US-Behörden hören mit einem Gerichtsbeschluss 3,29 Millionen Telefonate ab

Die Aktion dient der Überwachung von 26 Personen. Gegen sie wird wegen Drogenvergehen ermittelt. Die Kosten der Abhörmaßnahmen belaufen sich auf 335.000 Dollar. Am Ende finden die Ermittler keinerlei Beweise für ein kriminelles Verhalten.

US-Behörden haben im vergangenen Jahr mit einem einzigen Gerichtsbeschluss 3,29 Millionen Telefonate abgefangen und aufgezeichnet. Die Abhörgenehmigung wurde im Rahmen von bundesweiten Ermittlungen im Zusammenhang mit Drogenvergehen erteilt. Ziel war es, die Aktivitäten von 26 verdächtigen Personen im US-Bundesstaat Pennsylvania zu verfolgen.

Telefon (Bild: Telefon (Bild: Shutterstock/razihusin)Die Anrufe wurden in einem Zeitraum von rund zwei Monaten mitgeschnitten. Die Kosten der Abhörmaßnahmen beliefen sich auf 335.000 Dollar. Zwar wurden rund zwölf Personen verhaftet, aber keiner der Tatverdächtigen wurde angeklagt oder gar verurteilt. Unter anderem lieferte das Abhören der Telefonanrufe keinerlei Beweise für ein kriminelles Verhalten.

Die Details zu den Ermittlungen stammen aus dem jährlichen Abhörbericht der US-Gerichte, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Über den Fall an sich ist indes nur wenig bekannt, da die zugehörigen Akten offenbar noch unter Verschluss sind. Unklar ist beispielsweise, wie viele US-Bürger von den Abhörmaßnahmen betroffen waren. Anhand der Zahl der aufgezeichneten Gespräche soll es allerdings eine der größten Abhöraktionen von US-Behörden der vergangenen Jahre gewesen sein.

Der Rechtsanwalt Albert Gildari, der am Center for Internet and Society der Stanford Law School lehrt, kritisierte die Ermittlungen scharf. „Sie haben ein Vermögen ausgegeben, um 26 Personen zu verfolgen und drei Millionen Gespräche aufzunehmen und offenbar haben sie gar nichts“, sagte der Jurist. „Ich würde gerne die mutmaßliche eidesstattliche Erklärung dafür sehen und frage mich, was sich das Gericht während der zehntätigen Beratungen überlegt hat.“

Das Ergebnis der Ermittlungen sei indes nicht überraschend. Generell sei nur ein sehr, sehr kleiner Prozentsatz der Telefongespräche belastend. Außerdem führe nur ein sehr, sehr kleiner Prozentsatz zu einer Verurteilung.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

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Von Software Defined bis Composable – Neue Architekturansätze im Datacenter

Im Audio-Webinar am 5. Juli 2017 um 11 Uhr erläutert Florian Bettges von HPE wie Unternehmen von hybriden IT-Konzepten profitieren können. Dabei geht er auf die Vorteile der einzelnen Ansätze ein und stellt Konzepte vor, wie die unterschiedlichen Ansätze in Zukunft in hybriden IT-Konzepten ineinander fließen.

Champions League: Glanzloser Bayern-Sieg gegen Anderlecht

Kurz vor dem Lewandowski-Treffer hätte James Rodriguez nach einer Flanke von Franck Ribéry beinahe das 1:0 erzielt, doch sein Kopfball war zu unplatziert.

Pfiffe zur Pause

Die Gastgeber kombinierten gefällig, doch Tempo, Biss und die Präzision beim entscheidenden Pass fehlten. Entsprechend wenig Abschlüsse brachten die Bayern zustande. Gegen Ende der ersten Halbzeit schlichen sich immer mehr Unachtsamkeiten ein, so dass sogar Neuer bei einem von den Belgiern zu zaghaft vollendeten Konter erstmals beschäftigt wurde. Lewandowski ging wenig später kopfschüttelnd in die Halbzeitpause, es gab sogar vereinzelt Pfiffe der Bayern-Fans unter den 70.000 in der Arena. Arjen Robben: “Da müssen wir uns alle hinterfragen. Wir dürfen alle nicht so viel reden. Wir müssen auf dem Platz reden.”

