Müdigkeit am Steuer: Sekundenschlaf – für Pendler eine besondere Gefahr

Autopendler haben es nicht leicht. Zur Rushhour sind die Straßen oft verstopft. Das erfordert besondere Aufmerksamkeit. Hinzu kommt aber, dass die täglich gleiche Strecke wenig Abwechslung bietet und man sie fast „im Schlaf“ fahren könnte. Wer da nicht ausgeschlafen oder von der Arbeit müde ist, riskiert kurz einzunicken und einen Verkehrsunfall zu verursachen.

Mit der Kampagne „Vorsicht, Sekundenschlaf“ macht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) auf die Gefahren aufmerksam, die entstehen können, wenn man müde hinterm Steuer sitzt. Dabei sind zwei Schlaftypen zu unterscheiden, die „Lerche“ und die „Eule“. Je nach Typ, ist die Fahrt am frühen Morgen oder die am Abend nach Hause die gefährlichere.

„Lerchen“ sind morgens früh fit. Voraussetzung dafür ist aber, dass sie abends früh schlafen gehen. Vor der Heimfahrt am Spätnachmittag oder Abend empfiehlt es sich für die morgens Fitten, noch etwas frische Luft zu schnappen, bevor sie sich hinter das Steuer setzen.

Die Fahrt nach Feierabend fällt dagegen den „Eulen“ deutlich leichter. Für sie ist die Fahrt am frühen Morgen eine Herausforderung. Um nicht mit dem Schlaf kämpfen zu müssen, sollten sie sich morgens ausreichend Zeit zum Wachwerden nehmen. Wer unbedingt mit dem Auto fahren muss, könnte sich nach einer Fahrgemeinschaft umschauen. Ein wacher Beifahrer hält meist auch den Fahrer wach.

Entspannter ist meist die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn da kann man in Ruhe vor sich hindösen oder sich dem „Minutenschlaf“ hingeben, wenn man müde ist.

SiFa: Wie kann man Fachkraft für Arbeitssicherheit werden?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beantwortet auf ihrer Internetseite Fragen rund um die Ausbildung und die Bestellung von Fachkräften für Arbeitssicherheit.

Laut dem Informationszentrum der BAuA können auch Personen ohne sicherheitstechnische Fachkunde zur Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellt werden. Dafür müssen aber folgende Voraussetzungen gegeben sein:

Mit der Ausnahmegenehmigung ist es also bereits während der Qualifizierungsphase möglich, dass eine Person zur Sifa bestellt wird.

Den Einsatzzeitenrechner für Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte gemäß DGUV V 2 finden Sie hier.

Zur Berechnung der notwendigen Einsatzzeiten von Umweltbeauftragten und Umweltverantwortlichen gibt es bei Haufe auch einen Einsatzzeitenrechner, mehr dazu hier.

Selbstbestimmte Arbeitszeiten: Wann Abschalten besonders schwer fällt

Extrem flexible Arbeitszeiten gehen häufig zulasten der Beschäftigten. Interessanterweise reagieren Männer hier anders als Frauen. Männer sind am meisten gestresst, wenn sie ihre Arbeitszeit völlig selbst bestimmen können. Für Frauen stellen vor allem kurzfristige, unvorhersehbare Änderungen der Arbeitszeiten durch den Arbeitgeber eine hohe psychische Belastung dar.

Für die Studie wurden in den Jahren 2011 und 2012 mehr als 10.000 Personen befragt. Aus den Ergebnissen lassen sich folgende Rückschlüsse auf die Zusammenhänge zwischen Arbeitszeitmodellen, Verhalten und Arbeitsbelastungen ziehen:

45 % der Personen, die im Homeoffice arbeiten, können abends nicht abschalten. Das sind doppelt so viele, wie dies bei Beschäftigten der Fall ist, die nie zu Hause arbeiten.

