfluten. Überall in Florida bildeten sich auf den Straßen Staus. Vielerorts wurde der Treibstoff knapp.

Notstand in benachbarten Bundesstaaten

Die Metropolregion Miami könnte vom Schlimmsten verschont werden, denn jüngsten Prognosen zufolge könnte das Zentrum von “Irma” nach Nordwesten abschwenken und an der Westküste entlangziehen.

UPDATED (8am EDT) track for Irma. The forecast cone still covers most of Florida with this morning’s update and is still a major hurricane. https://t.co/efH6LjIweN

Im Osten erstreckte sich die Gefahrenzone bis fast nach Melbourne, im Westen bis nach Tampa. In den benachbarten Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen. Modelle des Hurrikanzentrums sehen “Irmas” Zug bis hinauf nach Atlanta reichen. Überflutungen werden auch an den Küsten Georgias sowie South und North Carolinas erwartet. Auch an der Küste von Georgia forderten die Behörden 540.000 Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen.

“Absolut historisches Zerstörungspotenzial”

US-Präsident Donald Trump rief die Menschen in den bedrohten Gegenden der USA zu großer Vorsicht auf. “Dies ist ein Sturm mit einem absolut historischen Zerstörungspotenzial”, sagte er in seiner wöchentlichen Videoansprache.

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Die US-Regierung entsandte mehrere Kriegsschiffe vor die Küste Floridas, um bei der Bewältigung der Folgen des Wirbelsturms zu helfen. Die Schiffe seien dafür ausgerüstet, medizinische Hilfe zu leisten, Kommunikation sicherzustellen und Lufttransporte sicherzustellen, erklärte die Marine.

Überschwemmungen in Kuba – Tote in der Karibik

In der Karibik hatte der Sturm eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Der Sender CNN berichtete von mindestens 24 Toten. In der Nacht auf Samstag traf das Zentrum von “Irma” auf das Camagüey-Archipel an der Nordküste Kubas. Dabei legte der Hurrikan noch einmal an Stärke zu und wurde vom Warnzentrum vorübergehend in die höchste Kategorie 5 hinaufgestuft.

Danach zog “Irma” als Sturm der Kategorie 4 an Kuba entlang. In Fernsehbildern waren hohe Wellen, Starkregen, umgestürzte Bäume und beschädigte Gebäude zu sehen. Berichte über Tote lagen nicht vor. Zehntausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

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Hurrikan “Irma” hinterlässt Spur der Verwüstung in der Karibik

So lang war noch kein Hurrikan so stark: Zwar wurde “Irma” nun auf Stärke 4 herabgestuft, doch zuvor war er der längste beobachtete Wirbelsturm mit Stärke 5. Schon am Mittwoch fegte er mit dieser Intensität über die nördlichen Antillen hinweg. | Bildquelle: REUTERS

“Irma” hat nach Einschätzung von Experten auf den französischen Karibikinseln Saint Martin und Saint Barthelemy Schäden in Milliardenhöhe angerichtet. Es werde mit mindestens 1,2 Milliarden Euro gerechnet, teilte der vom französischen Staat kontrollierte Rückversicherungsverband Caisse Centrale de Reassurance mit. Damit wäre “Irma” einer der verheerendsten Stürme auf französischem Territorium seit Jahrzehnten.

Der Infrastrukturminister der Turks- und Caicosinseln, Gold Ray Ewing, rechnete mit Schäden in Höhe von mindestens auf 500 Millionen Dollar.

Lufthansa und Air Berlin streichen Flüge

Flüge aus Deutschland nach Florida wurden gestrichen. Die Lufthansa lässt einem Sprecher zufolge bis Sonntag die tägliche Verbindung zwischen Frankfurt und Miami ausfallen. Am Wochenende könnten aus Sicherheitsgründen auch Orlando und Tampa nicht angeflogen werden.

Auch Air Berlin strich Flüge in und aus den betroffenen Regionen. Der Reisekonzern TUI riet seinen Kunden von einer Abreise nach Kuba, den Bahamas und Florida in den nächsten Tagen ab.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 08. September 2017 um 01:03 Uhr sowie die tagesschau am 09. September 2017 um 12:00 Uhr.

St. Martin: Ausgangssperre und Angst vor “Jose”

Der Hurrikan “Irma” hat die Karibikinsel Saint-Martin verwüstet. Nach Berichten über Plünderungen wurden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt und zusätzliche Polizisten entsandt. Der Insel drohen neue Zerstörungen: “Jose” kommt immer näher.