Kimmich mit Tor und Vorlage

Nach der Halbzeitpause lief es nicht besser für die Bayern, im Gegenteil. Anderlecht spielte plötzlich mutig nach vorne und hätte um Haaresbreite ausgeglichen, doch nach einer feinen Kombination traf Alexandru Chipciu aus kurzer Distanz nur den Pfosten.

Danach wieder dasselbe Bild: Die Bayern drückten die Gäste in die Defensive, blieben aber im Abschluss harmlos. Doch ein Geistesblitz änderte alles: Kimmich flankte präzise, Thiago vollstreckte frei am langen Pfosten stehend ohne Probleme. In der Schlussminute durfte Vorlagengeber Kimmich dann selbst nach einem tollen Steilpass des eingewechselten Jerome Boateng vollenden – allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position.

Topspiel gegen Paris

Am zweiten Spieltag müssen die Bayern am 27. September zu Paris St. Germain, das die Gruppe B nach einem deutlichen 5:0-Erfolg gegen Celtic Glasgow anführt.

Nach “Irma”: “Größte Luftbrücke seit dem Zweiten Weltkrieg”

In Florida werden die Schäden von Hurrikan “Irma” erst langsam sichtbar. In der Karibik zeigt sich schon jetzt, dass das Ausmaß der Zerstörung enorm ist. Frankreich richtete eine Luftbrücke nach Saint-Martin ein. Die Bundesregierung schickte ein Krisenteam in die USA.

Angesichts der gewaltigen Zerstörung durch Hurrikan “Irma” läuft in der Karibik und im Süden der USA eine riesige Hilfs- und Aufräumaktion. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von der “größten Luftbrücke seit dem Zweiten Weltkrieg”, die zur Versorgung der Sturmopfer in der Karibik eingerichtet worden sei.

Macron sagte, rund 1900 bewaffnete Sicherheitskräfte und Hilfsgüter hätten auf die von “Irma” heimgesuchten Inseln Saint-Martin und Saint Barthélémy gebracht werden können. Der französische Präsident begann in Pointe-à-Pitre auf der Karibikinsel Guadeloupe einen Krisenbesuch.

Der niederländische König Willem-Alexander sagte bei einem Besuch auf Sint Maarten, die Verwüstung übersteige alle Vorstellungskraft. “So etwas habe ich noch nie gesehen. Und ich habe ziemlich viel Naturgewalt und Kriegsgewalt gesehen”, sagte er.

Einer der schwersten Tropenstürme

“Irma” war am vergangenen Mittwoch als Hurrikan der höchsten Stufe 5 auf der Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Er ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Insgesamt kamen mindestens 48 Menschen ums Leben. Einige Karibikinseln wurden so schwer zerstört, dass sie als unbewohnbar gelten.

Im Süden der USA wird das Ausmaß der Schäden nach und nach sichtbar. Die Katastrophenschutzbehörde Fema schätzt, dass auf der Inselgruppe der Florida Keys ein Viertel aller Häuser zerstört sind. Die übrigen 65 Prozent hätten große Schäden erlitten, sagte Fema-Direktor Brock Long. “Im Grunde ist jedes Haus auf den Keys auf irgendeine Art betroffen.”

Vom Auge des Sturms getroffen

Die Inselgruppe war am Sonntagmorgen direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Das US-Verteidigungsministerium schickte einen Flugzeugträger zu den Inseln, um die Rettungsmaßnahmen zu unterstützen.

Das Weiße Haus rechnete damit, dass geflohene Bewohner möglicherweise über Wochen nicht zurückkehren können. In dem gesamten Bundesstaat waren 15 Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, wie das Heimatschutzministerium mitteilte.

Elf Tote

Im nördlichen Nachbarstaat Georgia hatten eine Million Menschen keinen Strom. Dort starben in Folge des Sturms drei Menschen. In South Carolina gab es ein Todesopfer. Damit stieg die Zahl der Toten inoffiziellen Schätzungen von US-Medien zufolge auf elf.

