Weiterentwicklung Mutter-Kind-Pass

Bub, Foto: Mickey fotolia

Im aktuellen “Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung 2013-2018” ist die Weiterentwicklung des Mutter-Kind-Passes verankert. Die vorrangigen Ziele sind entsprechend dem Regierungsübereinkommen Evaluierung, qualitative Weiterentwicklung, Attraktivierung und verstärkte Nutzung als Instrument der Frühförderung von Kindern.

Ende 2014 startete daher das Bundesministerium für Gesundheit in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familien und Jugend einen interdisziplinären, multiprofessionellen Arbeitsprozess. Ziel war die zeitgemäße Weiterentwicklung des Mutter-Kind-Passes.

Der Prozess zur Weiterentwicklung des Mutter-Kind-Pass-Programmes ist als Multi-Stakeholder, Multi-Level Prozess aufgesetzt. Größtmögliche Transparenz der Entscheidungsfindung ist hierbei von zentraler Bedeutung. Die Einbindung aller Stakeholder wird durch die verschiedenen Prozessniveaus gewährleistet.

Als erster Schritt wird eine Facharbeitsgruppe (FAG) gegründet. Die FAG ist ein Beratungsgremium, das Empfehlungen zum Screening von möglichen gesundheitlichen Bedrohungen während der Schwangerschaft und bis zum fünften Lebensjahr des Kindes erarbeitet. Als wissenschaftliche Basis dienen die Berichte des Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (LBI-HTA). Im Zentrum steht insbesondere der Teil IX “Empfehlungen aus evidenzbasierten Leitlinien für Screenings von Schwangeren und Kindern (0-6 Jahre)” bzw. dessen Updates. Anhand der fachlich endabgestimmten Empfehlungen der FAG wird ein Ergebnisbericht erstellt.

Im nächsten Schritt wird ein Entscheidungsgremium etabliert. Dieses beurteilt auf Basis des Ergebnisberichts der FAG, welche Maßnahmen in ein weiterentwickeltes Mutter-Kind-Pass-Programm aufgenommen werden. Die hier vorliegenden Regeln der Zusammenarbeit beziehen sich im Sinne einer Geschäftsordnung für die FAG ausschließlich auf die Agenden der FAG.

Mit einer Stellungnahme am Prozess teilnehmen

Größtmögliche Transparenz der Entscheidungsfindung in diesem Prozess ist von zentraler Bedeutung. Der Einbezug von “betroffenen Gruppen” stellt eine effiziente Mindestform der Partizipation dar. Daher hat die interessierte und allgemeine Öffentlichkeit die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu dem jeweils aktuellen Protokoll abzugeben. Um die eingelangten Stellungnahmen einer Auswertung unterziehen können, müssen diese anhand standardisierter Vorgaben erfolgen. Die Stellungnahmen beeinflussen nicht die Empfehlung der Facharbeitsgruppe, werden dem Ergebnisbericht jedoch beigelegt und steht somit für weitere Entscheidungsprozesse zur Verfügung.

Die Protokolle der Sitzungen können Sie nachlesen unter:

Krankenanstalten in Zahlen – Überregionale Auswertung 2016

Die Broschüre „Krankenanstalten in Zahlen – Überregionale Auswertung der Dokumentation der landesgesundheitsfondsfinanzierten Krankenanstalten 2016″ enthält auf Bundeslandebene Daten und Kennzahlen über alle Krankenhäuser, die über die Landesgesundheitsfonds finanziert werden und insgesamt 70% der gesamten Bettenkapazität Österreichs vorhalten. Die Erhebung umfasst Daten der Krankenanstalten-Kostenrechnung, der Krankenanstalten-Statistik und der Diagnosen- und Leistungsberichte aus dem stationären Bereich.

Die Dokumentationsgrundlagen finden Sie auf unserer Website im Thema Dokumentation.

Wir weisen darauf hin, dass die im Rahmen dieses Berichtssystems erhobenen Daten über Diagnosen und medizinische Leistungen unter anderem auch für die Zwecke der Abrechnung stationärer Aufenthalte dokumentiert werden. Da diese Erhebung aufenthaltsbezogen und nicht fallbezogen erfolgt, sind epidemiologische Aussagen nur in eingeschränktem Maße möglich. Wir ersuchen Sie, dies bei der Verwendung der Auswertungen jedenfalls zu berücksichtigen.

Die Broschüre steht als PDF-Dokument zum Herunterladen zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert: 22.09.2017

EU-Drogenstrategie (2013-2020) und EU-Drogenaktionsplan (2017-2020)

Mit der EU-Drogenstrategie werden der politische Rahmen und die Prioritäten für die EU-Drogenpolitik festgelegt, die von den Mitgliedstaaten und den EU-Organen bestimmt wurden.