Auf der durch den Hurrikan “Irma” verwüsteten Insel Saint-Martin ist eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Diese gelte von 19:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens (Ortszeit), teilten die örtlichen Behörden mit. Durch die Maßnahme solle das Risiko für Menschen und Eigentum minimiert werden.

Zuvor hatte es Berichte über Schüsse und Plünderungen gegeben. Die französische Regierung entsandte bereits zusätzliche Polizisten nach Saint-Martin.

“Zu 95 Prozent zerstört”

Nach offiziellen Angaben sind derzeit etwa 1100 Zivilisten und Soldaten mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Sie würden auch eingesetzt, um die Bewohner vor dem nahenden Hurrikan “Jose” in Sicherheit zu bringen. Der Wirbelsturm wird zurzeit in der zweithöchsten Kategorie 4 geführt und gilt somit als sehr gefährlich.

Das Zentrum des Hurrikans wird nach Berechnungen von Meteorologen nahe an der Insel vorbeiziehen. Über Sint Maarten, dem niederländischen Teil St. Martins, warfen niederländische Soldaten aus einem Hubschrauber Flugblätter ab. Darin wurden die Bewohner aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.

Die zwischen den Niederlanden und Frankreich geteilte Karibikinsel wurde bereits von “Irma” schwer getroffen. Der französische Teil sei “zu 95 Prozent zerstört”, sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs. Saint-Martin und die Nachbarinsel Saint-Barthélémy, die auch St. Barths genannt wird, wurden zum Katastrophengebiet erklärt. Auf den beiden Inseln wurden durch “Irma” mindestens neun Menschen getötet.

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Hurrikan “Irma” hinterlässt Spur der Verwüstung in der Karibik

So lang war noch kein Hurrikan so stark: Zwar wurde “Irma” nun auf Stärke 4 herabgestuft, doch zuvor war er der längste beobachtete Wirbelsturm mit Stärke 5. Schon am Mittwoch fegte er mit dieser Intensität über die nördlichen Antillen hinweg. | Bildquelle: REUTERS

Hurrikan “Jose” ist nah

Der staatliche französische Rückversicherer CCR schätzte das Ausmaß der versicherten Schäden auf den beiden Inseln auf rund 1,2 Milliarden Euro. Nun droht weiteres Unheil: Hurrikan “José” könnte dem US-Wetterdienst zufolge in der Nacht auf Sonntag die Inselregion treffen.

Von der Insel Barbuda, auf der nach dem Durchzug von “Irma”kaum noch ein Haus steht, wurden die Bewohner mit Fähren und Fischerbooten vorsorglich auf die größere Insel Antigua gebracht. Dort wurde die Warnung vor einem Hurrikan “Jose” zwar aufgehoben, für einen Tropensturm aber aufrecht erhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. September 2017 um 14:00 Uhr.

Sommerferien-Ende: Mallorca erholt sich von Touristen

Die Balearen-Insel Mallorca hat ächzend die Sommerferien überstanden – und damit einen historischen Touristenansturm. Mit einer Art Obergrenze für Urlauber wappnet sich die Insel für die nächste Saison.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Den 29. Juli 2017 wird Francisco so schnell nicht vergessen. Er arbeitet bei der Gepäckabfertigung am Flughafen Palma – und musste an jenem Samstag so viele Koffer verladen wie nie. Denn zum ersten Mal überhaupt wurden an einem Tag 180.000 Passagiere abgefertigt. “Mehr Arbeit geht einfach nicht, ein Desaster. An solchen Tagen ist so viel zu tun, dass uns zum Beispiel die Gepäckwagen ausgehen”, sagt er.

Größere Pannen blieben aus

4000 Mann hat der Flughafen in diesem Sommer für die Gepäckabfertigung angestellt, damit war das Team doppelt so groß wie in der Nebensaison. Die Koffer-Verlader haben offenbar einen guten Job gemacht, größere Pannen gab es nicht, die Passagiere mussten nicht ungewöhnlich lange auf ihr Gepäck waren.

Noch bis Ende September sollen am Flughafen Palma täglich rund 800 Maschinen abgefertigt werden. Für die allermeisten Urlauber geht es nach der Landung gleich an die Playa de Palma und die anderen Touristenhochburgen an der Süd- und Ostküste der Insel.