Die Westküste Floridas wurde von dem befürchteten Horrorszenario verschont. Bei ihrem Zug über die Halbinsel sorgte “Irma” aber in der nordöstlich gelegenen Stadt Jacksonville für heftige Überflutungen. Prognosen zufolge sollte es sich der Sturm am Abend auflösen.

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Krisenteam aus Deutschland

In den USA traf auch ein 31-köpfiges Krisenteam aus Deutschland ein. Dazu gehörten Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks, teilte das Auswärtige Amt mit. Ein A400M-Transportflugzeug der Bundeswehr brach zudem mit Hilfsgütern an Bord nach Curaçao auf. Bis zu 200.000 deutsche Staatsangehörige halten sich nach Angaben des Außenamts in Florida auf.

Auch in der Karibik seien Deutsche von dem Sturm betroffen. So sollen mit dem A400M in den nächsten beiden Tagen auf der karibischen Insel Sint Maarten/Saint-Martin gestrandete Deutsche ausgeflogen werden. In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia sei zudem ein regionales Krisenzentrum zur Hilfskoordination eingerichtet worden. Das Generalkonsulat Atlanta sei personell verstärkt worden.

Mehr als 100 Schwerverbrecher ausgebrochen

Die Britischen Jungferninseln in der Karibik haben neben dem Durchzug von Hurrikan “Irma” mit einer weiteren Gefahr zu kämpfen gehabt. Mehr als 100 Schwerverbrecher waren aus einem Gefängnis ausgebrochen und stellten eine “ernsthafte Bedrohung” für Recht und Ordnung in dem britischen Überseegebiet dar, wie der britische Staatssekretär im Außenministerium, Alan Duncan, in London sagte. Es habe die Gefahr bestanden, dass der Rechtsstaat komplett zusammenbreche.

Nach dem Ausbruch der Häftlinge seien am Freitag britische Soldaten eingesetzt worden, um “den Gouverneur sowie alles zu beschützen, was mit Recht und Ordnung zusammenhängt”, sagte er. Nach wachsender Kritik an den Hilfsmaßnahmen der Londoner Regierung will Außenminister Boris Johnson die kommenden Tage in der Region verbringen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2017 um 07:26 Uhr.

iPhone 8 mit LCD, iPhone X mit OLED ab 1.149 Euro

Schmale Rahmen, OLED-Display, sechs Kerne – nur das teure iPhone X bietet das, das iPhone 8 ist dafür günstiger. Und schneller lieferbar. Insgesamt gibt es drei neue iPhones. Alle Neuerungen von Apples wichtigstem Produkt im Überblick.

Wie erwartet hat Apple in seiner neuen Firmenzentrale in Cupertino die nächste Generation der iPhones vorgestellt. Für Fans der Marke gilt ab sofort eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Man muss sich zwischen dem mit moderner Technik vollgestopften iPhone X entscheiden, oder sich mit dem billigeren iPhone 8 begnügen, das nur moderat aktualisiert wurde. In den letzten beiden Jahren unterschieden sich die Geräte vor allem durch die Größe, das iPhone 7 Plus bot zusätzlich noch eine Doppelkamera.

iPhone-X-Aufloesung (Screenshot: ZDNet.de)

Das iPhone X – der Name deutet auf das 10-jährige Jubiläum des Smartphones hin und wird auch „Ten“ ausgesprochen – ist Apples erstes Handy mit OLED-Bildschirm. Drei Generationen nach Samsung zieht Apple nun mit dem Konkurrenten in der Displaytechnik gleich. OLEDs benötigen keine eigene Beleuchtung, bieten völlig schwarzes Schwarz und sind blickwinkelstabil, aber auch in der Herstellung teurer als LCDs. Das Display im iPhone X hat eine Auflösung von 2436 x 1125 Pixeln, was 458 ppi entspricht, die Diagonale beträgt 5,8 Zoll. Besonders ist auch die Unterstützung von HDR10 sowie Dolby Vision für erweiterte Farbräume.

