Anleitung: Google: So sollte der Wechsel auf Responsive umgesetzt werden

War es vor Jahren noch „en vogue“ eine mobile Website mit separaten URLs (etwa m.URL.de) auszustatten, um so den verschiedenen Gerätegruppen Herr zu werden, gab es in den letzten Jahren eine starke Tendenz in Richtung Responsive Webdesign. Hier gibt es nur eine Adresse pro URL und die Seite passt sich automatisch der jeweiligen Bildschirmauflösung an.

Im Wesentlichen geht es darum, die mobilen URLs korrekt auf die normalen URLs umzuleiten. Das Bedarf etwas Planung und ein strukturiertes Vorgehen und ist je nach Websitegröße unterschiedlich aufwändig.

1. Responsive Website umsetzen

2. 301-Redirects konfigurieren, die von der alten, mobilen URL auf die neue, responsive URL umleitet. Das muss individuell für jede URL gemacht werden.

3. Entfernen jeglicher mobilspezifischer Konfigurationen, etwa eine Umleitung für Mobilgeräte oder ein mobiler Head-Bereich.

4. Empfehlenswert: Die responsive URL mit einem Canoncial-Tag auf sich selbst auszustatten, damit der Googlebot weiß, dass es sich hierbei um die Originaladresse handelt.

Lesetipp: Wie Google mit Lens die Suche revolutionieren will

Responsive Websites bringen eine Reihe an Vorteilen gegenüber dem alten System mit. Auch Google sieht das so und listet eine ganze Reihe an Möglichkeiten auf, die mit einer Responsive Website vorhanden sind.

Quelle: Google Webmaster Blog

Studie: Diese Content-Formate kommen in den Social Media an

Das in Deutschland mit Abstand erfolgreichste soziale Netzwerk ist und bleibt Facebook. 89 Prozent der Befragten haben angegeben, dort einen Account zu besitzen. Bei Instagram sind es aktuell immerhin 44, bei Twitter 42 Prozent. Viele Unternehmen setzen zu Recht auf Content Marketing, weil die Formate bei Kunden gut ankommen. Die Studie von Hubspot zeigt allerdings, dass sich ein genauer Blick auf die einzelnen Plattformen lohnt, denn nicht jedes Content-Format eignet sich für alle Social Media gleichermaßen.

Demnach ist Facebook das im Vergleich flexibelste soziale Medium, wenn es um Content-Formate geht. 42 Prozent der befragten Nutzer schauen sich am liebsten Bilder an, 30 Prozent lesen gerne Texte und 17 Prozent bevorzugen Videos. Anders bei allen anderen Social Media. Hier zeigen die Nutzer eindeutigere Präferenzen: Auf Twitter erwarten 37 Prozent Texte. Bilder und Videos kommen dort mit 13 beziehungsweise vier Prozent hingegen deutlich weniger gut an. Auch Linkedin und Xing gelten als Text-Plattformen. 29 beziehungsweise 23 Prozent erwarten lesbare Inhalte in den beiden Business-Netzwerken. Bilder und Videos erreichen nur jeweils einstellige Zustimmungsraten.

Facebook: Mit diesem Content erreichen Sie Ihre Fans

Instagram ist die Plattform für Bild-Formate. 47 Prozent der Befragten nutzen das soziale Medium vor allem der Fotos wegen. Fünf Prozent schauen sich auch Videos an, Texte kommen auf vier Prozent. Ein wenig ausgewogener wiederum die Ergebnisse für Snapchat: Bilder bevorzugen hier 24 Prozent, Videos kommen auf elf, Texte auf vier Prozent.

Gefragt wurde nicht nur nach dem bevorzugten Format, sondern auch danach, wie Verbraucher Inhalte aufnehmen. Aufmerksam verfolgt werden demnach vor allem Videos, Nachrichtenbeiträge und Multimedia-Artikel. Blog-Artikel, längere Textbeiträge und Podcasts werden hingegen meist nur überflogen. Marketern rät Inken Kuhlmann, Senior Manager Growing Markets bei Hubspot, deshalb, die Inhalte auf die Vorlieben und Gewohnheiten der potenziellen Kunden zuzuschneiden. Bei längeren Texten solle das Überfliegen eines Beitrags durch klar strukturierte Überschriften unterstützt werden, damit Leser an der Stelle einsteigen können, die sie am meisten interessiert.