Ferienanlagen teils komplett ausgebucht

Die Hotels dort meldeten im Juli und im August eine Auslastung von über 90 Prozent, viele Ferienanlagen waren komplett ausgebucht. Tagsüber hieß das: überfüllte Strände – abends und nachts überfüllte Strandpromenaden und Partymeilen. Doch wer dort hin ging, dem gefiel es.

“Man hat es sich schlimmer vorgestellt. Wir hatten schon Angstattacken gehabt, ob wir überhaupt unser Hotelzimmer bekommen, weil es hieß, es sei überbucht”, erzählt eine deutsche Urlauberin. “Aber es hat alles super geklappt. Ich finde es nicht extremer als all die anderen Jahre.” Ein weiterer Tourist sagt: “Ich hab es mir viel voller vorgestellt. Aber ich finde es noch angenehm.”

Obergrenze für Touristen

Für die Balearen-Regierung war die Insel in diesem Sommer aber zu voll. Sie hat ein neues Tourismusgesetz durchs Parlament gebracht – darin ist eine Art Urlauber-Obergrenze festgelegt: Hotel-Neubauten sind erst einmal verboten, Wohnungsbesitzer dürfen ein Jahr lang keinen Antrag stellen, ihre Zimmer an Touristen zu vermieten. Die Zahl der Ferienbetten auf Mallorca ist damit auf 430.000 limitiert.

Die Stadt Palma möchte außerdem stärker gegen den Sauftourismus vorgehen, vor allem am sogenannten Ballermann und in der Schinkenstraße, sagte Bürgermeister Antoni Noguera im Interview mit dem ARD-Studio Madrid: “Diese Zone ist der Schandfleck der Playa de Palma, wo es fast nur darum geht, die Urlauber mit Alkohol zu versorgen. Im Juni tauchte dort auch eine Gruppe Neonazis auf. Wir müssen die Veranstalter dazu bringen, dass sie ihr Geschäftsmodell ändern und auf Qualitätstourismus setzen”, sagt Noguera.

Demos gegen Massentourismus

Immer wieder haben in diesem Sommer Mallorquiner gegen den Massentourismus demonstriert – konkret gegen die Auswirkungen für die Inselbewohner: Umweltprobleme wegen der Tausenden Mietwagen auf Mallorca, kaum bezahlbarer Wohnraum wegen der vielen Ferienvermietungen.

Für den 23. September haben Umweltverbände zu einer Großkundgebung in Palma aufgerufen – das Motto: “So weit ist es gekommen, stoppt den Massentourismus!”

Es gibt noch Fleckchen ohne Massentourismus

Aber: Mallorca war in diesem Sommer nicht überall überfüllt. Vor allem in der Bergkette Tramunatana im Norden gibt es immer noch Orte ohne Massentourismus. Wer von der Playa de Palma mal nach Bunyola oder Fornalutx fährt, glaubt, auf einer ganz anderen Insel zu sein.

Nordkorea-Jahrestag: Blumen, Soldaten – keine Raketen

Tanzende Frauen, ernste Soldaten, imposante Denkmäler: Die nordkoreanischen Staatsmedien verbreiten zum 69. Jahrestag der Staatsgründung Fotos kommunistischer Harmonie. International wurde vor allem erleichtert registriert, was nicht stattfand.

Anlässlich des 69. Jahrestages der Staatsgründung hat sich Nordkorea als “unbesiegbare Atommacht” gefeiert. Die staatlichen Medien veröffentlichten Fotos von bunt gekleideten Frauen, die Blumen niederlegten und Soldaten vor Monumenten.

In einem Leitartikel der Parteizeitung “Rodong Sinmun” wurde dazu aufgerufen, dass Raketen- und Atomprogramm auszubauen. Das Land müsse mehr “wundersame Ereignisse” wie den Test einer Interkontinentalrakete am 28. Juli schaffen. So könne man sich gegen Aggressionen der USA schützen.

Die Vereinigten Staaten würden weiterhin “Geschenkpackungen in verschiedener Form und Größe” erhalten, solange sie die feindliche Politik gegenüber Pjöngjang aufrecht erhalten, hieß es in einem anderen Artikel. Machthaber Kim Jong Un hatte die Raketentests als “Geschenkpackungen” an die USA bezeichnet.

Keine neuen Waffentests

Aufmerksam wird international beobachtete, was heute nicht in Nordkorea stattfand: weitere Raketen- oder gar Atombombentests. Dies hatten insbesondere Experten in Südkorea erwartet.