iPhone-X-Verfuegbarkeit

Eingefasst wird der Bildschirm von einem sehr schmalen Rahmen. Der typische Guckkasten-Look, der die iPhones seit zehn Jahren typisierte, ist Geschichte. Das Display ist zwar nicht wie beim Trendsetter Galaxy S8 an den langen Seiten um das Gehäuse geführt, aber an den Schmalseiten gibt es weniger Rahmen als beim Samsung-Smartphone. Diese Umrandung ist aus Edelstahl ausgeführt, was etwas an frühere iPods erinnert. Lautsprecher, Frontkamera und der neuartige Infrarotscanner für die 3D-Gesichtserkennung namens Face-ID müssen aber trotzdem irgendwo Platz finden. Daher hat das Display oben eine Aussparung des nutzbaren Bereichs. Dort sitzen die Elemente, die sich bisher im Rahmen befanden. Apple nutzt die beiden Teile links und rechts der Sensoren für getrennte Benachrichtigungsfelder.

iPhone-X-Sensoren

Einen Fingerabdruckscanner und auch den Home-Button gibt es nicht mehr. Ersterer wird durch den 3D-Scanner ersetzt, damit lässt sich das Gerät entsperren und Apple-Pay nutzen.  Die Startseite des iPhone X lässt sich nun nicht mechanisch, sondern mit einer Geste aufrufen. Dafür muss der Anwender vom unteren Rahmen nach oben wischen. Ebenso, mit einer kleinen Pause nach der Bewegung, lassen sich die laufenden Apps aufrufen. Zur Laufzeit des Akkus oder gar dessen Kapazität macht Apple traditionell bisher keine Angaben.

iPhone-X-Face-ID-Face-Detection

Beim Prozessor ist die Lage klarer: Der neue A11 Bionic hat ähnlich dem Big-Little-Konzept von ARM – auf deren 64-Bit-Architektur er weiterhin basiert – zwei große und vier kleine Kerne. Die großen sind für anspruchsvolle, rechenintensive Anwendungen wie Spiele und Medienbearbeitung vorgesehen und schneller als die kleineren. Dafür benötigen sie aber auch mehr Energie. Bei Alltagsaufgaben wie der Medienwiedergabe und dem Browsen springen nur die vier kleinen Kerne an. Ist besonders viel zu tun, sind alle sechs Kerne aktiv.

iPhone-X-A11-Bionic-Features

Die kleinen sind laut Apple 70 Prozent schneller als die des A10, die großen ebenfalls. Der Chip besteht aus 4,3 Milliarden Transistoren. Nur zum Vergleich: Das entspricht einer 2014 erschienenen Xeon-CPU von Intel für Server mit 15 Kernen. Spezielle, in der Hardware befindliche Funktionen sollen für die Gesichtserkennung sorgen, Apple deutet damit neurale Netze an, und nennt sie auch „neural“. Die GPU soll auch neu designt sein, wie viel schneller sie ist, sagte Apple nicht.

iPhone-8-Kamera: 12 Megapixel, f/1.8, f/2.8 (Screenshot: ZDNet.de)

Die Sensoren der Zwillingskameras haben 12 Megapixel samt einer optischen Bildstabilisierung, die Anfangsblendenöffnung beträgt f1,8 und f2,4. Schon bei der Motivauswahl, also vor der Aufnahme, kann man mit der Software den Look anpassen, eine Vorschau in Echtzeit erleichtert das. Ein Beispiel ist „Studio Light“, das gezielt Gesichter aufhellen kann.

iPhone-8-Kamera: Portrait (Screenshot: ZDNet.de)

Ein neuer Videocontroller sorgt dafür, dass Full-HD-Videos mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden können. Das eignet sich gut für Zeitlupen, auch in der Nachbearbeitung. Für Augmented Reality gibt es ein Gyroskop und einen Motion-Tracker. Die Kameraaufnahme der wirklichen Welt kann mit den digitalen Objekten bei 60 Bildern pro Sekunde kombiniert werden. Eine nette Spielerei: Die Kombination mit dem Gesichtsscanner ermöglicht animierte Emojis, die sich auch in Chats verwenden lassen. Der Nutzer kann so seinen eigenen Avatar für sich sprechen lassen. Niedliche Tiere, aber auch einen ebenso nett aussehenden Exkrementhaufen liefert Apple mit.