Die Strategie zielt unter anderem darauf, die Nachfrage nach Drogen und das Angebot an Drogen in der EU zu reduzieren und die durch Drogen verursachten gesundheitlichen und sozialen Risiken und Schäden zu vermindern.

Mit der Durchführung der im EU-Drogenaktionsplan dargelegten Aktionen sollen die Ziele der EU-Drogenstrategie verwirklicht werden.

Die Aktionen sind nach den beiden Politikbereichen der Strategie aufgegliedert:

  • Verringerung der Drogennachfrage und
  • Verringerung des Drogenangebots

sowie nach den drei bereichsübergreifenden Themen der Strategie:

  • Koordinierung,
  • internationale Zusammenarbeit und
  • Information, Forschung, Überwachung und Evaluierung.

Der Rat der Europäischen Union verabschiedete im September 2015 Schlussfolgerungen zur Umsetzung des Drogenaktionsplans der EU (2013-2016) in Bezug auf Mindestqualitätsstandards bei der Verringerung der Drogennachfrage in der Europäischen Union.

Insgesamt 16 Mindestqualitätsstandards definieren den Mindest-Maßstab für die Qualität der Interventionen in den Bereichen

  • Prävention,
  • Risiko und Schadensminderung,
  • Behandlung,
  • soziale Integration
  • und Rehabilitation.

Die Mindeststandards sind nicht rechtsverbindlich, repräsentieren aber den politischen Willen der EU-Mitgliedsstaaten, Maßnahmen der Nachfragereduktion auf einer evidenzbasierten Grundlage anzugehen. Die Kommission wird mit Unterstützung der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht die Implementierung der Standards beobachten.

Grippe (Saisonale Influenza)

Saisonale Grippewelle

Unter einer saisonalen Grippe versteht man die jährlich in den Wintermonaten auftretende Grippewelle. Die Grippe, auch Influenza genannt, ist eine akute Infektion der Atemwege, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird.

Am 20. Dezember 2016 rief die Nationale Referenzzentrale für Influenza die Grippewelle 2016/17 in Österreich aus. Damit begann die Influenzasaison früher als in den vorangegangenen Jahren. Aufgrund der Daten des Influenza-Surveillance-Systems konnte das erhöhte Auftreten von Grippeviren in Österreich rasch festgestellt werden. Laut Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien dauerte die Grippewelle bis 28. Februar. 

Auch in anderen europäischen Ländern zeigt sich eine außergewöhnlich frühe, zunehmende Influenzavirus-Aktivität. Bisher meldeten Portugal, Frankreich, Norwegen, Schweden, die Niederlande und Kroatien ebenfalls eine erhöhte Aktivität. Zeitlich verzögert können alle europäischen Meldedaten online abgerufen werden.

In Österreich werden derzeit hauptsächlich Viren des Stamms H3N2 isoliert, die auch in den diesjährigen Influenza-Impfstoffen enthalten sind.

Zum Schutz vor einer Ansteckung sind vor allem hygienische Maßnahmen wichtig sowie ein entsprechender Impfstatus. Diese Empfehlungen gelten insbesondere für Personen, die in Gesundheitsberufen tätig sind.

Bei Auftreten von Symptomen ist die frühzeitige Einnahme von antiviralen Medikamenten sinnvoll, besonders bei Risikopersonen.

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Wodurch unterscheidet sich die “echte” Grippe von einem grippalen Infekt?

Die „echte“ Grippe (Influenza) ist im Vergleich zum grippalen Infekt (Erkältung mit oder ohne Fieber) eine schwere Erkrankung die mehrere Tage oder Wochen andauern kann. Es kommt zu hohem Fieber. Das Risiko für Komplikationen wie z.B. Lungenentzündung ist beträchtlich. Influenza kann auch tödlich enden. Die „echte“ Grippe wird durch Influenzaviren verursacht. Gegen die Influenzaviren kann die Grippeimpfung schützen.

Im Gegensatz dazu werden grippale Infekte (Erkältung) von vielen unterschiedlichen Viren ausgelöst, z.B. Rhino-, Corona-, Adeno-, Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-Viren. Dabei sind Nasen-, Nebenhöhlen- und/oder Rachenschleimhaut entzündet. Derartige Infekte verlaufen im Allgemeinen milder und dauern meist wenige Tage an. Die Influenzaimpfung kann Infekte durch Influenzaviren vermeiden, nicht jedoch Infekte durch andere Viren wie z.B. Rhino-, Corona-, Adeno-, Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-Viren.