Für die Studie wurden rund 3.000 Verbraucher befragt, je ein Drittel aus Deutschland, den USA und Lateinamerika.

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Kunden wollen Content mit Spaßfaktor und Relevanz

Bitkom-Studie: EU-Datenschutzgrundverordnung: Wenige Unternehmen werden sie fristgerecht umsetzen

Der großen Mehrheit der Unternehmen in Deutschland drohen in wenigen Monaten Millionen-Bußgelder. Jedes dritte befragte Unternehmen hat sich noch nicht mit der Datenschutzgrundverordnung beschäftigt. Selbst von den Unternehmen, die sich aktuell mit der DS-GVO befassen, gehen nur 19 Prozent davon aus, dass sie die Vorgaben bis nächsten Mai vollständig umgesetzt haben werden. Weitere 20 Prozent erwarten, dass sie die Anforderungen wenigstens zum größten Teil erfüllen werden. Mehr als jedes zweite dieser Unternehmen (55 Prozent) geht davon aus, Teile der Verordnung bis dahin umsetzen zu können.

Das Ergebnis der repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen legt nahe, dass nur wenige Unternehmen die EU-Datenschutzgrundverordnung fristgerecht umsetzen werden. Wer nun den Kopf in den Sand stecke, riskiere empfindliche Bußgelder, sagt Susanne Dehmel, Geschäftsleiterin Recht & Sicherheit beim Bitkom.

Die Unternehmen arbeiten schleppend: Aktuell haben 13 Prozent der Unternehmen erste Maßnahmen begonnen oder abgeschlossen. Vor einem Jahr lag der Anteil bei acht Prozent. 49 Prozent beschäftigen sich irgendwie mit dem Thema, nur drei Prozent gehen davon aus, dass sie mehr als die Hälfte der Aufgaben abgearbeitet haben.

Selbst grundlegende organisatorische Voraussetzungen für den Datenschutz im Unternehmen fehlen häufig. So geben 42 Prozent der Unternehmen an, dass sie kein sogenanntes Verfahrensverzeichnis haben, in dem die internen Prozesse für die Verarbeitung personenbezogener Daten dokumentiert sind. Vor einem Jahr lag der Anteil mit 46 Prozent ähnlich hoch. Ohne ein solches Verzeichnis ist die Anpassung der eigenen Prozesse an die DS-GVO jedoch schwierig. Ein Verfahrensverzeichnis sei heute schon Pflicht, künftig aber noch dringender erforderlich, so Dehmel weiter. Die neue Verordnung verlange von den Unternehmen den Nachweis der rechtskonformen Datenverarbeitung. Eine solche Datenschutz-Dokumentation werde in Streitfällen eine wichtige Rolle spielen.

Die Umfrage zeigt auch: Die Nutzung personenbezogener Daten ist für viele Unternehmen von zentraler Bedeutung. Jedes Dritte (32 Prozent) setzt sie zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen ein. Und vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) geben sogar an, dass die Nutzung personenbezogener Daten die Grundlage des eigenen Geschäftsmodells ist.

Als größte Herausforderungen bei der Umsetzung nennen die Unternehmen den schwer abzuschätzenden Aufwand (52 Prozent), Rechtsunsicherheit (43 Prozent) und mangelnde praktische Umsetzungshilfen (32 Prozent). Entsprechend wünschen sich 28 Prozent Auslegungshilfen der Verordnung durch die EU-Kommission. 27 Prozent hätten gerne Praxisleitfäden und 16 Prozent Handreichungen von den Aufsichtsbehörden. Das Gesetz sei an vielen Stellen vage und den Unternehmen fehlten Vorgaben, wie sie damit umgehen sollen, so Dehmel. Konkrete Vorgaben wären hilfreich. Dennoch müsse nun endlich richtig losgelegt werden.

Bei der grundsätzlichen Bewertung der Datenschutzgrundverordnung halten sich Zuversicht und Skepsis die Waage. So rechnen sechs von zehn Unternehmen (60 Prozent) damit, dass die DSG-VO langfristig zu mehr Rechtssicherheit führt, fast ebenso viele (57 Prozent) erwarten einheitlichere Wettbewerbsbedingungen in der EU. Vier von zehn Unternehmen sagen sogar, dass ihr eigenes Unternehmen Vorteile hat (39 Prozent) und dass sie ein Wettbewerbsvorteil für europäische Unternehmen ist (38 Prozent). Allerdings gibt es auch kritische Einschätzungen: So befürchten 57 Prozent kurzfristig mehr Rechtsunsicherheit, 42 Prozent glauben, dass Geschäftsprozesse komplizierter werden.