iPhone-X-Snapchat-Maske

Die Neuerungen des iPhone 8 mit 4,7-Zoll-Display und iPhone 8 Plus mit 5,5 Zoll fallen weit weniger deutlich aus. Bei diesen Geräten gibt es zwar auch das A11-Bionic-SoC, aber weiterhin ein LCD und das klassische Design mit vergleichsweise breiten Rahmen und Home-Button. Die Dual-Kamera ist beim Plus-Modell vorhanden, die Tele-Linse bietet aber nur f2,8 statt f2,4 wie beim iPhone X. Die erweiterten Funktionen wie Studio Light und Portrait Mode zum automatischen Freistellen bei Selfies bietet nur das Plus-Modell, dem iPhone 8 ohne Plus fehlt die zweite Kamera dafür.

iPhone-X-Air-Power-2

Gemeinsam ist allen neuen iPhones die Möglichkeit für drahtloses Laden nach dem Qi-Standard. Dafür will Apple auch eine eigene Ladematte namens Air Power auf den Markt bringen. Ebenso sind die Apple-Smartphones wie bisher gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Das iPhone 8 soll ab dem 22. September geliefert werden und in der kleinsten Ausstattung mit 64 GByte 799 Euro kosten. Das Plus-Modell mit 64 GByte kostet 909 Euro. Erst ab dem 27. Oktober ist laut Apple das iPhone X vorbestellbar, verfügbar soll es ab dem 3. November sein, es kostet mit 64 GByte 1149 Euro. Für 256 GByte sind 1.319 Euro gefordert. Anders ausgedrückt: Für ein großes iPhone X gib es zwei Samsung Galaxy S8+.

iPhone-X-Zusammenfassung

Bundeswehr: Auftrag für Korvetten-Neubau erteilt

Fünf Schiffe für die Marine: Nun doch – Korvetten werden gebaut | tagesschau.de

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Stand: 12.09.2017 21:09 Uhr

Aufatmen im Verteidigungsministerium: Kurz vor der Bundestagswahl ist der Bau von fünf Korvetten für die Marine unter Dach und Fach. Dem Auftrag war ein Streit zwischen Werften vorausgegangen. Über die neuen Schiffe kann sich auch Mecklenburg-Vorpommern freuen.

Der lange Streit über den Bau fünf weiterer Korvetten für die deutsche Marine ist beigelegt. Der Vertrag mit einem Werft-Konsortium sei unterzeichnet worden, teilte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mit.

Die Schiffe sollen ab 2022 ausgeliefert werden. Insgesamt hat der Vertrag ein Finanzvolumen von knapp zwei Milliarden Euro. Die Auftragsvergabe kurz vor der Bundestagswahl dürfte Verteidigungsminister Ursula von der Leyen freuen, die das Beschaffungswesen komplett umkrempeln möchte.

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Streit zwischen Werften

Der Auftrag war zunächst ohne öffentliche Ausschreibung an das Konsortium Arge K130 der Werften Lürssen und Thyssen Krupp Marine Systems gegangen, die bereits fünf Korvetten für die Marine gebaut haben. Dagegen hatte German Naval Yards Kiel Einspruch erhoben. Schließlich wurden die Kieler am Bau der neuen Korvetten beteiligt. Das Kartellamt gab im Juli grünes Licht für die Beteiligung der Werft.

Von dem Auftrag profitiert am Ende vermutlich besonders Mecklenburg-Vorpommern, wo die Korvetten nach bisherigen Aussagen nicht nur zum Teil gebaut, sondern auch stationiert werden sollen. Eine Prüfung des Standortes Warnemünde läuft derzeit.

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EU startet Initiative: Gratis WiFi für alle

Vor allem ländliche Regionen, die noch nicht flächendeckend mit Internetanbindung versorgt sind, sollen profitieren: Die EU hat beschlossen, bis zu 8000 Orten neue Hotspots in Europa mitzufinanzieren. Allerdings steht das Vergabeverfahren in der Kritik.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel, zzt. Straßburg

Mitten auf dem Land, wunderschöne Natur. Gut zum Entspannen, schlecht zum Surfen. Viele Dörfer in entlegenen Landstrichen haben weder schnelle Internetverbindungen noch kostenfreies WLAN. Das soll sich in den kommenden zwei Jahren ändern: Die EU will Hotspots an bis zu 8000 Orten in Europa mitfinanzieren.