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Wer ist besonders gefährdet?

Senioren, Schwangere und Menschen mit chronischen Grunderkrankungen (z.B. Asthma, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, usw.) haben ein höheres Risiko für schwere Verläufe einer Grippe.

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Wie stecke ich mich mit Influenzaviren an?

Die Grippe breitet sich von Mensch zu Mensch aus.

  • Bei direktem Kontakt durch Tröpfchen, die von einer infizierten Person über Niesen oder Husten verbreitet werden
  • Bei indirektem Kontakt, wenn sich die Tröpfchen oder Absonderungen von Nase oder Hals auf Händen oder anderen Oberflächen anlagern, die dann von anderen Menschen berührt werden.

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Welche Symptome treten auf?

  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • Trockener Husten
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen

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Wie kann ich mich vor Grippe schützen?

Lassen Sie sich vor der Grippesaison impfen:

Die jährliche Impfung ist die wirksamste Methode, sich vor der saisonalen „echten“; Grippe zu schützen. Jedes Jahr zirkulieren unterschiedliche Influenzaviren deshalb wird auch der Influenza-Impfstoff von der WHO jedes Jahr neu angepasst. Damit soll sichergestellt werden, dass die Impfung gezielt vor den Virus-Stämmen schützt, die voraussichtlich im Umlauf sein werden.

Für die spezifische Behandlung der Influenza stehen Medikamente zur Verfügung (Neuraminidasehemmer), die besonders wirksam sind wenn sie möglichst früh nach Erkrankungsbeginn genommen werden.

Beachten Sie die Hygieneregeln:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife.
  • Halten Sie sich beim Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase. Entsorgen Sie das Papiertaschentuch nach Gebrauch.
  • Wenn Sie kein Taschentusch zur Verfügung haben, husten Sie in die Armbeuge.
  • Wenn Sie krank sind bleiben Sie zu Hause und suchen Sie nötigenfalls einen Arzt auf.
  • Vermeiden von Berührungen der Augen, der Nase oder des Mundes.
  • Vermeiden von Händeschütteln, Anhusten, Anniesen.

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Warum soll ich mich jedes Jahr Grippe impfen lassen?

Jedes Jahr sind unterschiedliche Influenzaviren im Umlauf und die Impfung hat eine zeitlich begrenzte Wirksamkeit. Aus diesem Grund wird der Impfstoff jedes Jahr neu an die zirkulierenden Influenza-Virusstämme angepasst. Daher ist eine jährliche Impfung sinnvoll.

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Nationaler Qualifikationsrahmen – NQR

Ziel des Europäischen Qualifikationsrahmens (European Qualifications Framework, EQF) ist es, die Transparenz zwischen den Berufsbildungs- und Bildungssystemen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten zu erhöhen. Er beschreibt Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen anhand von Deskriptoren von der niedrigsten Ebene (Level 1) bis zur höchsten Ebene und soll die noch auszuarbeitenden nationalen Qualifikationsrahmen zu einander in Bezug bringen.

Die meisten EU-Mitgliedsstaaten arbeiten – auf freiwilliger Basis – daran, ihre Qualifikationssysteme an den Europäischen Qualitätsrahmen (EQR) zu koppeln und einen nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) zu erstellen. In diesem Rahmen hat sich auch Österreich zur Entwicklung eines nationalen Qualifikationsrahmens entschlossen, der alle Bildungssektoren umfassen soll.

Ein NQR ist ein Rahmenmodell, in dem Qualifikationen, Kompetenzen und Abschlüsse bestimmten Referenzstufen zugeordnet werden. Basis sind die Lernergebnisse, welche diese Stufen definieren. Ein NQR soll in erster Linie dem österreichischen Bildungssystem zugute kommen. Insbesondere die exzellente berufliche Erstausbildung soll in diesem System adäquat dargestellt werden.

  • Er erleichtert die Verstehbarkeit und Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Ausbildungsgänge.
  • Er schafft Transparenz und Vertrauen zu anderen europäischen Ausbildungssystemen sowie zwischen den österreichischen Ausbildungsinstitutionen.
  • Er fördert die Mobilität.
  • Er legt den Fokus auf die Lernergebnisse (Outcome-Orientierung).
  • Er stärkt die Zusammenarbeit in der Bildungslandschaft.

Die Koordinierungsstelle für den NQR in Österreich (NKS) ist die zentrale Verwaltungs-, Koordinations- und Informationsstelle zum NQR in Österreich. Diese ist bei der Nationalagentur Lebenslanges Lernen als Teil der OeAD-GmbH eingerichtet.