Informationen zum Thema liefert der Bitkom auf seiner Website.

Mehr zum Thema;

DDV mit überarbeitetem Best Practice Guide zur EU-Datenschutz-Grundverordnung

Dialogmarketing: DDV mit überarbeitetem Best Practice Guide zur EU-Datenschutz-Grundverordnung

Noch acht Monate haben Unternehmen Zeit, um die Datenschutz-Grundverordnung umzusetzen. In Deutschland wurde bereits in der laufenden Legislaturperiode ein Gesetz zur Umsetzung erlassen. Damit sind die Rahmenbedingungen für das Dialogmarketing in Deutschland gesteckt; Umsetzungshilfen wurden bereits konkretisiert, Gerichte haben wichtige Rahmenbedingungen festgelegt.

Der nun veröffentlichte überarbeitete Guide berücksichtigt das deutsche Anpassungsgesetz, Anwendungshilfen der Datenschutzaufsichtsbehörden, die relevante Rechtsprechung und aktuelle Praxisfragen.

Das Update des Guides ist für DDV-Mitglieder im geschlossenen Bereich der Verbands-Website kostenlos abrufbar. Nicht-Mitglieder können das PDF beim Verband bestellen.

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Kontaktkanäle: Messenger könnten E-Mail und Telefon

Virtual Dressing Room: Wie Augmented Reality die Kundenbindung im Modehandel stärken kann

Wie die aktuelle Yougov-Studie „Spieglein, Spieglein auf dem Smartphone“ zeigt, würden sich Onlinekunden auf die Technologie einlassen. Zwar ist die technische Umsetzung derzeit noch schwierig, Handelsunternehmen sollten sich dennoch schon mal mit der Thematik befassen.

Für jeden fünften Befragten (22 Prozent) ist die Nutzung eines Virtual Dressing Rooms demnach grundsätzlich vorstellbar. Vor allem unter 35-Jährige (37 Prozent) und jene, die lieber im Internet statt im Laden einkaufen, scheinen von der Technologie angetan, vor allem wenn es um Mode geht. Die Mehrheit (52 Prozent) dieser potenziellen Augmented-Reality-Nutzer (AR-Nutzer) zeigt Interesse daran, Kleidung und Accessoires via Smartphone virtuell anzuprobieren.

Pokémon Go hat nicht zuletzt dazu beigetragen, AR bekannt zu machen. Dabei ist Verbrauchern bewusst, dass mehr dahintersteckt, als Spielerei. 62 Prozent würden damit gerne ihren Alltag erleichtern, und die virtuelle Umkleide scheint dabei ein sinnvolles Szenario. So würden 59 Prozent der Onlineshopper eine virtuelle Umkleide nutzen, 40 Prozent würden dann auch seltener in stationären Geschäften einkaufen. Für den Onlinehandel wäre AR damit ein wirksames Instrument zur Kundenbindung. Auch, um sich von Wettbewerbern abzuheben.

Wer virtuell testen kann, ob Kleidung oder Accessoires passen, spart vor allem eines: Zeit. Das ist für mehr als die Hälfte (51 Prozent) ein wichtiger Pluspunkt der virtuellen Umkleide. Ein neues, einmaliges Shoppingerlebnis ist es obendrein. Wenn Kunden schnell und bequem Kleidung virtuell anprobieren können, ist die Notwendigkeit geringer, bei der Konkurrenz nach Alternativen zu suchen, sagt auch Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei Yougov, Wie die Studie ergeben hat, sind gerade Onlineshopper besonders oft der Ansicht (87 Prozent), ein Anbieterwechsel könne sich lohnen.

Wie Marken mit Künstlicher Intelligenz die Kundenbindung steigern können

Laut Studie ist der Einsatz virtueller Umkleidekabinen für bestimmte Marken besonders interessant: Einen außerordentlich positiven Eindruck von der neuen Technologie haben demnach beispielsweise Kunden von Adidas, C&A, Deichmann, H&M, Jack Wolfskin, Nike und Puma (in alphabetischer Reihenfolge).