Auf öffentlichen Plätzen, in Krankenhäusern und Büchereien sollen Bürger bald zusätzlich kostenfrei online gehen können. Es geht vor allem um Orte, die bislang noch keinen Zugang zu öffentlichem WLAN haben. Für die Initiative “WIFI4EU” stehen 120 Millionen Euro zur Verfügung. Das Europaparlament hat mehrheitlich dafür gestimmt.

Vor allem Dörfer sollen profitieren

Die Befürworter sehen in “WIFI4EU” ein starkes politisches Signal. Die Initiative werde dazu beitragen, dass vor allem Dörfer nun kostenfreien Zugang zum Internet bekommen, was für Unternehmen und Privatleute wichtig sei. Durch sie werden alle von der digitalen Revolution profitieren, meint die französische Europaabgeordnete Anne Sander von den Christdemokraten.

Kritiker im Europaparlament bezweifeln den Nutzen des kostenfreien WLANs, solange in den Orten kein leistungsfähiges Internet vorhanden ist. Es sei naiv zu glauben, dass jetzt die digitale Revolution beginnt, kritisiert die belgische Europaabgeordnete Anneleen van Bossuyt von der rechtspopulistischen Partei NV-A. Das Geld hätte man viel besser in superschnelles Internet investieren sollen, meint sie.

“Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”

Bewerben können sich Gemeinden und öffentliche Einrichtungen. Die Vergabe soll nach dem Prinzip “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” funktionieren. Um den bürokratischen Aufwand möglichst gering zu halten, sollen die Teilnehmer Internet-Gutscheine erhalten, die die Startkosten vollständig abdecken. Wer den Zuschlag bekommt, muss den Hotspot für mindestens drei Jahre zur Verfügung stellen.

Der österreichische Grünen-Abgeordnete Michel Reimon warnt vor Fehlern beim Vergabeverfahren: “Wenn der Zugang über die Reihenfolge der Bewerbungen geregelt ist, dann kann das dazu führen, dass sich große, leistungsfähige Kommunen, als erstes bewerben, und dieses Geld nicht dorthin kommt, wo wir es eigentlich haben wollten, nämlich in kleine, strukturschwache Regionen.”

Die EU-Kommission müsse die kleinen Kommunen möglichst bald motivieren, sich zu bewerben. Jedes Dorf und jede Stadt in der EU soll bis 2020 kostenlose Internet-Hotspots an zentralen Orten zur Verfügung stellen, hatte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor Monaten gesagt. Das wird wohl nicht klappen. Aber ein Anfang ist gemacht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. September 2017 um 16:51 Uhr.

Rüstungsdeal – Türkei brüskiert die NATO

Sie zählen zu den modernsten Luftabwehrsystemen: russische Raketen vom Typ S-400. Nun kauft das NATO-Land Türkei S-400 und brüskiert die Partner. Es könnte der NATO aber auch Zugang zu wertvollen Informationen verschaffen.

Von Sebastian Schöbel, ARD-Studio Brüssel

Mit einem lauten “Klack-Klack” wird die Rakete aus ihrem Abschusscontainer am Ende eines Lkw katapultiert. Nach einigen Metern in der Luft zündet sie und rast ihrem Ziel entgegen.

Es ist der Stolz der russischen Luftabwehr, das System S-400 “Triumf”: Auf YouTube kann man es auf etlichen Videos sehen, oft hochgeladen von Fans russischer Wehrtechnik und nicht selten erstellt mit offiziellem Filmmaterial der russischen Streitkräfte.

Das S-400 ist laut Militärexperten – und zwar nicht nur in Moskau – das derzeit wohl fortschrittlichste Luftabwehrsystem der Welt: Reichweite angeblich bis zu 400 Kilometer, einsetzbar gegen fast alles, was fliegt: Ballistische Raketen, Kampfjets, selbst Tarnkappenflugzeuge.

Die NATO nennt es SA-21, Codename “Growler” (Brummbär). Die Allianz muss nun mit ansehen, wie ein Mitglied der NATO, die Türkei, genau dieses System anschafft – gegen den expliziten Wunsch der Militärallianz.