Das Bundesgesetz über den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR-Gesetz), BGBl. I Nr. 14/2016, ist mit 15. März 2016 in Kraft getreten.

Das NQR-Gesetz umfasst insbesondere folgende Maßnahmen:

  • Die Niveaus des nationalen Qualifikationssystems werden durch den NQR transparent gemacht und mit dem EQR verknüpft.
  • Die acht Qualifikationsniveaus des NQR entsprechen den acht Qualifikationsniveaus des EQR.
  • Die Zuordnung der Qualifikation zu einem Qualifikationsniveau erfolgt durch die NQR-Koordinierungsstelle, erforderlichenfalls unter Einholung von Expertisen sachverständiger Personen sowie einer Stellungnahme des NQR-Beirats.
  • Nach der Zuordnung erfolgt die Eintragung der Qualifikation in das NQR-Register, außer es wird ein qualifizierter Einspruch der NQR Steuerungsgruppe abgegeben.

Nähere Informationen und Zuordnungen von Qualifikationen zum NQR sind im NQR-Register verzeichnet.

Präsentationen der Informationsveranstaltung zum NQR des ehemaligen Bundesministeriums für Gesundheit vom 15. Juni 2007:

Weitere Informationen und relevante Dokumente zum NQR in Österreich sind auf der Website des Bundesministeriums für Bildung:

Vorsorgemittel

Seit 2010 gibt es eine österreichweit koordinierte und qualitätsgesicherte Vorsorgestrategie. Sie ist die Basis für überregionale Gesundheitsförderungs- und Vorsorgeprogramme, die durch die Bundesgesundheitsagentur finanziert werden. Die Gelder werden zielgerichtet eingesetzt, wobei durch das gemeinsame und abgestimmte Vorgehen Synergieeffekte optimal genutzt werden. Die Vorsorgemittel helfen mit, längerfristige und nachhaltige Veränderungen im Sinne der Gesundheitsförderung zu bewirken.

Gemäß Artikel 33 der geltenden Vereinbarung nach Artikel 15a Bundesverfassungsgesetz (B-VG) über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens (BGBl. I Nr.199/2013, kurz: 15a-Vereinbarung) finanziert die Bundesgesundheitsagentur überregional bedeutsame Vorsorgeprogramme und Behandlungsmaßnahmen. Das Budget für diese sogenannten “Vorsorgemaßnahmen” umfasst jährlich maximal 3,5 Millionen Euro.

Die Gelder werden zu einem Fünftel an den Bund und zu je zwei Fünftel an Länder bzw. deren Gesundheitsfonds und Sozialversicherungen verteilt. Der Länderanteil am Budget entspricht der Bevölkerungszahl des Bundeslandes in Relation zur österreichischen Gesamtbevölkerung.

Grafik: Bugetaufteilung

Für die Geltungsdauer einer 15a-Vereinbarung werden maximal drei Themen festgelegt. Diese knüpfen an bereits vorhandene bundesweite Konzepte bzw. Strategien an, wie z.B. Gesundheitsziele, Public-Health-Strategie, Nationale Aktionspläne (Ernährung, Bewegung) oder Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie.

Um eine nachhaltige Veränderung im Sinne der Gesundheitsförderung zu erreichen, müssen die Vorsorgemaßnahmen bzw. Strategien den von der Bundesgesundheitskommission (BGK) beschlossenen Grundsätzen entsprechen (siehe auch Gesundheitsförderungsstrategie). Diese sind u.a.:

  • Qualitätsicherung: Die Maßnahmen müssen die vorgegebenen Qualitätskriterien einhalten, um zur Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung beizutragen. 
  • Good Practice: Die Maßnahmen sollen auf wissenschaftlicher Erkenntnis und Modellen guter Praxis aufbauen, um einen möglichst wirkungsorientierten und zielgerichteten Einsatz der Mittel zu bewirken.
  • Health in all Policies: Verschiedenste Politik- und Gesellschaftsbereiche sind bei der Umsetzung mit einzubeziehen.
  • Nachhaltigkeit: Es werden nur Projekte gefördert, die in der verbleibenden Laufzeit der 15a-Vereinbarung in den Regelbetrieb übergehen. Voraussetzung einer Förderung ist somit ein organisatorisches und ökonomisches Transferkonzept.
  • Bundesweite Ausrichtung: Die Projekte müssen in mehreren Bundesländern starten und in allen Bundesländern durchführbar sein.