Modekäufer mit geringer Markenbindung

Für die Studie wurde auf die 100.000 Datenpunkte umfassende Yougov-Datenbank zugegriffen und die Ergebnisse mit der Analyse einer Befragung von 2.000 Personen kombiniert.

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Social-Media-Strategie: Jetzt schon an Weihnachten denken

Markenführung: Was Marken heute leisten müssen

Marken müssen dynamisch sein. So könnte man das Ergebnis der Studie „Brands in Motion“ knapp zusammenfassen. In unsicheren Zeiten wünschen sich Verbraucher demnach Unternehmen, die eine positive Dynamik schaffen. Im Rahmen der Untersuchung, die in Deutschland, China, Großbritannien, den USA, Australien und Südafrika durchgeführt wurde, sollten die rationalen wie auch emotionalen Treiber untersucht werden, die Verbraucherentscheidungen heute bestimmen.

Markentreue-Studie: Was deutsche Verbraucher zum Markenwechsel treibt

Für Deutschland haben die Studienautoren herausgefunden, dass die Stimmung von einer allgemeinen Skepsis aufgrund politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen geprägt ist, sagt Bianca Eichner, General Manager & Vice President Deutschland bei We Communications. Marken könne in diesen Zeiten eine tragende Rolle zukommen, erklärt sie weiter.

Zusätzliche zu den Marktbedingungen befragten die Studienautoren die Teilnehmer auch zu einer Reihe branchenspezifischer Faktoren in Branchen wie Computergeräte und damit verbunden Soft- und Hardware, B2B-Technologie, Gesundheit & Wellness, Pharma, Smart Home und Automobilbau. Die Auswertung aller Daten offenbarte vier entscheidende Realitäten:

Realität 1 – Stabilität ist ein Bestandteil von Bewegung. Trotz der aktuellen politischen Ereignisse auf nationaler, europäischer und globaler Ebene, können Marken Stabilität in unsicheren Zeiten bieten: 66 Prozent der Befragten in Deutschland glauben, dass Marken definitiv ein Stabilitätsfaktor sein können – dies ist eine enorme Chance für Unternehmen, sich zu engagieren und Kunden als stabilisierende Kraft einen neuen Mehrwert zu bieten.

Das Interview zum Thema Markenführung:

„Die Kunden prägen die Markenidentität“

Informationskanäle: Für Millennials sind Word of Mouth und Social Media die relevantesten Infoquellen

Das internationale PR-Netzwerk Golin hat 13.000 Personen weltweit gefragt, welche Informationsquellen für sie die relevantesten sind. Deutsche bleiben demnach den traditionellen Medien treu und setzen vor allem auf TV (64 Prozent) und Print (49 Prozent). Der Relevanzgrad entscheidet nicht zuletzt darüber, ob eine Information geteilt, weitererzählt oder dementsprechend gehandelt wird.

Dabei zeigen sich die Deutschen außerordentlich traditionell: Während weltweit die Social Media auf dem ersten Platz landen, liegen sie hierzulande abgeschlagen mit 25 Prozent auf dem letzten Platz. Die geringste Relevanz unter elf abgefragten Infoquellen haben schließlich Blogger (sieben Prozent). Die Mediennutzung sei weltweit im Umbruch, sagt Uta Schwaner, Managin Director von Golin Deutschland. Deutschland spiele dabei jedoch eine ungewöhnliche Außenseiterrolle.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass Medienrelevanz eine Altersfrage ist. Die Beliebtheit traditioneller Medien ist bei den Babyboomern (55+) am stärksten ausgeprägt. Das Fernsehen kommt in dieser Altersgruppe auf 67 Prozent, Zeitungen auf 55 und das Radio auf 38 Prozent. Bei der Generation X (35 bis 54 Jahre) führen ebenfalls TV (67 Prozent) und Zeitungen (49 Prozent), doch mit 45 Prozent folgen dann bereits Empfehlungen, auch Word of Mouth genannt.

Noch ausgeprägter ist die Relevanz von Empfehlungen bei dem jüngeren Teil der Generation der Millennials (18 bis 24 Jahre): Hier ist Word of Mouth die relevanteste Infoquelle (61 Prozent), dicht gefolgt von den Social Media (59 Prozent). TV und Zeitungen verlieren hier zweistellige Prozentpunkte.