Nicht kompatibel mit NATO-Luftabwehr

“Das ergibt eine Gemengelage, bei der man auf NATO-Seite durchaus besorgt sein muss”, sagt Ulrich Kühn, Abrüstungsexperte und Friedensforscher bei der Carnegie-Stiftung.

Denn das S-400-System ist nicht mit der NATO-Luftabwehr kompatibel, so Kühn. Ein Beitrag zum Raketenabwehrschirm des Westens ist es also nicht. “Damit macht die Türkei deutlich, dass sie sich als regionaler Player versteht, der Eigeninteressen verfolgt und zwangsläufig nicht danach geht, was die NATO in der Region will.”

Der Kauf ist auch ein politisches Signal an die Partner: Wir können auch ohne euch! Zwei alternative Waffensysteme wurden der Türkei angeboten, ein US-amerikanisches und ein europäisches mit deutscher Raketentechnik. Doch in beiden Fällen lehnten es die Hersteller ab, der türkischen Seite Einblicke in die Technik zu erlauben oder diese gar mit der türkischen Waffenindustrie weiterzuentwickeln.

Markt für Luftabwehrsysteme

Inzwischen hat die Bundesregierung sogar fast alle Rüstungsexporte in die Türkei eingestellt, wie Bundesaußenminister Sigmar Gabriel dem “Handelsblatt” bestätigte. “Die großen Anträge, die die Türkei zurzeit an uns stellt – und das sind wirklich nicht wenige – haben wir alle ‘on hold’ gestellt.”

Denn der Türkei angesichts der aktuellen politischen Lage Waffen zu verkaufen sei “nicht zu verantworten”, so Gabriel.

Russland hingegen stellt für den S-400-Verkauf keine Bedingungen. Im Gegenteil: Die Türkei erhält zwei S-400-Batterien plus die Lizenz, weitere Systeme in der Türkei zu bauen. “Das bedeutet, dass sich die Türkei eine Tür öffnet für einen sehr wichtigen und wachsenden Markt, den der Luftabwehrsysteme”, sagt Abrüstungsexperte Kühn.

Denn an einem eigenen Luftabwehrsystem arbeitet die Türkei schon länger, bisher aber ohne Erfolg – auch weil die westlichen Partner nicht mitmachen wollten.

Wertvolle Informationen für die NATO

Türkische Militärexperten gehen allerdings davon aus, dass die Türkei das S-400-System auch braucht, um Lücken in seiner Luftverteidigung zu stopfen. Bislang basiert die nämlich vor allem auf Kampfpiloten – von denen aber viele nach dem gescheiterten Putsch entlassen wurden, wegen angeblicher Kontakte zu den Putschisten. Nun fehlen sie in den Cockpits und die Türkei muss vor allem ihre Abwehr gegen ballistische Raketen neu ordnen.

Zudem könnte die NATO durch den Deal selbst wertvolle Informationen über das S-400-System erhalten – und es womöglich sogar in eigenen Manövern einsetzen, um sich dagegen zu wappnen.

Allerdings ist offen, wann die Türkei die erste S-400-Batterie aufstellen kann: Die Waffe wird quasi nur auf Bestellung gebaut, zudem warten bereits China und Indien auf die von ihnen bestellten Systeme. Vor 2019, so Experten, wird man den Einsatz eines S-400 wohl auch nur bei YouTube sehen können.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. September 2017 um 20:00 Uhr.

Basketball-EM: Deutschland scheitert an Spanien

Nach langer Führung unterlag das Team des scheidenden Bundestrainers Chris Fleming dem favorisierten Titelverteidiger in der Runde der besten Acht mit 72:84 (33:34) und muss seine Medaillenträume beenden. Schröder führte seine Mannschaft am Dienstag (12.09.17) in Istanbul mit 27 Punkten zwar erneut als bester Werfer an, konnte aber auch die neunte Niederlage in Serie gegen die Iberer nicht verhindern. Damit ist auch die Zeit von Chris Fleming als Bundestrainer vorbei – der Coach konzentriert sich zukünftig auf seine Arbeit als Assistent beim NBA-Club Brooklyn Nets. “Unsere Jungs waren bereit. Am Ende des Tages hat Marc einige unglaubliche Würfe getroffen”, sagte Fleming, “ich bin stolz darauf, wie wir aufgetreten sind. Wir sind enttäuscht, aber diese Generation ist sehr jung und wird noch einige Chancen bekommen.”

