Physik-Nobelpreis geht an drei US-Gravitationsforscher

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die drei US-Forscher Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne für den ersten direkten Nachweis im All entstehender Gravitationswellen.

Die Königlich-Schwedische Akademie hat drei US-amerikanische Forscher für ihren Nachweis von Gravitationswellen im All mit dem Physik-Nobelpreisträger ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit neun Millionen Schwedischen Kronen (rund 935 000 Euro) dotiert.

Der in Berlin geborene Weiss erhält einen Teil des Preises, die beiden anderen Wissenschaftler teilen sich die andere Hälfte.

Einstein erahnte Gravitationswellen

Der Physiker Albert Einstein hatte die Gravitationswellen bereits vor 100 Jahren mit seiner Relativitätstheorie beschrieben. Sie entstehen, wenn Massen beschleunigt werden – etwa bei der Explosion von Sternen am Ende ihrer Lebenszeit oder beim Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher.

Forscher hatten jahrzehntelang einen Nachweis versucht. Erstmals gelungen war er im September 2015.

Die US-Physiker Thorne und Weiss entwickelten seit den 70er Jahren die grundlegende Technik, mit der die Wellen gemessen wurden. Wissenschaftler Barish perfektionierte die Technologie. Forscher wollen die Gravitationswellen nutzen, um mehr im All zu erspähen als je zuvor.

Nicht der erste Preis für Gravitationsforscher

1993 gab es schon einmal einen Physik-Nobelpreis für einen – allerdings nur indirekten – Nachweis von Gravitationswellen: Die US-Astronomen Joseph Taylor und Russell Hulse hatten 1974 zwei einander umkreisende Neutronensterne beobachtet. Ihre Umlaufzeit nimmt langsam ab, was sich exakt mit dem Energieverlust durch Gravitationswellen erklären lässt.

Geteilte Auszeichnung

Der Nobelpreis für Physik wird in der Regel unter mehreren Wissenschaftlern geteilt, die sich um ein bestimmtes Forschungsgebiet verdient gemacht haben. In den vergangenen 25 Jahren wurde die Auszeichnung immer mehreren Preisträgern gemeinsam zuerkannt.

2016 war der Physiknobelpreis an die Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz gegangen. Sie waren für ihre Studien zum Zustand von Materie ausgezeichnet wurden.

Die Nobelpreis-Woche

Für Mittwoch wird die Entscheidung über die Verleihung des Nobelpreises für Chemie erwartet. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe des Literaturnobelpreisträgers und am Freitag wird verkündet, wer den Friedensnobelpreis erhält.

Der Preis für Wirtschaft, der streng genommen kein Nobelpreis ist, wird am 9. Oktober bekanntgegeben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Oktober 2017 um 12:00 Uhr.

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