Lauda und Condor bieten für Air Berlin

Im Bieterrennen um Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin hat sich eine neue Allianz gebildet: Der Unternehmer Lauda will mit der Firma Condor ein Angebot abgeben. Der Flugbetrieb soll heute wieder normal laufen.

Der Unternehmer Niki Lauda will zusammen mit Thomas Cook und dessen Tochter Condor für Teile von Air Berlin bieten. Einem Bericht der österreichischen Tageszeitung „Kurier“ zufolge wollen sie für 38 Maschinen der Air Berlin und ihrer Tochter Niki ein Angebot abgeben.

Die Offerte werde am Freitag beim Insolvenzverwalter abgegeben, kündigte Lauda an. Der Gründer und frühere Besitzer der Niki will 51 Prozent des Konsortiums übernehmen und künftig ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste solle die Condor-Mutter Thomas Cook sorgen.

Eine Lauda-Sprecherin bestätigte den Zeitungsbericht. Ein Sprecher des Reisekonzerns Thomas Cook wiederholte, man sei zusammen mit Condor bereit, eine aktive Rolle bei der Restrukturierung von Air Berlin und der Tochter Niki zu spielen. Es würden alle Optionen geprüft.

Air Berlin ist seit Mitte August pleite und kann nur dank eines Staatskredits über 150 Millionen Euro weiterfliegen.

Bieterrennen mit mehreren Interessenten

Interessenten können bis Freitag ein Kaufangebot für den Konzern oder Teile davon einreichen. Die Lufthansa hatte offiziell ihr Interesse an Air Berlin erklärt. Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl will nach eigenen Angaben bis zu eine halbe Milliarde Euro bieten.

Als möglicher Käufer gilt ebenso die Billigairline Easyjet. Insidern zufolge erwägt auch die chinesische Betreiber-Gesellschaft des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, Link Global Logistics, eine Offerte.

Nach Krankmeldungen wieder Normalbetrieb

Zu den ungewöhnlich vielen Krankmeldungen von Piloten bei Air-Berlin-Piloten sagte Lauda, diese seien „reines Gift für Air Berlin“. Er verstehe nicht, „warum die Piloten einen Konkurs beschleunigen, bevor Air Berlin verkauft ist“.

Nach den zahlreichen Flugausfällen infolge der Krankmeldungen können sich Passagiere der Air Berlin an diesem Donnerstag wieder auf einen normalen Betrieb einstellen.

Am Dienstag und Mittwoch waren rund 200 Flüge ausgefallen. Gegen Mittag gab es dann die Entwarnung, dass viele Crews an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten. Die Beschäftigten fürchten um ihre Einkommen und Arbeitsplätze, wenn Air Berlin wie geplant zerschlagen wird.

Vorstandschef Thomas Winkelmann appellierte an die Piloten: „Meldet Euch aus dem Off freiwillig zurück.“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte: „Ich kann nur an alle appellieren, Vernunft wieder einkehren zu lassen und die Flüge stattfinden zu lassen.“ Alles andere würde die Rettung der Airline gefährden, so der CSU-Politiker. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles kritisierte das Verhalten der Piloten als „hochgradig unsolidarisch“. Air Berlin sei in einer schwierigen Lage.

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