Norddeutschland: Herbststurm „Sebastian“ bringt Orkanböen

Stand: 13.09.2017 08:38 Uhr

33 Grad in Niedersachsen, 29 Grad in Hamburg – das waren die Temperaturen vor einem Jahr um diese Zeit. Dieses Jahr ist das Kontrastprogramm angesagt: Tiefdruckgebiet „Sebastian“ sorgt dafür, dass es herbstlich, stürmisch und regnerisch wird. „Am Mittwoch kommt der Regen sogar von der Seite“, kündigt Alexander Hübener vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg das erste Sturmtief der Saison an. Am Dienstagabend gab der Deutsche Wetterdienst eine entsprechende Unwetterwarnung heraus. Sie gilt heute von 10 bis 23 Uhr für Schleswig-Holstein, Hamburg und Teile Niedersachsens. An der Nordsee können demnach Orkanböen zwischen 120 und 140 Kilometer pro Stunde auftreten. Vom Emsland über Bremen und Hamburg bis zur Ostsee werden Böen bis zu 115 Kilometer pro Stunde erwartet.




Herbststurm an der Nordseeküste erwartet

Schleswig-Holstein Magazin

An der Nordseeküste wird der erste schwere Herbststurm dieses Jahres mit starken Böen erwartet. Zu früh, so NDR Meteorologe Meeno Schrader, und deshalb besonders gefährlich.

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Warnungen vor Harz-Wanderungen

„Da kommt ein ausgewachsener Sturm zu uns, der zu dieser Jahreszeit wesentlich gefährlicher ist als im Winter“, sagt Hübener. Der Grund: Die Bäume stehen noch voll im Laub und bieten daher eine große Angriffsfläche für den Wind. Auch kräftige Schauer und kurze Gewitter können auftreten. „Harzurlauber sollten lieber nicht auf den Brocken wandern – da erwarten wir Orkanböen von etwa 150 Kilometer pro Stunde.“

Küsten am stärksten betroffen

Am heftigsten werde die Nordseeküste getroffen, ergänzt Meteorologe Markus Eifried vom Deutschen Wetterdienst: „Vor allem im Bereich der ostfriesischen Inseln, der Elbmündung, bei Helgoland und Dithmarschen müssen wir mit starken Böen rechnen – eventuell auch auf den nordfriesischen Inseln.“ Der Schwerpunkt verlagert sich am Nachmittag auf die Ostsee: Stürmisch werde es erst auf Fehmarn, dann ziehen die Böen weiter nach Zingst, Rügen und Hiddensee, so Eifried.

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Sturmflut in Sicht

Für die ostfriesische Küste, das Wesergebiet, das Elbgebiet und die nordfriesische Küste gilt eine amtliche Sturmflutwarnung. „Wir gehen davon aus, dass bei Husum und Dagebüll die Pegelstände um ein bis eineinhalb Meter steigen werden, die Inseln sind nicht betroffen“, sagt Sylvin Müller-Navarra vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. „Aber die Deiche sind so hoch, dass das keine größere Bedeutung haben wird.“ Auch in Hamburg kann es zu erhöhten Pegelständen kommen. „Es wird nicht dramatisch, aber es ist sinnvoll, die Autos vom Fischmarkt wegzuparken“, empfiehlt Meteorologe Hübener.

Vorerst kein Altweibersommer

Ein stabiles Hochdruckgebiet, das zu einem warmen Altweibersommer wie im vergangenen Jahr führen könnte, ist derzeit nicht in Sicht. Morgen sind noch mal schwere Sturmböen möglich. Ein kleiner Trost: „Am Wochenende kann es ein paar schöne Abschnitte geben“, so Hübener. „Da könnte sogar ein Spaziergang mit Sonnenstrahlen drin sein.“

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