Bei Informationen zählen bei Bundesbürgern generell vor allem Fakten (59 Prozent). Etwas weniger (56 Prozent) verlassen sich auf nützliche Tipps, 30 Prozent lassen sich von Inhalten gerne unterhalten. Die Top-Themen, über die gerne gesprochen wird, sind jedoch weniger faktenorientiert: 58 Prozent interessieren sich für Promi-News, Nachrichten aus dem Unterhaltungsbereich (48 Prozent) und Modethemen (47 Prozent).

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Generation X mit intensivster Social-Media-Nutzung

Kommunikation: Kontaktkanäle: Messenger könnten E-Mail und Telefon ersetzen

Demnach würden 72 Prozent der Umfrageteilnehmer Messenger-Apps für die Kontaktaufnahme mit Unternehmen nutzen, wenn sie eine schnelle Rückmeldung benötigen. 70 Prozent würden auch bei Support-Anfragen auf sie setzen.

Jüngere Konsumentengruppen nutzen den Messenger ständig, um mit Freunden und Bekannten zu kommunizieren. Klar, dass es für sie eine Selbstverständlichkeit wäre, über diesen Kanal auch mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Langfristig könnten E-Mail und Telefon deshalb als Touchpoint an Relevanz verlieren. Ältere Konsumenten sind Messenger-Apps gegenüber weniger aufgeschlossen. Fast die Hälfte der Befragten über 55 Jahren gibt an, den Service überhaupt nicht zu nutzen.

Ob Messenger-Apps für den Kundenkontakt vielversprechend seien, hänge aktuell deshalb in erster Linie von den potenziellen Kunden eines Unternehmens ab, sagt Inken Kuhlmann, Senior Manager Growing Markets bei Hubspot. Bei jüngeren Konsumenten eröffneten Messenger viele interessante Perspektiven. So würden beispielsweise Chatbots eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Kunden ermöglichen, weil auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten auf häufig gestellte Fragen sofort geantwortet werden kann.

Für die Studie „The Future of Content Marketing“ wurden rund 3.000 Verbraucher zu je einem Drittel in Deutschland, den USA und Lateinamerika befragt.

Kunden wollen Whatsapp als Kontaktkanal

Dmexco 2017: Der digitale Nabel der Welt

Emotional ging es zu am Ende der dmexco: Im letzten Vortrag der zweitägigen Veranstaltung zeigte Tim Kendall, Präsident von Pinterest, dass er etwas von Storytelling versteht. Sichtlich erleichtert nahm er vor noch immer voller Kulisse in der Conference Hall auf der Bühne Platz und erzählte, dass er dreißig Minuten zuvor noch im Flieger –  aus New York kommend – saß und nun glücklich sei, über „Pictures and a thousand words – the Dreamteam of Social Brand Building“ sprechen zu können. Dabei schien der Pinterest-Chef so gelöst, dass er erst einmal preisgab, wie er bei einem so eng getakteten Tagesablauf so entspannt sein kann „Ich steige jeden Morgen für fünf Minuten in eine Eistonne, um fit für den Tag zu werden. Besser als jeder Kaffee“, so Kendall. Da hatte er das Publikum schon für sich gewonnen.

Doch auch inhaltlich hatte er einiges zu bieten. Im Vergleich zu Facebook oder Instagram ist Pinterest zwar noch ein Zwerg: Doch die digitale Pinnwand wächst – und legt in Deutschland besonders kräftig zu. In einigen Bereichen überflügelt Pinterest selbst Branchengrößen. Weltweit sind es mittlerweile rund 200 Millionen Menschen pro Monat, die Inspirierendes und Liebenswertes an ihre virtuelle Pinnwand heften. „Das entspricht einem Anstieg von fast 40 Prozent innerhalb eines Jahres“, so Kindall. Mit 73 Prozent ist Deutschland einer der am schnellsten wachsenden Märkte für Pinterest. Zudem wird Pinterest auch bei Männern immer beliebter: „Die Anmeldungen männlicher Nutzer wachsen dreimal schneller als die weiblicher Nutzer“, so Kindall. Ein Raunen ging durch die Conference Hall.

