FIFA leitet Ermittlungen nach Nazi-Eklat ein

Laut des Weltverbands werden verschiedene Vorfälle untersucht. Auch gegen den tschechischen Fußballverband wird ermittelt, da die Heimmannschaft für die Sicherheit der Zuschauer zuständig ist.

Außerdem hat die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) eine Aufklärung der Zwischenfälle beim Bundeskriminalamt (BKA) angeregt. Beim BKA und der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf sei “die Prüfung der Einleitung von Ermittlungsverfahren gegen bislang unbekannte deutsche Fußballstörer” angeregt worden, erklärte ZIS-Leiter Jürgen Lankes am Mittwoch (06.09.17) in Duisburg.

Deutsche Stadionbesucher hatten am Freitag zuvor in Prag unter anderem eine Schweigeminute für zwei gestorbene tschechische Fußballfunktionäre gestört, Pyrotechnik gezündet und “Sieg”-Rufe nach dem Treffer zum 2:1 mit “Heil”-Rufen beantwortet. Dem DFB droht nun durch die FIFA eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall auch härtere Sanktionen wie ein Fan-Ausschluss.”

Die Zuständigkeit für die Ermittlungen gegen unbekannte deutsche Straftäter im Zusammenhang mit Sportgroßveranstaltungen im Ausland liegt bei der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft. “Wir haben vor Ort und im Nachgang des Spiels dafür Sorge getragen, dass alle Informationen zusammengeführt und die notwendigen Schritte eingeleitet werden, damit mögliche Straftäter ermittelt und potenzielle Störer erkannt werden”, sagte Lankes. Nun würden alle Erkenntnisse von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geprüft.

“300 Personen der portenziell gewaltbereiten Störer-Szene”

Unter ZIS-Leitung war vor Ort auch eine deutsche Polizeidelegation eingesetzt, um den Einsatz der tschechischen Polizei zu unterstützen. “Nach unseren Erkenntnissen befanden sich in Prag am Spieltag rund 300 Personen, die wir der potenziell gewaltbereiten deutschen Störer-Szene zurechnen”, erklärte die Leiterin der Polizeidelegation, Heike Schultz.

Auch die tschechischen Ermittlungsbehörden prüfen eine strafrechtliche Verfolgung der Störer. Die Einleitung von Strafverfahren und die Verdichtung von Erkenntnissen über einzelne Störer gebe der ZIS die Möglichkeit, für künftige Spiele auch polizeiliche Präventivmaßnahmen gegen diese Personen prüfen zu können. Das halte sie von Randale und Gewalttaten ab, erläuterte Lankes. Neben Ausreiseverboten und Meldeauflagen für bekannte Störer seien bundesweite Stadionverbote durch den DFB denkbar.

Thema in Sport aktuell, Deutschlandfunk, Mittwoch, 06.09.17, 22.50 Uhr


dpa
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Stand: 06.09.2017, 19:03

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