Trumps Kommunikationschefin: “Hopster” am Steuer

Sie ist 28 Jahre alt, ein ehemaliges Model und hatte den Job bereits übergangsweise inne – nun tritt Hope Hicks offiziell die Nachfolge von Anthony Scaramucci an. Trumps neue Kommunikationschefin hält sich aber am liebsten aus der Öffentlichkeit heraus.

Anthony Scaramucci, der schillernde Mann mit der blau getönten Sonnenbrille, war im Juli nur zehn Tage lang Kommunikationsdirektor im Weißen Haus. Bevor ihn Trump feuerte, hatte Scaramucci mit verbalen Entgleisungen und persönlichen Beschimpfungen für Schlagzeilen und Aufruhr im Weißen Haus gesorgt.

Die 28-jährige Hope Hicks ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil ihres geltungssüchtigen Amtsvorgängers. Das ehemalige Model gilt als absolut loyal, verschwiegen und scheut das Rampenlicht der Öffentlichkeit. Nach seinem Wahlsieg stellte Trump sie auf einer Veranstaltung seinen Anhängern vor: “Sie war vom ersten Tag an in unserem Team. Sie war schon für meine Immobilien-Firma tätig. Und ich fragte sie: Was weißt Du von Politik? Sie sagte: ‘Absolut nichts.’ Ich sagte: ‘Glückwunsch!'”

Öffentlichkeitsscheu und einflussreich

Trump nennt sie “Hopster”, abgeleitet von “Hipster”, weil sie stets die neueste Mode trägt und immer wie aus dem Ei gepellt aussieht: “Dabei ist sie ein bisschen schüchtern, aber wirklich talentiert”, lobte Trump sie im Dezember. Sich auf der Bühne feiern lassen wollte Hicks eigentlich nicht, aber Trump bestand darauf. Also kam sie auf die Bühne und das Publikum jubelte. Aber viel sagen wollte Hicks nicht – außer: “Frohe Weihnachten und danke, Donald Trump!”

Interview-Äußerungen gibt es kaum von ihr. Als das “Forbes-Magazine” sie Anfang Januar zu den 30 einflussreichsten Personen unter 30 kürte, war sie zu einem Video-Interview bereit. Wobei es mehr Video als Interview war: “Hi, ich bin Hope Hicks, 28 Jahre alt, Pressesprecherin der Wahlkampfkampagne von Donald Trump und jetzt im Übergangs-Team des künftigen Präsidenten.” Dann lobt Hicks die Fähigkeit ihres Chefs, mit nur einer Twitter-Botschaft die Nachrichtenlage dominieren zu können. Dies zeige, wie stark seine Persönlichkeit und seine Botschaften sind.

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Den steuern, der sich kaum steuern lässt

Trump schätzt an Hicks, dass sie sich bislang aus allen Grabenkämpfen im Weißen Haus herausgehalten hat. Öffentliche Auftritte wird Hicks auch künftig ihrer Kollegin, der Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Huckabee-Sanders, überlassen. Dagegen soll Hicks die strategische Linie in der Kommunikation des Präsidenten steuern.

Dass sich der Präsident kaum steuern lässt, weiß die junge Frau. Sie arbeitet seit 2014 für das Firmenimperium der Trumps, so lange wie kaum jemand sonst im Umfeld des Präsidenten: Zunächst machte die frühere Anglistik-Studentin PR für die Mode-Linie von Trumps Tochter Ivanka. In Trumps Wahlkampfteam kümmerte sie sich um Kontakte zu den Medien. Mehrfach sei es ihr gelungen, heißt es, den Ärger mancher Journalisten über ihren Chef zu besänftigen.

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