Einem Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums zufolge gab es auf den Testgeländen heute keine Anzeichen für entsprechende Vorbereitungen. Allerdings könne das kommunistische Land jederzeit Raketen von mobilen Plattformen aus starten.

Im vergangenen Jahr hatte Nordkorea am 9. September seinen fünften Atomtest vorgenommen. Am vergangenen Sonntag erfolgte der sechste und bisher gewaltigste Atomwaffentest. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe.

Für Tests könnte nun der 10. Oktober genutzt werden – dann feiert Nordkorea die Gründung der Kommunistischen Partei.

USA fordern neue Sanktionen

Unterdessen drängen die USA auf weitere Sanktionen als Reaktion auf den Atomwaffentest am vergangenen Sonntag. Sie beantragten für Montag eine Abstimmung im Weltsicherheitsrat. Der entsprechende Resolutionsentwurf wurde allein von Washington ausgearbeitet und den Ratsmitgliedern bereits vorgelegt. Es ist aber unklar, ob die Veto-Macht China neue Strafmaßnahmen mitträgt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. September 2017 um 12:15 Uhr.

Weltspiegel-Reportage: Darjeeling-Tee in Gefahr

Weltspiegel-Reportage: Darjeeling-Tee in Gefahr | tagesschau.de

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Stand: 09.09.2017 12:17 Uhr

Die Teepflücker von Darjeeling streiken – viele von ihnen gehören zum Volk der Gurkha, sie fordern einen eigenen Bundesstaat in Indien. Durch den Streik sind die Teepflanzen in Gefahr. Frühere Erträge zu erreichen, könnte Jahre dauern.

Von Peter Gerhardt, ARD Neu-Delhi


Weitere Reportagen zu Indien, Japan und China am Sonntag um 19.20 Uhr im Ersten.

Über dieses Thema berichtet der Weltspiegel am 10. September 2017 um 19:20 Uhr.

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Mexiko: Nach dem Erdbeben kommt “Katia”

Mexiko: Nach dem Erdbeben kommt “Katia” | tagesschau.de

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Stand: 09.09.2017 11:20 Uhr

Während Mexiko noch mit den Folgen des Erdbebens kämpft, ist der Sturm “Katia” bei Tecolutla auf Land getroffen. “Katia” war zuvor als Hurrikan vor die Küste gezogen, wurde aber mittlerweile zum Tropensturm herabgestuft.

Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko ist nun der Tropensturm “Katia” auf die Küste des Landes getroffen. Der Sturm traf in der Nacht zum Samstag als Hurrikan der Kategorie eins auf die Ostküste und wurde anschließend zum Tropensturm herabgestuft. Das US-Hurrikan-Zentrum warnte vor “lebensbedrohlichen Überschwemmungen und Schlammlawinen, insbesondere in bergigen Regionen”.

Betroffen waren zunächst die Bundesstaaten Veracruz sowie Teile von Hidalgo und Puebla. Vorhergesagt wurden bis zu 64 Zentimeter Regen in einigen Gebieten.

Den Erwartungen der US-Wetterexperten zufolge könnte sich der Wirbelsturm im Laufe des Tages auflösen. Der Region bringt “Katia” dennoch starken Regen und hohe Wellen.

Mindestens 61 Menschen starben durch Erdbeben

Mexiko war erst am Freitag von einem schweren Erdbeben der Stärke 8,2 erschüttert worden. Am schlimmsten traf es den Behördenangaben zufolge den Bundesstaat Oaxaca: Allein dort seien mindestens 45 Tote zu beklagen gewesen. Zwölf Menschen starben in Chiapas und vier in Tabasco. Die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen.

In den am stärksten betroffenen Regionen suchten die Rettungskräfte nach Verschütteten. In dem Touristenort Oaxaca stürzten Augenzeugen zufolge Teile eines Hotels ein. In Mexiko-Stadt gingen Fensterscheiben zu Bruch, in einigen Stadtteilen fiel der Strom aus. Auch im benachbarten Guatemala bebte die Erde.

“Irma” zieht weiter Richtung Florida

Der wieder zum Hurrikan der höchsten Kategorie fünf hochgestufte Wirbelsturm “Irma” zog unterdessen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 257 Kilometern pro Stunde über das kubanische Archipel Camagüey hinweg und weiter Richtung Florida.

Weiter östlich auf dem Atlantik zog “Jose” als Hurrikan der Kategorie vier in Richtung Westen, er befand sich rund 385 Kilometer ost-südöstlich der nördlichen Leeward-Inseln.

