„Taper tangram“ – der „Exit“ der EZB gleicht einem Geduldsspiel

Der Ausstieg der EZB aus ihrer unkonventionellen Geldpolitik zieht sich in die Länge. Er gleicht einem Geduldsspiel, vielleicht am ehesten dem chinesischen Tangram, bei dem sieben Puzzlestücke zu einem Quadrat zusammengesetzt werden müssen. Der Legende nach hatte im alten China ein Mönchsschüler eine wertvolle Kachel fallen lassen und sich lange mit dem erneuten Zusammenfügen der Scherben gemüht. Der Unterschied zur EZB: Ihre Politik ist kein Unfall, sie ist bewusst herbeigeführt. Die Notenbanker wissen deshalb genau, was zu tun ist, um die monetären Verhältnisse wieder zu normalisieren. Hier wird ein mögliches Vorgehen der EZB vorgestellt – in sieben Schritten.

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Unternehmensbefragung 2017

Zum 16. Mal hat die KfW Bankengruppe in Zusammenarbeit mit 18 Wirtschaftsverbänden eine Unternehmensbefragung durchgeführt. Erstmalig wurde dabei auch ein Fragenblock zur Digitalisierung abgefragt.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Der größte Teil der Unternehmen in Deutschland plant in den kommenden zwei Jahren Digitalisierungsmaßnahmen durchzuführen.
  • Die Nutzung von Chancen ist dominierendes Motiv bei Investitionen in Digitalisierung.
  • Kleine und junge Unternehmen sind bei der Digitalisierung eher zurückhaltend.
  • Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation sind größtes Hemmnis.

Unternehmensbefragung 2017 – Digitalisierung der Wirtschaft: breite Basis, vielfältige Hemmnisse (PDF, 518 KB, nicht barrierefrei)

Presseerklärung

Neue Initiative für urbane Mobilität vorgestellt

Daniel Guenther In Leipzig erläuterte die KfW ihre Mobilitätsziele bei einem Side Event zusammen mit dem BMZ und der GIZ.

Die KfW hat beim Internationalen Transport Forum in Leipzig die neue Mobilitäts-Initiative TUMI (Transformative Urban Mobility Initiative) vorgestellt. TUMI wurde im vergangenen Jahr vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aufgelegt, um den Ausbau nachhaltiger Verkehrssysteme in Entwicklungsländern zu fördern. Die KfW finanziert dafür im Auftrag des BMZ neue Projekte im Volumen von jährlich einer Milliarde Euro.

Das Weltverkehrsforum ist eine Sonderorganisation der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit inzwischen rund 60 Mitgliedstaaten, das sich als Dialogplattform rund um das Thema Mobilität versteht und dafür den Austausch mit hochrangigen Vertretern der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft sucht. Einmal im Jahr treffen sich alle Mitgliedstaaten zu einer dreitägigen Konferenz in Leipzig. Dieses Mal nahmen 1.300 Vertreter von Regierungen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teil. Das Leitthema lautete “Governance im Verkehr”, aber es kamen in den vielen Dutzend Foren und Gesprächsrunden auch andere Aspekte des Transports von morgen zur Sprache.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass nach dem Energiesektor nun der Verkehrssektor vor einer Wende steht, schon weil sich ohne neue Mobilitätskonzepte die Erderwärmung nicht auf ein erträgliches Maß begrenzen lässt. Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der zusammen mit anderen 40 Ministerinnen und Ministern in Leipzig war, sagte dazu: “Wir befinden uns heute an der Schwelle zu einer Mobilitätsrevolution.”

Das bisherige System des motorisierten Individualverkehrs stößt an seine Grenzen, weil besonders die Städte rund um den Globus regelrecht an ihrem Verkehr ersticken. Ohne Politikwechsel wird allein in den nächsten 20 Jahren die Zahl der Autos von 900 Millionen auf rund 1,7 Milliarden wachsen.

Hier umzusteuern in Richtung auf nachhaltige (öffentliche) Verkehrsmittel, auf App-basierte Verkehrsströme und auf sogenannte “Sharing”-Praktiken lauteten einige der Lösungen, über die in Leipzig diskutiert wurden.

Die KfW Entwicklungsbank gehört zu den internationalen Institutionen, die diesen Wandel befördern und begleiten. Über TUMI stellt sie pro Jahr eine Milliarde Euro bereit, um nachhaltigen Verkehr in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern, zum Beispiel für U-Bahnen in Lateinamerika, Fahrradwege in Südafrika oder Bussysteme in Kenia. Bei einem Side Event in Leipzig zusammen mit dem BMZ und der GIZ stellte sie die Initiative vor und erläuterte die Förderpolitik der KfW dazu.

Teamleiter Klaus Gihr sagte, die KfW sei hier mehr als ein Finanzier; sie begleite die Projekte auch hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Mensch und Umwelt und unterstütze die Projektvorbereitung. Die fehlenden Kapazitäten bei den Partnern stellten „ein großes Problem“ dar. Nicht eine spezielle Technologie werde gefördert – “es gibt kein Patentrezept für nachhaltigen Verkehr” –, sondern es gelte, jeweils die beste Lösung zu finden.

Bereits vor der eigentlichen Konferenz in Leipzig hatten sich alle an TUMI beteiligten Institutionen zu einem Workshop getroffen. Dazu gehören neben der KfW und dem BMZ auch das “World Resources Institute”, die Asiatische Entwicklungsbank (ADB), die Lateinamerikanische Entwicklungsbank (CAF), die GIZ und einige andere. Sie alle wollen sich zum Motor einer globalen Verkehrswende machen.