40 % der Männer, die ihre Arbeitszeit völlig selbst bestimmen können, fällt das Abschalten schwer. Das sind 11 % mehr als bei den Männern mit festen Arbeitszeiten. Männer neigen offenbar dazu, übermäßig lange zu arbeiten, wenn es kein Zeitlimit gibt.

Frauen setzen ihre zeitliche Flexibilität bei selbstbestimmten Arbeitszeiten eher dazu ein, sich neben dem Beruf um Haushalt und Familie zu kümmern.

Positiv auf die Work-Life-Balance von Männern wirkt sich Gleitzeit aus. Sie können dann besser mit hohem Arbeitsdruck umgehen und fühlen sich wenig belastet.

Insgesamt machen feste Arbeitszeiten wenig Stress und versprechen Planungssicherheit. Sie können jedoch mit z. B. Abholzeiten von Kindergärten kollidieren.

Da noch immer Frauen den größeren Teil der Haus-, Pflege- und Erziehungsarbeit übernehmen, leiden sie am meisten unter unvorhersehbare Dienstzeiten kombiniert mit hohem Arbeitsdruck. Denn dies erschwert die Planung des Alltags enorm und lässt den Stress deutlich ansteigen.

Als Fazit hält Studienleiterin Dr. Yvonne Lott mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit grundsätzlich als vertretbar. Voraussetzungen dafür seien aber zeitliche Obergrenzen, eine Zeiterfassung, realistische Vorgaben für das Arbeitspensum, genug Personal sowie Vertretungsregeln. Als Risiko bei einer völligen Arbeitszeitautonomie sieht sie die „Traditionalisierung der Partnerschaften“, sprich, dass meist die Frauen den Männern den Rücken freihalten müssen.

GDA-Empfehlungen: So lässt sich die Gesundheitskompetenz von Mitarbeitern fördern

Der Mitarbeiter hat sich einen höhenverstellbaren Tisch gewünscht und nach kurzer Zeit nutzt er ihn nicht mehr. Oder im Betrieb wurde ein neues Hilfsmittel eingeführt, das nun in der Ecke verstaubt. Solche und andere Beispiele kennt jeder. Und jeder weiß auch, wie oft er sich selbst vorgenommen hat, sich mehr zu bewegen, regelmäßig Pausen zu machen oder sich gesünder zu ernähren. Und dann kommt wieder etwas dazwischen. Doch dranbleiben lohnt sich. Für Führungskräfte bedeutet das auch, die Mitarbeiter immer wieder neu zu motivieren und auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen.

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) nennt Rahmenbedingungen, die für Verhaltensänderungen entscheidend sind und mit denen Führungskräfte die Gesundheitskompetenz ihrer Mitarbeiter fördern können. Dazu gehören:

Es liegt oft nicht am mangelnden Angebot oder fehlendem Interesse, dass bei der Arbeit zu wenig Rücksicht auf die eigene Gesundheit genommen wird. Es ist einfacher, vertraute Arbeitsroutinen beizubehalten – auch wenn man weiß, dass sie einem nicht gut tun – als dauerhaft eine Veränderung vorzunehmen. Besonders in Ausnahmesituationen wie hohem Zeit- oder Termindruck, fällt man nämlich schnell wieder in die alten, vertrauten Verhaltensweisen zurück. Deshalb heißt es: dranbleiben!

Wer sich die vor Augen halten will, wie sich gesundes Verhalten am Arbeitsplatz fördern lässt, für den gibt es das Poster Gesundheitskompetenz in der Arbeitswelt kostenlos zum Herunterladen.

Gesundheit: Wie viele Schritte man am Tag soll man gehen

Bewegungsmangel gilt in unserer Gesellschaft als die häufigste Ursache für Krankheiten. Viele sitzen hinterm Lenkrad, am Schreibtisch oder Computer. Bewegung fällt immer schwerer. Da hilft nur eins: Man muss sich die Bewegung antrainieren und in den Alltag einplanen.