Die seit 2010 im ehemaligen Bundesministerium für Gesundheit, nunmehr Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF), angesiedelte Koordinationsstelle Vorsorgemittel unterstützt die Mittelempfänger bei Planung, Durchführung, Berichterstattung und Evaluation. Sie organisiert Vernetzungstreffen und dient als wichtiges Bindeglied und Anlaufstelle für Bundesgesundheitsagentur, BMGF und Vorsorgemittelempfänger.

Die Koordinationsstelle wird von der Gesundheit Österreich GmbH inhaltlich unterstützt und aus Mitteln der Bundesgesundheitsagentur betrieben.

(6.9.2017)

Rifttal-Fieber

Erreger und Übertragung

Das Rifttal-Fieber ist eine durch das Rifttalvirus übertragbare Infektionskrankheit der Wiederkäuer (Rinder, Ziegen und Kamele) von der aus es auch zu Infektionen bei Menschen kommen kann. 

Das Virus kann durch verschiedene Stechmücken, insbesondere Culex- und Aedes-Arten, übertragen werden. Infektion der Menschen treten meist im Rahmen von Tierepidemien auf.

Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht durch Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten von infizierten Wiederkäuern. Sie kann aber auch über den Luftweg durch sogenannte Aerosole während der Schlachtung von infizierten Tieren passieren. Obwohl vom virushaltigen menschlichem Blut oder Organmaterial eine Infektionsgefahr ausgeht, ist bis jetzt noch keine von Mensch-zu-Mensch-Übertragung sicher nachgewiesen worden.

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Krankheitsbild

Die Krankheitszeichen treten meist 2 bis 12 Tage nach der Ansteckung auf. Die Infektion verläuft meistens als unspezifische febrile Erkrankung, begleitet von Kopf- und Muskelschmerzen, die nach 2-4 Tagen abklingt. Die Erkrankung endet meist mit vollständiger Genesung.

Bei schwerem Krankheitsverlauf (ca. 1 Prozent der Fälle) kann es zu einem ausgeprägten hämorrhagischen Fieber (Symptomenkomplex mit kapillären Blutungen), Leber-, Gehirnhaut-, Nieren-Entzündung und Erblindung kommen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 1%, bei hämorrhagischem Verlauf 50%.

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Verbreitung und Häufigkeit

Über die Rifttal-Fieber-Erkrankung wurde erstmals 1910 in Ost-Afrika berichtet. 1930 konnte das Virus in Kenia isoliert werden. Danach ist die Erkrankung in den meisten afrikanischen Ländern der Sub-Sahara, Ägypten, Madagaskar und in den letzten zehn Jahren auf der arabischen Halbinsel (Jemen und Saudi-Arabien) aufgetreten.

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Vorbeugung

Momentan ist in Österreich keine Impfung für Menschen zugelassen.

Reisende sollten in den betroffenen Gebieten Kontakt zu infizierten Tieren meiden. Als weitere Vorbeugemaßnahme wird der Schutz vor Mückenstichen empfohlen. Die Verwendung von Repellents (Mückenschutzmittel) und das Tragen geschlossener, heller Kleidung, welche mit Mücken abweisenden Mittel imprägniert sein sollte, werden empfohlen. 

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Lymphogranuloma venerum

Erreger und Übertragung

Lymphogranuloma venereum ist eine sexuell übertragbare Infektion. Der Erreger ist Chlamydia trachomatis der Serotypen L1-L3. Die Übertragung erfolgt durch sexuelle Kontakte aller Art.

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Krankheitsbild

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 5 und 21 Tagen.

Die Erkrankung beginnt mit dem Auftreten von schmerzlosem Ulcus an der Eintrittspforte, die je nach Stelle oft unbemerkt bleiben. Im weiteren Verlauf kommt es typischerweise zu einem Anschwellen der Lymphknoten mit Schmerzen und Fieber, sowie zu Blutungen und eitrigem Ausfluss. Bleibt die Behandlung mit Antibiotika aus, kann die Infektion schwere vernarbende Läsionen im Anus oder anderem betroffenen Körperteil verursachen, die einen chirurgischen Eingriff erfordern.

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Verbreitung und Häufigkeit

Als Erregerreservoir für Chlamydia trachomatis ist ausschließlich der Mensch bekannt. Lymphogranuloma venereum gehört zu den weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. Während in den westlichen Ländern die Zahl der Infektionen rückläufig ist, sind Asien, Afrika, Südamerika und Teilen der Karibik immer noch stark betroffen. Eine besondere Risikogruppe sind Männer die Sex mit Männern haben (MSM).

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Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme zur Verhütung von sexuell übertragbarer Krankheiten ist das Einhalten der Safer-Sex-Regeln.

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