Erste Tote durch Hurrikan “Irma” in der Karibik

Auf zwei französischen Karibikinseln sind beim Durchzug des Hurrikans “Irma” mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere Regionen sind durch den Wirbelsturm gefährdet. Nach UN-Schätzungen sind bis zu 37 Millionen Menschen betroffen.

Durch den Hurrikan “Irma” sind auf den Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zwei weitere seien schwer verletzt worden, teilte das Ministerium für die französischen Überseegebiete mit. Der Hurrikan der höchsten Kategorie 5 war zuvor über das französische Überseegebiet Saint-Barthélemy gefegt, dann erreichte er die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin.

Weitere Opfer befürchtet

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine Landsleute darauf vorbereitet, dass es Opfer durch den Wirbelsturm geben werde. Die Bilanz des Wirbelsturms werde “hart und grausam” sein, “wir werden Opfer zu beklagen haben”, sagte Macron nach einem Besuch beim Krisenstab des Innenministeriums in Paris. Die materiellen Schäden auf den Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin seien “erheblich”, fügte er hinzu.

Die französische Regierung kam zu einem Krisentreffen zusammen. An der Zusammenkunft im Innenministerium nahm auch Präsident Macron teil, berichtete Innenminister Gérard Collomb.

“Irma” zieht weiter durch die Karibik

Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 hatte die Insel Barbuda erreicht und war dann nach Saint-Barthélemy und Saint-Martin weitergezogen, wo ganze Küstenabschnitte verwüstet wurden. Rund anderthalb Stunden verweilte das Auge des als “potenziell katastrophal” eingestuften Hurrikans über der beim internationalen Jet-Set beliebten Insel Saint-Barthélemy. Dann erreichte es die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin / Sint Maarten. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten. Ganze Küstengebiete seien bereits überschwemmt.

UN befürchten 37 Millionen Betroffene

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Hurrikans betroffen sein. Ein UN-Hilfsteam sei bereits auf die Karibikinsel Barbados gereist, weitere Teams stünden bereit, sagte ein Sprecher. In Haiti hätten sich dort stationierte UN-Mitarbeiter auf den Hurrikan vorbereitet und stünden ebenfalls bereit, Nothilfe zu leisten.

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikans erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

“Irma” ist einer der schwersten jemals in der Karibik registrierten Tropenstürme. Laut Wetterexperten soll er nun in Richtung Jungferninseln, Puerto Rico, Dominikanische Republik und Haiti weiterziehen.

Derweil gab das US-Repräsentantenhaus staatliche Hilfen im Volumen von 7,85 Milliarden Dollar (rund 6,6 Milliarden Euro) für die vom Hurrikan “Harvey” betroffenen Katastrophengebiete frei.

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