Argentinien: Proteste nach Verschwinden von Indio-Aktivist

Argentinien: Protest nach Verschwinden von Indio-Aktivist | tagesschau.de

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Stand: 02.09.2017 16:55 Uhr

Der argentinische Indio-Aktivist Santiago Maldonado ist seit genau einem Monat verschwunden. Kritiker fürchten, er könnte aus politischen Gründen von staatlichen Sicherheitskräften verschleppt worden sein. Landesweit gingen deshalb Tausende Menschen auf die Straße.

Tausende Argentinier fordern Aufklärung über den Verbleib eines verschleppten Menschenrechtssaktivisten. „Wo ist er?“, riefen Demonstranten unter anderem während einer Kundgebung auf der symbolträchtigen Plaza de Mayo nahe des Regierungssitzes in Buenos Aires. Sie forderten die Regierung auf, Anstrengungen zu unternehmen, den 28-jährigen Santiago Maldonado wiederzufinden.

Auch Prominente, wie der ehemalige Fußballer Diego Maradona oder der Komponist Gustavo Santaolalla, unterstützen die Forderungen der Demonstranten.

Von Sicherheitskräften verschleppt?

Der Handwerker war vor einem Monat nach einem Protest für die Rechte von Mapuche-Indios im Zentrum des Landes verschleppt worden. Seitdem fehlt von dem ihm jede Spur. Laut Zeugenaussagen wurde Maldonado zuletzt gesehen, als er von Sicherheitskräften in dem Ort El Bolsón in der Provinz Río Negro geschlagen wurde.

Die Mapuches kämpfen dort seit Jahren um Land. Das Schicksal von Maldonado rief in dem südamerikanischen Land Angst vor früheren Zuständen hervor. Während der letzten Militärdiktatur (1976-1983) wurden Zehntausende Argentinier von Regimekräften verschleppt. Menschenrechtler sprechen von bis zu 30.000 Verschwundenen.

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