Die empfohlene Schrittzahl, um gesund zu bleiben, sind 10.000 Schritte pro Tag gehen. Dann können die Organe gut funktionieren. Blutdruck, das Risiko von Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall reduzieren sich. Und dem Rücken bekommt die Bewegung auch gut. Außerdem verbrennt man so pro Woche 2.000 bis 3.500 Kalorien zusätzlich.

10.000 Schritte entsprechen 5 bis 8 Kilometer, je nach Schrittlänge. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, darf sich für 30 Minuten radeln, 3.000 Schritte gutschreiben.

Um das Schrittpensum von 1.500 auf 10.000 Schritte zu steigern, sollte man sich ein realistisches Wochenziel stecken, z. B. die aktuelle Schrittzahl verdoppeln. Stellt man am Ende der Woche fest, dass das Ziel machbar war, nimmt man sich für die kommende Woche noch mehr Schritte vor, so lange bis man 10.000 pro Tag erreicht hat.

Am besten baut man die zusätzlichen Schritte über den Tag hinweg ein. So empfindet man sie nicht als störenden Aufwand und sie gehören bald zum Tagesablauf. Und so gelingen ein paar Schritte mehr pro Tag ganz nebenbei:

Es ist aufwendig, die Schritte zu zählen und oft schwierig einzuschätzen, wie viele man gegangen ist. Ein Schrittzähler kann diese Aufgabe zuverlässig übernehmen.

Die Berufgenossenschaft Verkehr hat dafür eine Schrittzähler-App entwickelt, die kostenlos auf jedem Smartphone installiert werden kann. Bei der App lassen sich Tagesziel und Schrittlänge individuell einstellen. Schrittzahl, zurückgelegte Distanz und prozentuale Anteil am Tagesziel werden übersichtlich dargestellt.

Mehr zum Thema „betriebliches Gesundheitsmanagement“ finden Sie auf dieser Themenseite.

Sichere Evakuierung: Notfallübung – was ist zu beachten

Der Arbeitgeber hat, laut § 10 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), dafür zu sorgen, dass im Notfall angemessen reagiert werden kann, z. B. durch eine Evakuierung. Das bedeutet, dass er für die Planung entsprechendes Fachwissen im Unternehmen braucht und eine gewisse Routine für die Durchführung.

Für eine erste Übung im Betrieb empfiehlt die International Security Academy (ISA e. V.) ein Brandszenario. Die Übung sollte einen möglichst realistischen Bezug zum Unternehmen haben. Wo gibt es Brandlasten oder -quellen? Wie wird sich der Brand ausbreiten? Gibt es Gefahrstoffe?

Am besten nimmt die örtliche Feuerwehr an der Übung teil. So kann sie gleich die Anfahrtswege, Aufstellungsflächen oder die Löschwasserversorgung überprüfen und das Anleitern am Gebäuden üben. Außerdem kann die Feuerwehr als externer Beobachter, Dinge wahrnehmen, die man selbst während der Übung übersieht.

Erstelfer und Vorgesetzte sollten regelmäßig geschult werden. Ihre Aufgaben sind es, Kollegen bei der Selbstrettung zu unterstützen, Mitarbeiter zur Sammelstelle zu bringen und die Vollständigkeit zu kontrollieren. Denn im Notfall ist es u. a. wichtig, dass die Rettungskräfte wissen, ob und wie viele Personen sich noch in einem Gebäude befinden.

Führt ein Unternehmen zum aller ersten Mal eine Notfallübung durch, sollte diese besser angekündigt werden. Spätere Übungen finden dann „überraschend“ statt. Allerdings ist es immer notwendig, die Behörden wie Feuerwehr oder Polizei rechtzeitig über eine geplante Übung zu informieren.

Deshalb empfiehlt es sich, für die Übung je nach Betriebsgröße etwa 3 – 6 Monate Planungszeit einzukalkulieren. Wichtig ist es auch, dass die Geschäftsführung informiert und bei der Übung dabei ist. Außerdem sollte auf die Witterung Rücksicht genommen werden, also keine Übung bei Eis und Schnee oder Gewitter durchführen.