Schröder: “Dreier haben uns gekillt”

Beim frühen deutschen EM-Aus bei der Heim-Vorrunde 2015 in Berlin hatten die Spanier schon die Nationalmannschafts-Karriere von Nowitzki beendet – und erwiesen sich nun auch für die nächste Generation als Partycrasher. Nachdem Schröder & Co. Mitte des dritten Viertels noch vorne lagen, drehte NBA-Center Marc Gasol auf und dominierte mit 28 Zählern. “Unser Team hat einen sehr guten Job gemacht, aber die Dreier der Spanier haben uns gekillt”, resümierte Dennis Schröder. “Wir können stolz sein auf uns als Team.”

Erstklassiger Start

Anders als noch beim Achtelfinalcoup gegen Frankreich und im bisherigen Turnierverlauf erwischte das deutsche Team einen erstklassigen Start. Vorne trafen die deutschen Spieler ihre ersten Würfe und präsentierten sich hochkonzentriert in der Defensive. Spanien-Legionär Johannes Voigtmann stibitzte Center Marc Gasol den Ball und vollendete per Dunking zur 11:2-Führung. Wütend nahm Spaniens Coach Sergio Scariolo nach gut vier Minuten die erste Auszeit. Und nach dem schlafmützigen Beginn bewiesen die Iberer, warum sie den europäischen Basketball seit mehr als einer Dekade dominieren. Immer wieder ging der Ball zu den Gasols unter dem Korb, die ersten 14 Punkte der Spanier erzielten die beiden Brüder.

Apple Watch Series 3 unterstützt LTE

Die neue Apple Watch Series 3 ist trotz LTE-Unterstützung nicht größer geworden. Außerdem bietet sie einen um 70 Prozent schnelleren Dual-Core-Prozessor, der nun auch eine Sprachausgabe von Siri erlaubt.

Apple hat im Rahmen eines Presse-Events im neuen Steve Jobs Theatre am Firmensitz in Cupertino eine neue Smartwatch vorgestellt. Apple Watch Series 3 bietet wie erwartet Unterstützung für LTE. Damit lässt sich die Uhr auch zum Telefonieren nutzen. Allerdings gibt es die neue Smartwatch auch ohne LTE. Mit LTE kostet sie in den USA 399 Dollar, ohne 329 Dollar.

Apple Watch Series 3 (Screenshot: ZDNet.de)

Die Series-1-Varianten bleiben für 249 Dollar im Programm. Die Apple Watch Series 2 scheint hingegen nicht mehr angeboten zu werden. Das neue Modell kann ab dem 15- September vorbestellt werden. Eine Woche später soll sie allgemein verfügbar sein.

Das Display der LTE-Variante fungiert dabei als Antenne. Für die Kommunikation mit einem Mobilfunknetz hat Apple eine eSIM integriert. Die Uhr soll über die gleiche Nummer wie das iPhone erreichbar sein.

In einer Demo funktionierte die Telefonfunktion recht gut. Dazu wurde ein Gespräch mit einer Person auf einem See geführt, die sich mit einem Surfbrett per Paddel fortbewegte. Trotz dieser Aktion war ihre Stimme gut zu hören.

Apple Watch Series 3 (Screenshot: ZDNet.de)

Die neue Apple Watch Series 3 ist mit einem 70 Prozent schnelleren Dual-Core-Prozessor ausgestattet, sodass sie neue Funktionen bietet. Siri verfügt nun auch auf der Smartwatch über eine Sprachausgabe.

Wie Apple außerdem mitteilte, ist die Apple Watch nun die meistverkaufte Uhr der Welt. Apple setze mehr Uhren ab als Cartier, Fossil, Omega oder Rolex. 97 Prozent der Kunden sind laut Apple mit ihrer Apple Watch zufrieden.