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Schweres Erdbeben vor Mexiko

Eines der bisher schwersten Erdbeben hat Mexiko erschüttert. Mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, liefen die Menschen teilweise in Schlafanzügen auf die Straße – so wie hier in Mexiko-Stadt. | Bildquelle: AFP

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 08. September 2017 um 01:03 Uhr sowie die tagesschau am 09. September 2017 um 09:53 Uhr.

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Aung San Suu Kyi: Rassistin oder Demokratie-Ikone?

Erstmals seit Beginn der Kämpfe in Myanmar hat die Regierung Hilfe für die vertriebenen muslimischen Rohingya in Aussicht gestellt. Die unter Druck geratene Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist in einer Zwickmühle.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

“Der Buddhismus wird niemals sterben”, rufen die karmesinrot-gewandeten Mönche in Mandalay: “Alle, die unseren Glauben beleidigen, sind unsere Feinde.” Für westliche Beobachter sind die hasserfüllten Gesichter der Mönche und ihre gereckten Fäuste irritierend – gilt Buddhismus doch als Inbegriff der Friedfertigkeit und der Toleranz. Doch für die nationalistischen Mönche in Myanmar gibt es in ihrem Land keinen Platz für die islamische Minderheit der Rohingya, sagt ein Mönch der Gruppe Mabata. “Islam und ‘Islamischer Staat’ sind ein und dasselbe. Nur ein anderer Name. Wir beschützen die Leute vor ihrem Terror. Muslime stehen für Mord und Vergewaltigung”, sagt er.

“Es gibt zwei Aung San Suu Kyis”

Mehr als 290.000 Rohingya sind laut UN in den vergangenen zwei Wochen aus der bitterarmen Rakhine-Provinz nach Bangladesch geflohen – sie berichten von in Brand gesetzten Dörfern, Vergewaltigung, Mord. Durch buddhistische Nationalisten aber auch die Armee nach dem Angriff von Rohingya-Aktivisten auf burmesische Polizeistationen. Bis heute verweigert die Regierung Myanmars den Rohingya die Staatsbürgerschaft. Für die meisten Burmesen sind sie Bengali, Menschen aus Bangladesch, obwohl sie seit Jahrhunderten hier leben.

Menschenrechtsorganisationen warnen seit langem vor ethnischen Säuberungen – doch die de-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wiegelte stets ab. “Nein, nein, das ist keine ethnische Säuberung”, sagte sie. “Diese Probleme haben mit Angst zu tun – auf beiden Seiten. Und das muss die Welt verstehen, dass nicht nur die Muslime Angst haben, sondern auch die Buddhisten.”

Was die Welt sieht, ist vor allem eine Friedensnobelpreisträgerin und Demokratie-Ikone, die zum Schicksal der verfolgten Rohingya-Minderheit schweigt. Die von Fake News spricht und der Armee freie Hand lässt. Es gibt zwei Aung San Suu Kyis, glaubt Menschenrechtsaktivist Maung Sani. “Da ist die Kämpferin für die Menschenrechte, die für ihren Widerstand gegen die Diktatur gefeiert wurde – und da ist die Politikerin, die mit dieser Armee gemeinsame Sache macht.”

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“Um zu überleben, muss sie mit der Armee zusammenarbeiten”

Gebt ihr eine Chance, fordert dagegen der frühere Präsident Jose Ramos-Horta, Friedensnobelpreisträger wie Aung San Suu Kyi: “Sie ist in einer extrem schwierigen Lage. Die Armee hat immer noch eine ungeheure Macht im Lande. Aung San Suu Kyi hat es mit einer sehr fragilen Gesellschaft zu tun, der Übergang von der Diktatur zur Demokratie ist noch längst nicht abgeschlossen. Um zu überleben, muss sie mit der Armee zusammenarbeiten”, sagt der Ex-Präsident.

Die Zeit allerdings arbeitet gegen die Rohingya. Bangladesch hat seine Grenzen geschlossen, trotzdem fliehen Frauen und Kinder weiter über Minenfelder. Familien wagen sich mit kleinen Booten auf das Meer, Dutzende ertrinken. Von 400 Toten spricht die Regierung in Myanmar – die Vereinten Nationen halten mehr als 1000 Opfer für realistischer. Und mit jedem Tag werden es mehr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. September 2017 um 06:46 Uhr.