Nach der Notfallübung sollte eine ausführliche Auswertung stattfinden. Dabei ist zu prüfen, ob festgelegte Ziele, wie z. B. die erwartetet Evakuierungszeit, eingehalten wurden und ob alle auf den Alarm reagiert haben. Eine Befragung aller Helfer und Beobachter trägt dazu bei, das Sicherheitskonzept im Unternehmen zu verbessern und Risiken zu senken.

Nur kein Stress: So gelingt der Einstieg nach dem Urlaub

87 % der Beschäftigten kommen erholt aus dem Urlaub, so eine Aussage des Projekts psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA). Doch viele starten mit gemischten Gefühlen in die Arbeit. Denn jetzt heißt es wieder „funktionieren“ und Ansprüche erfüllen: die vom Chef, von Kollegen und Kunden, aber auch die an sich selbst. Mit den Tipps von psyGA lässt sich der Wiedereinstieg gelassener angehen und die Urlaubsenergie länger bewahren.

Damit der Einstieg entspannt erfolgen kann, empfiehlt sich für den ersten Tag:

Nichtstun oder nur das tun, worauf man Lust hat, zeichnet Urlaub aus. Davon kann man so manches auch im Arbeitsalltag fortsetzen:

Die beste Unterstützung ist es, Vorbild zu sein und selbst entspannt aus dem Urlaub in die Arbeit einzusteigen. Ansonsten hilft:

Wenn die Arbeit leidet: Was hilft wirklich bei Smartphone-Sucht?

Experten warnen: Unter Umständen kann das Smartphone ein richtiges Problem werden. Dagegen hilft nur die Methode „Aus den Augen, aus dem Sinn“.

Kann jemand nie die Finger vom Smartphone lassen, leidet darunter irgendwann auch die Arbeit. Das hat Christian Montag, Professor für Psychologie an der Universität Ulm, in einer neuen Studie herausgefunden. „Wer nach eigener Einschätzung eher süchtig nach dem Smartphone ist, berichtet gleichzeitig auch mehr Produktivitätseinbußen“, sagt er. „Da sehe ich einen deutlichen Zusammenhang.“

Grund dafür sei die Fragmentierung des Alltags, sagt er – also die ständige Unterbrechung durch neue Push-Nachrichten. „Dadurch findet man nicht mehr den Flow am Arbeitsplatz, also in die Phase des konzentrierten Arbeitens, in der wir Raum und Zeit vergessen und die Tätigkeit am Arbeitsplatz leicht von der Hand geht.“

Zum Teil ist das für alle Smartphone-Nutzer ein Problem, so der Psychologe: „Bei dem ständigen „Ping“ einer neuen Nachricht kann das menschliche Hirn nicht anders, als sich ablenken zu lassen.“ Menschen mit Smartphone-Sucht seien dafür aber besonders anfällig. „Es gibt die ständige Angst, etwas auf dem Smartphone zu verpassen, was uns dann wiederum auf das Gerät fixiert und die Produktivität negativ beeinflusst.“

Was also tun? Das Smartphone lautlos zu stellen oder auf dem Schreibtisch umzudrehen, reicht meistens nicht aus. „Sobald das Gerät in dem eigenen Sichtfeld ist, bricht die Konzentration ein“, sagt Montag. „Weil da im Hinterkopf immer der Gedanke lauert, es könnte ja was Interessantes reinkommen.“ Wirklich hilfreich sei nur, das Smartphone aus dem Blickfeld zu befördern – es also in der Schublade oder der Aktentasche verschwinden zu lassen.