Gelöste Stimmung auch bei den Messe-Machern. Nur wenig später sah man Frank Schneider, Board of Directors der Dmexco, mit seinem 40-köpfigen Team  auf der Bühne der Conference Hall im Konfetti-Regen tanzen. „It was an amazingly succesful Dmexco 2017“, so das Fazit seines Kollegen Christian Muche. Schon bei der Eröffnung der Messe hatte Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Köln Messe, den  beiden Dmexco-Machern gratuliert: „Köln avanciert zum digitalen Hotspot in Europa“, sagte Böse.

Doch auch kritische Stimmen machten die Runde: „Zu voll, zu laut, zu diffus“, war ein in den Messehallen in Köln-Deutz oft gehörter Satz.  Dirk Thum, Geschäftsführer der iCrossing GmbH in München, etwa kritisierte, dass die Besucher bei dem Wust an Angeboten längst den Überblick verloren haben. „Das Angebot der Dmexco wird immer diffuser. Und für den Besucher bleibt am Ende des Tages nichts hängen“, so Thun. Nur die Unternehmensberater, denen es gelingt, aus dem Überangebot an Informationen und Vorträgen, wirklich Wichtiges herauszufiltern, dürften profitieren. 

Die nackten Zahlen sprechen für sich: über 1.100 Aussteller, mehr als 570 Speaker sowie 40.700 Fachbesucher. „Die digitale Wirtschaft ist Treiber für die digitale Transformation – und die Dmexco bildet dieses Bild ab“, so Christian Muche, Board of Directors der Dmexco.

Matthias Wahl, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), blieb bei aller Euphorie angesichts der Wachstumszahlen in der digitalen Wirtschaft auf dem Teppich. Das Tempo der Transformation nehme immer stärker zu und nicht jeder komme da mit, so Wahl. Der BVDW-Präsident mache sich Sorgen um den Mittelstand in Deutschland, der bis zu 98 Prozent des deutschen Erfolgs ausmacht. „Das Geschäftsmodell vieler Mittelständler lässt sich in der Digitalisierung vielfach nicht mehr abbilden“, so Wahl.  Zudem müsse die IT-Infrastruktur deutlich verbessert werden.

Mehr als 570 Speaker präsentieren in den zwei Tagen Insights aus der Digitalwirtschaft. Auch große Namen waren dabei: etwa Sheryl Sandberg von Facebook und Jack Dorsey von Twitter. Oder auch Chris Curtin, Chief Marketing Officer von Visa, für den in einer digitalen Welt das Motto „working smart statt working hard  das Gebot der Stunde ist“. Auch dabei: Jean- Marc Pailhol, Head of Group Market Management, & Distribution der Allianz. Der Manager zeigte sich davon überzeugt, dass Kreativität im Marketing nach wie vor das wichtigste Asset ist: „Im Marketing brauchen Sie gute Ideen. Das ist wichtiger als Geld“, sagte Pailhol. Julia Jäkel, CEO von Gruner+Jahr in Hamburg, meinte, dass die „Sehnsucht nach seriösen Umfeldern gestiegen ist“. Die Verlagsmanagerin setzt weiter auf hochwertigen Journalismus: „Wir sind und bleiben ein Verlag  und keine Content-Marketing-Bude“, so Jäkel.

Neben Virtual Reality, 3D-Druck  und Video ist auch Artificial Intelligence (AI) ein wichtiges Thema im Konferenz-Programm, dessen Motto in diesem Jahr „Lightning the Age of Transformation“ lautet. Nicht ohne Grund entwickelt sich AI gerade zu einem der führenden Wirtschaftsthemen, denn AI ermöglicht personalisierte Werbung, individualisierten Content und automatisierte Prozesse, die das digitale Marketing grundlegend ändern werden. Darüber haben etwa Beck Kloss (Ebay) und Jordan Bitterman (IBM Watson Content) gesprochen. Über die wachsende Bedeutung von AI für die Markenkommunikation informierte unter anderem Shiseido-CDO Alessio Rossi.

Die nächste Dmexco findet am 12. und 13. September 2018 in Köln statt.

 

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Das Steinbeis Vertriebs- und Marketinginstitut und acquisa haben eine Umfrage gestartet, den Digitalisierungsindex Marketing und Vertrieb 2017. Diese Studie soll objektiv den ‚Wasserstand‘ der Digitalisierung speziell in Vertrieb und Marketing messen und transparent machen. Die Ergebnisse des Index werden nach Beendigung der Umfrage im Herbst ausführlich in acquisa vorgestellt.  

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