Wer sich gar nicht ablenken lassen will, könne das Smartphone natürlich auch komplett weglassen. Das hält Christian Montag in den meisten Fällen aber nicht für realistisch – und auch nicht für sinnvoll. „Wenn ich es smart einsetze, kann mich das Smartphone auch produktiver machen.“ Er nennt Beispiele: „Ich finde schneller den Weg zur Arbeit, ich weiß, dass ich im Notfall erreichbar bin und arbeite damit gegebenenfalls in manchen Situationen sorgenfreier.“

Gefährdungsbeurteilung: So ermitteln Sie psychische Belastung im Einzelhandel

Bei einer GB psych sind folgende Bereiche zu analysieren:

Dafür bietet die PegA u. a. Checklisten, Leitfäden und Poster, mit denen z. B. Unternehmer, Personalverantwortliche oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) die GB psych durchführen und dokumentieren können.

Das Programm behandelt in Modulen folgende Themen:

Bei einer Begehung geht es darum, die Arbeitsbedingungen und nicht die Beschäftigten zu bewerten. Der PegA-Expertencheck wurde extra für den Einzelhandel entwickelt. Mit ihm lassen sich auch Tätigkeitsbereiche mit geringer Beschäftigtenzahl oder Arbeitsplätze mit mehreren Teiltätigkeiten überprüfen.

Zentrales Instrument des Expertenchecks sind Fragebögen zum Ankreuzen. Beim Check zu den Dokumenten finden sich unter der Rubrik Soziale Beziehungen z. B. Fragen wie:

Das PegA-Programm wurde von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) gemeinsam mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Handel entwickelt. Alle Module können kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.

Arbeitsunfähigkeit: Macht Zeitarbeit krank?

Leiharbeiter fehlen nach Einschätzung einer Krankenkasse häufiger am Arbeitsplatz als andere Arbeitnehmer. 20,3 Tage seien sie im vergangenen Jahr im Schnitt krankgeschrieben gewesen, berichtete die Techniker-Krankenkasse (TK) am 10.8.2017 auf Grundlage der 4,8 Millionen bei ihr versicherten Erwerbspersonen. Das waren 5,6 Tage mehr als bei den übrigen Beschäftigten, die auf 14,7 krankheitsbedingte Fehltage gekommen seien.

Vor allem von Erkrankungen der Psyche und des Muskel-Skelett-Systems seien Leiharbeiter überdurchschnittlich häufig betroffen. Die körperlichen Beschwerden seien auch darauf zurückzuführen, dass häufig körperlich schwere Arbeiten zu verrichten seien.

Ein rundes Drittel der zusätzlichen Fehlzeiten sei aber den spezifischen Belastungen der Zeitarbeit zuzuschreiben, erklärte TK-Experte Albrecht Wehner unter Hinweis auf frühere Befragungen. «Die Beschäftigten empfinden vor allem eine Arbeitsplatzunsicherheit und ihre begrenzten beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen als Belastung. Sie leiden unter der teilweise großen Diskrepanz zwischen ihrer fachlichen Qualifikation und dem Aufgabenfeld, in dem sie eingesetzt sind.» Auch die Einkommenssituation sei für viele belastend.

Heftiger Widerspruch kam von Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP). Die TK mache die Branche zum Sündenbock und zeichne ein Zerrbild. Zeitarbeiter seien sozioökonomisch besser mit der Versichertenschaft der AOK vergleichbar, bei der alle Versicherten im Schnitt schon auf  19,5 Fehltage im Jahr kämen. Ein Vergleich mit den TK-Versicherten gehe fehl. Eine Sprecherin der Kasse forderte den Arbeitgeberverband auf, endlich eine eigene Studie zum Krankenstand in der Branche vorzulegen.

Der zweite Arbeitgeberverband IGZ räumte hingegen spezifische Probleme ein. 54 Prozent der in der Zeitarbeit Beschäftigten seien ungelernte Hilfsarbeiter, die an ihren wechselnden Arbeitsplätzen schon aus Unerfahrenheit höheren Unfallgefahren ausgesetzt seien, sagte der Sprecher des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, Wolfram Linke. Ständig vor neuen Aufgaben zu stehen, könne auch psychisch belasten. Die Zeitarbeitsfirmen seien aber gemeinsam mit den Entleihfirmen bestrebt, die Situation zu verbessern und präventiv zu wirken.